Alsdorf - Schlangen, Echsen und Vogelspinnen locken das Publikum in die Stadthalle

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Schlangen, Echsen und Vogelspinnen locken das Publikum in die Stadthalle

Von: Heino Weber
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Neugierige Echse: Artgerecht untergebracht, touren die Tiere im Winter durch die Republik.

Alsdorf. Mit Vogelspinnen, Schlangen, Schildkröten und Echsengetier lockte eine Reptilien- und Spinnen-Ausstellung am Wochenende eine Menge Publikum in die Stadthalle. Untergebracht in Glas-Holz-Terrarien, hinterm Zaun oder in Pressholzhäuschen mit Fenstern warteten die Tiere und Tierchen darauf, von den Besuchern bestaunt zu werden.

Unbeweglich lag die Riesenpython, ein schneeweißer Albino, auf dem Boden ihrer Behausung. Bei vier Metern Länge wiegt sie 50 Kilogramm. Alle acht bis zwölf Wochen bekommt sie einen (getöteten) Hasen zu fressen. Jetzt ist sie noch satt. Unter der Woche, wenn keine Ausstellung ist, werden die Tiere gefüttert.

„Sehr verschmust“

Der grüne Leguan Leo sitzt geduldig den ganzen Tag auf seinem frei stehenden Kletterbaum. Ganz nah am Menschen auf seinem Ast lässt er sich streicheln. Dann öffnet er ab und zu ein Auge und schließt es wieder. Tierpfleger Heino Weber, Angestellter bei der Reptilien-Schau, nimmt Leo gerne auf den Arm und zeigt ihn den Kindern. Echse und Tierpfleger mögen sich, das ist ganz klar. „Er ist sehr verschmust“, findet Weber. Leo sei von klein auf an Menschen gewöhnt.

Auch mit der Tigerpython Jack hantiert er ganz selbstverständlich. Neugierig bewegt sie ihren züngelnden Kopf auf den Betrachter zu. Wenn man Angst vor Schlangen hat, ist das erst einmal ein komisches Gefühl. Schließlich ist das Tier fast zwei Meter lang und ringelt sich geschmeidig um Schultern und Arme des Tierpflegers. Doch genau das will die Reptilien-Ausstellung erklärtermaßen bewirken: den Menschen Angst und Ekel vor Spinnen und Schlangen nehmen. Sogar Leute mit Spinnenphobie würden sich meistens trauen, eine Vogelspinne anzufassen, wenn er sie ihnen behutsam zeigt, sagt Weber. Kinder seien glücklich, wenn er ihnen den Stachelschwanz-Waran auf den Unterarm lege, und das Tier sich ruhig anschmiege. „Die Tiere sind sehr zutraulich“, sagt Weber.

Hochgiftige Tiere hat das Team nicht in der Sammlung. „Die afrikanischen Dickschwanz-Skorpione sind unsere giftigsten. Wenn so einer sticht, bedeutet das eine Woche Krankenhaus“, kommentiert Weber. Die Bisse mancher Spinnen entsprächen etwa einem Wespenstich. Alle rund 100 Terrarien der Ausstellung seien jedoch sicher abgeschlossen

Grillen zirpen stimmungsvoll im Saal der Stadthalle. Es macht den Eindruck, als säßen die Zirper in den überall aufgestellten Blattpflanzen. „Das sind die Futtertiere“, erläutert Weber prosaisch. In einem Teil des Raums wird ein Film über Giftschlangen gezeigt. Schautafeln an den Terrarien informieren über die Bewohner der Glaskästen. Acht Euro für Erwachsene, sieben Euro für Kinder kostet der Eintritt (Familienkarte 25 Euro). „Ganz toll, sehr gut gemacht“, „es ist das Geld wert, es hat sich gelohnt“, finden die Ausstellungsbesucher Martina und Cornelius Winkelmann. Sie sind mit ihrem Enkel Nico Abels da. Am besten haben Nico die Schildkröten gefallen. „Weil ihr Rücken so hart ist“. Nico hat die Schildkröten am Rücken gestreichelt. Er lässt sich aber auch mutig die Tigerpython Jack um die Schultern legen und ist mächtig stolz darauf.

Spezialtransporter

Die Reptilienausstellung ist ein Unternehmen der Familie André Hein aus Schwerin und tourt im Winter durch ganz Deutschland. Im Sommer hält sie sich auf Rügen auf. Für den Transport der Tiere besitzen die Heins Spezial-Fahrzeuge. Die sind mit besonderer Luftfederung, Heizung, Isolierung und Beleuchtung ausgestattet, auch Tageslicht kommt durch spezielle Lichtleisten herein. Rund 200 Exoten aus aller Herren Länder fahren winters darin spazieren. Im Sommer dürfen sie sich in Außengehegen tummeln.

Ausbildung im Zoo Berlin

Angefangen hat es bei Heino Weber, als er 18 Jahre alt war. Damals hat er sich „so ein Haustier“, eine Vogelspinne, angeschafft. „Die Farbgebung dieser Tiere ist sehr vielfältig, sehr hübsch“, sagt der heute 30-Jährige. Es entwickelte sich bei ihm eine Faszination für derlei Getier, eins kam zum anderen, bis er ein ganzes „Sammelsurium“ beieinander hatte. Durch seine Ausbildung beim Zoo Berlin zum Tierpfleger, viel Lektüre und etliche Weiterbildungen hat er sich mittlerweile ein großes Wissensspektrum aneignet.

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