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Sabine Verheyen zu Gast am HGG und der Europaschule

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„Rosinenpickerei bringt uns nicht weiter“, sagt die Europaabgeordnete Sabine Verheyen. Foto: Markus Bienwald

Nordkreis. Im Rahmen des Schulprojekttages zum Thema Europäische Union informierte sich die CDU-Europaabgeordnete Sabine Verheyen an Schulen. Dabei legte sie auch eine Stippvisite beim Heilig-Geist-Gymnasium (HGG) in Würselen und der Herzogenrather Europaschule ein.

Die Schüler stellten ihre Projektarbeiten über die EU vor, erklärten, welche Gremien wo arbeiten und im Gegenzug brachte MdEP Sabine Verheyen ihnen die Arbeit in Brüssel näher. Unser Mitarbeiter Markus Bienwald nutzte die Gelegenheit, um der Christdemokratin mit Blick auf die Europawahlen am Sonntag, 25. Mai, Fragen zu ihrem Engagement für die europäische Gemeinschaft zu stellen.

Warum soll man Europa wählen?

Verheyen: Die EU ist das größte Friedensprojekt, das wir seit mehr als 60 Jahren in Europa haben. Es sichert Frieden, Freiheit, Wohlstand. Es garantiert uns, dass diese Freiheit gewahrt bleibt und die Menschenrechte innerhalb der EU geachtet werden. Ein Blick nach Nordafrika und in die Ukraine zeigt, was wir uns für Errungenschaften in der EU erarbeitet haben. In diesen Ländern kämpfen die Menschen darum, sich von Diktatoren zu befreien und wählen gehen zu dürfen. Für mich ist jeder, der am 25. Mai nicht seine Stimme bei der Europawahl abgibt, wie ein Schlag ins Gesicht für diese Menschen in den Krisenregionen der Welt. Wir brauchen ein stabiles, starkes und bürgernahes Europa. Um das zu erreichen, um unseren Wohlstand zu sichern und auszubauen, brauchen wir die Beteiligung und die Anteilnahme der europäischen Bürgerinnen und Bürger. Und die beste Möglichkeit, Anteil zu nehmen und die Zukunft Europas mitzugestalten, ist es, zur Wahl zu gehen.

Wie fühlen sie sich als Gegenkandidatin vom „großen“ Martin Schulz?

Verheyen: Martin Schulz ist als Kandidat der Sozialdemokraten für einen Posten in der Kommission angetreten und möchte Präsident der Europäischen Kommission werden. Ich wiederum trete zum zweiten Mal als Vertreterin unserer Region für das Europäische Parlament an. Insofern sehe ich mich nicht als eine direkte Gegenkandidatin von Martin Schulz. Schließlich strebe ich nicht an, Präsidentin der Europäischen Kommission zu werden. Vielmehr liegen mir auch weiterhin die Region und die Menschen hier vor Ort am Herzen. Für mich ist es sehr wichtig, die Interessen und Sichtweisen unserer Bürgerinnen und Bürger in den Diskussionsprozess auf europäischer Ebene einzubringen. Ich möchte aber auch durch einen regen Kontakt und Austausch Europa den Menschen näher bringen. Das ist für mich eine der Hauptaufgaben, der ich in den vergangenen fünf Jahren nachgegangen bin.

Wie wollen Sie die Jugend für Europa begeistern?

Verheyen: Für viele junge Menschen ist die EU heute zur Selbstverständlichkeit geworden. Daher lässt auch die Begeisterung zu wünschen übrig. Diese jungen Menschen für Europa zu begeistern, gelingt, wenn man Ihnen die unzähligen Vorteile vor Augen führt und sie mitnimmt auf dem Weg hin zu einem prosperierenden Europa. Austauschprogramme wie Comenius, Erasmus und Leonardo da Vinci haben die jungen Menschen näher aneinandergerückt. Dass es heute zur Selbstverständlichkeit geworden ist, in Maastricht zu studieren, ein Auslandssemester, ein Praktikum oder sogar eine ganze Ausbildung im Ausland zu machen, zeigt, wie vernetzt wir sind und wie sehr die Grenzen verschwimmen. Das alles ist ein großer Erfolg. Und unseren jungen Menschen hier in Deutschland geht es doch verhältnismäßig gut. Wir haben die niedrigste Jugendarbeitslosenzahl in ganz Europa. Ich kann verstehen, dass die jungen Menschen in Süd- und Osteuropa angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen unter Jugendlichen verunsichert sind. Und dennoch: Gerade die EU gibt Ihnen doch die Perspektive, dass sich diese Situation verbessern kann und dass sie nicht allein gelassen werden. Die Hilfs- und Förderprogramme der EU tragen mehr und mehr Früchte. Und auch die Arbeitnehmerfreizügigkeit birgt an dieser Stelle Vorteile, denn die jungen Menschen können sich in einem anderen EU-Land Arbeit suchen.

Hätten Sie lieber noch die D-Mark in der Börse oder ist der Euro Ihr Favorit?

Verheyen: Ganz klar: Der Euro ist mein Favorit. Mit der D-Mark in der Börse müsste ich beim Einkauf in Holland oder Belgien immer noch mit Wechselkursen rechnen. Unsere Unternehmen hätten riesige Schwierigkeiten. Es gäbe immer wieder Wechselkursschwankungen, die wirtschaftlich nicht zum Vorteil wären. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich in Holland auf dem Markt einkaufen ging, als es noch keinen Euro gab, und mit D-Mark bezahlt habe: Gulden und D-Mark wurden eins zu eins umgerechnet, und ich bekam auch noch das Wechselgeld in Gulden zurück, was sehr zu meinem Nachteil war. Das sind sicherlich keine Zeiten, die ich mir zurückwünsche. Auch wenn manche behaupten, der Euro sei ein Teuro, ist das ein sehr großes Vorurteil. Denn wenn wir einen Warenkorb vergleichen, heute und zu D-Mark-Zeiten, dann wird uns eines klar: Wir haben heute eine größere Preisstabilität als früher.

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