Baesweiler - Sanierung sorgt für super Klassenklima

Sanierung sorgt für super Klassenklima

Von: Silvia Kurth
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Am Anfang die Schulverwaltung: Hier beginnt im Sommer die Sanierung des Gymnasiums, das Passivhausstandard erreichen soll. Foto: Silvia Kurth

Baesweiler. Hitzefrei in Zeiten der Erderwärmung wird es am Baesweiler Gymnasium bald nicht mehr geben: Mit Beginn der Sommerferien fällt der Startschuss für die energetische Sanierung des Schulgebäudes.

Am Ende wird es Passivhausstandard erfüllen. Das bedeutet, dass kaum noch Heizenergie benötigt wird - und dass es künftig weder schlechte Luft noch Hitzestau in den Klassenräumen gibt. Wie das geht, stellten im Bau- und Planungsausschuss Architekt Professor Ludwig Rongen (Wassenberg) und Hermann Dulle von der Vika-Ingenieurgesellschaft (Aachen) vor.

Auf dem Gebiet der Schulsanierung ist das Baesweiler Vorhaben „eine Art Pionierprojekt”, gestand Dulle ein. Inzwischen sind die Technikkonzepte, die aus dem Wohnungsbau stammen, aber schon häufig auf andere Gebäudearten übertragen worden. Am Neubau des Berufskollegs in Eschweiler aus dem Jahr 2004 lässt sich zum Beispiel erfahren, wie sie funktionieren. Das sollen sie auch im Baesweiler Altbau. „Wir sind sehr optimistisch, dass wir den Passivhausstandard erreichen. Die ersten Berechnungen sind sehr positiv ausgefallen”, erklärte Dulle.

Die 7,2 Millionen Euro, von denen 4,8 Millionen aus dem vom Bund und Land aufgelegten Förderprogramm „Investitionspakt zur energetischen Erneuerung der sozialen Infrastruktur in den Kommunen” stammen, sind langfristig gut angelegtes Geld. Schließlich wird bei diesem Projekt in einem Zeitraum von 20 bis 40 Jahren gedacht.

Und es geht nicht nur darum, der Preisentwicklung für das knapper werdende Heizöl zu entgehen. „Genauso wichtig sind unsere Klimaprobleme”, unterstrich Professor Rongen, der dem Ausschuss das Prinzip des Passivhauses erklärte, das „praktisch kein aktives Heizsystem braucht”.

Erreicht wird das durch eine sehr gute Dämmung der Außenhülle und permanente Frischluftzufuhr in Kombination mit Wärmerückgewinnung. Die angesaugte Luft wird zuerst durch einen Erdwärmetauscher geführt, dann wird in einem Luft/Luft-Wärmetauscher die Wärme aus der verbrauchten Luft mit der Zuluft zurück in die Räume befördert.

Heraus kommt nicht nur eine angenehme Temperatur, sondern auch eine viel geringere CO2-Konzentration in den Klassen als normalerweise in Schulen üblich. „Die Schüler ermüden weniger schnell.” Und wie gesagt: Hitzefrei fällt aus, denn mittels Geothermie wird nicht nur geheizt, sondern im Sommer auch „fast zum Nulltarif” gekühlt.

Ansonsten reicht im normalen Schulbetrieb „eigentlich die Wärmeabgabe der Schüler, um das Gebäude zu heizen”, illustrierte Dulle die Effektivität des Systems. Für Zeiten geringerer Nutzung, zum Beispiel Elternsprechtage, soll ein „ganz einfaches Heizsystem” mit einem Heizkörper pro Klassenraum installiert werden. „Der wird zu 99,9 Prozent nicht an sein.”

Viel Energie gespart wird konsequenterweise auch mit anderen Mitteln. Die Sporthalle, wo große Mengen an warmem Wasser gebraucht werden, soll mit einer thermischen Solaranlage ausgestattet werden. Eine weitere „hoch wirtschaftliche Investition” stellt eine neue Beleuchtung mit Tageslichtsensoren dar. Das intelligente System soll Strom-Einsparungen von 70 bis 80 Prozent bringen.
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