Nordkreis - Salz wird in Würselen und Alsdorf allmählich knapp

Salz wird in Würselen und Alsdorf allmählich knapp

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
schneeterror17bu1
Von wegen eisige Miene: Tief Petra bescherte Markus Claßen, Frank Robert und Stephan Polz (v.l.), Mitarbeiter des städtischen Eigenbetriebs in Alsdorf, weniger Arbeit als erwartet. Foto: Classen

Nordkreis. Franz-Josef Mahr war sich bereits am Morgen sicher, dass alles glatt gehen würde - und da stand der angedrohte Besuch von Tief Petra im Nordkreis noch bevor. Der fiel weniger stürmisch aus als angekündigt. Dicke Flocken hatte Petra zwar mitgebracht, aber die befürchteten Schneeverwehungen blieben weitgehend aus.

Auch wenn das Tief mit all seinen angekündigten Auswirkungen über den Nordkreis gefegt wäre, hätte es Mahr, Leiter der kommunalen Dienstleistungsbetriebe in Würselen (KDW), nicht eiskalt erwischt. Der Winterdienst sei bestens aufgestellt, nicht zuletzt, weil die vergangenen drei Wochen reichlich Gelegenheit gegeben hätten, Räum-Routine zu entwickeln. Und überhaupt: „Ob wir jetzt zwei oder zehn Zentimeter Schnee von den Straßen räumen, macht nicht den großen Unterschied. Es dauert nur eben etwas länger”, sagt Mahr.

Bei Bedarf alle im Einsatz

Seine besonnene Art mit der widrigen Witterung umzugehen, steht stellvertretend für die Winterdienste im Nordkreis. In Baesweiler verweist der Technische Beigeordnete Peter Strauch auf eine 43-köpfige Belegschaft, die auf Abruf bereitsteht: „Wenn es sein muss, sind alle im Einsatz.”

Herzogenrath kann bei Bedarf auf 51 Mitarbeiter und vier Großfahrzeuge zurückgreifen, um eventuellen Schneemassen Herr zu werden. „Notfalls fahren wir die ganze Nacht”, verspricht Winterdienstleiter Ulrich Rible. In der Rodastadt werden derzeit mehrmals täglich die Daten der Wetterdienste im Internet abgerufen, wegen der Unwetterwarnung sei man eine Stunde früher ausgerückt.

Was die Räumung der Straßen angeht, verfolgt man in Alsdorf verschiedene Strategien, abhängig vom Wetter. „Auf einer festgefahrenen Schneedecke lässt es sich besser fahren, als auf einem angetauten und wieder gefrorenen Untergrund”, sagt Josef Beckers, beim Technischen Dienst der Stadt zuständig für den Bauhof. Bei starkem Schneefall sei es sinnvoller, die weiße Pracht von den Straßen zu schieben, statt sie mit massenhaft Salz zum auftauen zu bringen. Zumal letztere Option mit Blick auf die Streugut-Ressourcen nicht realisierbar sei. Obwohl am Donnerstag noch eine Ladung Streusalz im Alsdorfer Bauhof eingetroffen ist und eine weitere Bestellung von 100 Tonnen bereits geordert wurde, vemutet Beckers: „Es wird auf jeden Fall knapp.”

Das Problem ist, dass die Lieferanten selber nicht mehr wissen, wo sie ihr Streugut herbekommen sollen. Deswegen werden die Fahrer, die mit der raren Ressource auf einem Baubetriebshof eintreffen, derzeit dort äußerst fröhlich begrüßt, berichtet Beckers. Auch in Würselen dürfte solch einem Transporteur eine Sympathiewelle entgegenschlagen.

Franz-Josef Mahr sieht nämlich jedes Mal wenn sich die je drei Streufahrzeuge und Traktoren aufmachen, um die Straßen im Stadtgebiet zu räumen, den Streugutvorrat ein wenig mehr zur Neige gehen. Während im gesamten vergangenen Winter 300 Tonnen Salz verbraucht wurden, sind es in diesem Jahr bereits 120 Tonnen. Zwar lagert in Würselen noch einmal die gleiche Menge in den Silos. „Aber langsam wird es eng”, befürchtet Mahr und verweist auf die Probleme bei den Lieferanten.

Zwar haben die Kommunalen Dienstleistungsbetriebe in Würselen einen Vertrag unterschrieben, der ihnen garantiert, dass innerhalb von drei Tagen nach einer Bestellung Salz geliefert wird. „Doch wer nichts hat, kann auch nichts liefern”, sagt Mahr. Seine Hoffnungen richten sich jetzt auf die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr - dann sollen nämlich Streusalz-Schiffsladungen aus Italien und Afrika eintreffen.

Bis dahin wird der Winterdienst nach einem „abgespeckten Plan” gefahren, wie Mahr es nennt. Soll heißen: Mit Salz werden allein die Hauptverkehrsstraßen, Steigungen und Gefälle versehen.

In Herzogenrath gibt man sich dagegen mit Blick auf die eigenen Salzvorräte optimistisch. Von ursprünglich 200 Tonnen sind noch 80 Prozent vorhanden. In Baesweiler sind gerade erst 28 Tonnen Streusalz eingetroffen. „Das reicht selbst bei schlimmsten Wetter bis nach Weihnachten”, sagt Strauch.

Streusalz wird übrigens nicht nur in den kommunalen Bauhöfen, sondern auch in den Baumärkten langsam aber sicher zur Seltenheit, wie eine Umfrage ergab. „In Deutschland ist fast nichts mehr zu bekommen, und der Einkaufspreis ist enorm gestiegen”, hieß es bei einem Händler in Alsdorf. Die dicken Flocken dürften jedenfalls für manchen zum guten Geschäft werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert