Baesweiler - Saal Mürkens in Oidtweiler macht dicht

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Saal Mürkens in Oidtweiler macht dicht

Von: Siegfried Malinowski
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Vereinsleben in der Dorfkneipe: Als die Kaninchenzüchter ihre Käfige wieder abgebaut hatten, schloss Inhaber „Ali” Mürkens hinter ihnen die Tür für immer ab. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Eng, verpieft, laut: So manches Ende eines Rosenmontags - im Saal Mürkens gefeiert - wird den Oidtweilern wohl Zeit ihres Lebens in Erinnerung bleiben. Wenn sie Dienstagmorgens nach Hause kamen und wussten: Das war die Fete des Jahres.

Als Besucher aus anderen Dörfern die Gastgeber mit dem (durchaus positiv gemeinten) Prädikat „die Oidtweiler sind ein eigenes Stämmchen” belegten. „Die Oidtweiler” wird es weiter geben, aber wo bleibt ihr kommunikatives Zentrum, der Vereinsmittelpunkt?

Chef „Ali” (Alfred) Mürkens hat sein Lokal am Sonntagabend abgeschlossen und damit den Betrieb eingestellt. Die letzte Veranstaltung hat der Kaninchenzuchtverein KZV R147 Oidtweiler dort ausgerichtet.

In der Vereinswelt wurde der Schließungsbeschluss mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Dieter Fritsch, Chef des Gartenbauvereins, fühlt sich „völlig überrascht”: „Mürkens war der Leuchtturm für die Vereine Oidtweilers. Da geht jetzt atmosphärisch bei uns einiges kaputt.” Den Hobbygärtnern fehlen künftig nicht nur die Räume, um ein geeignetes Ambiente - beispielsweise fürs Erntedankfest - zu gestalten.

Fritsch: „Man muss das ja auch noch von einer anderen Seite betrachten: Die Familie Mürkens hat sich in verschiedenster Weise für die Vereine engagiert und ist uns immer entgegengekommen.”

„Man ist schon schockiert”, beschreibt Bernhard Thelen seinen Seelenzustand. Der 46-jährige „Ur-Oidtweiler” und Chefausbilder der Blaskapelle war immer angetan „vom eigenen Charme, den das Haus Mürkens hat”. Nun muss man mit dem Winterkonzert (28. November) kurzfristig in die Turnhalle ausweichen, das hat die Stadt allen Vereinen angeboten. Das ist „okay, aber die Halle ist größer, wir brauchen mehr Personal und die Gema-Gebühren steigen”.

Thelen, zweiter Dirigent bei der Blaskapelle, freut sich zwar, „dass uns die Vereine so mannigfach helfen wollen, aber diese vielen Helfer wären sonst unsere Besucher gewesen”. Seine Sorge zudem: „Nimmt unser Publikum die Turnhalle an?”

Etwas eher wäre auch Winfried Joussen gerne informiert worden. Der Geschäftsführer des Kirchenchors St. Martinus moniert: „Herr Mürkens hätte uns reinen Wein vorsetzen sollen. In dieser Hinsicht hat er den Vereinen gegenüber einen Fehler gemacht. Er hat uns bis zuletzt im Glauben gelassen, dass die Sache so weitergeht.”

Der Kirchenchor mit seinen 40 aktiven Mitgliedern sieht zwar: „Es ist schade, dass der Lebensmittelpunkt der Vereine so plötzlich wegfällt.” Aber Joussen und sein Verbund sehen sich auch „weich” fallen: „Wir haben ja immer noch das Pfarrheim. Insofern sehen wir die Schließung nicht ganz so problematisch”.

Gefühlte 1000 Mal hat Concordia Oidtweilers jetziger Ehrenvorsitzender Franz-Josef Kramp an Mürkens´ Theke (und im Saal) gesessen. „Das war doch früher unsere zweite Heimat”, sagt der auf den Spitznamen „Lui” hörende Ex-Boss, was viele empfinden. Die Concorden - mit weit über 200 Mitgliedern der größte Verein im Dorf - haben „noch keinen Plan B in der Tasche”.

Kramp ist „wie viele geschockt, ich hab das erst am Donnerstag erfahren”. Für ihn ist es sehr traurig, dass „unser Neujahrshexen nach 36 Jahren in Folge nun wohl gestorben ist. Unser Hexen war eine wichtige Einnahmequelle des Vereins.”

Mürkens´ Tür mit abgeschlossen haben die Kaninchenzüchter. Deren Vize-Vorsitzender Olaf Stoffel äußert sich ebenfalls: „Die Schließung ist grausam. Wir hängen völlig in der Luft.” Sein zwölf Züchter zählender Verein „will unbedingt weitermachen und wenn es in der Mehrzweckhalle Baesweiler sein sollte”. Dagegen spricht sich aber Vereinskamerad Harald Böckmann aus: „Wir sind Oidtweiler und wir bleiben auch hier!”
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