Roda baut Tagespflege weiter aus: 140 Plätze bis 2013

Von: Beatrix Oprée
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Überschaubare Gruppen, intens
Überschaubare Gruppen, intensive Betreuung: Immer mehr Eltern schätzen das Modell des Tagespflege für ihre Kleinsten. Foto: stock

Herzogenrath. Eigentlich könnten sich die Verantwortlichen entspannt zurücklehnen, denn mit bereits 30-prozentiger Abdeckung an Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige bietet die Rodastadt einen „Spitzenwert in NRW”, wie der Erste Beigeordnete und Kämmerer Detlef Zähringer zufrieden darlegt. Aber die Hände in den Schoß legt hier deswegen niemand.

Die Versorgung der Kleinsten genießt Priorität, die Erfüllung der gesetzlichen Vorgabe von 32 Prozent bis 2013 ist daher fast nur noch Formsache.

„Rechtzeitig hat das Jugendamt die Mittel einstellen lassen, hat der Jugendhilfeausschuss die Beschlüsse gefasst”, stellt der Kämmerer fest. So werden in der Straßer Kita 18 und in St.-Mariä-Himmelfahrt 12 weitere Plätze für die Jüngsten geschaffen. Und eine dritte städtische Kita entsteht in Merkstein. Erfreuliche Folge: mit 37 Prozent in 2013 eine Übererfüllung des Gesetzes.

Unverzichtbare Komponente ist die Tagespflege, die bis 2013 auf 140 Plätze ausgebaut werden soll. Wobei sich positiv niederschlägt, dass die Rodastadt zu den Modellstandorten im Zuge des vom Bundesfamilien-Ministerium initiierten, auf drei Jahre angelegten „Aktionsprogramms Kindertagespflege - Frühe Chancen” gehört.

Zuwendungen aus diesem Fördertopf haben das Ziel schneller näherrücken lassen. Rund 100 Tagespflegeplätze sind es zurzeit, bewährte Partner der Stadt sind dabei der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) für Beratung, Vermittlung und Begleitung von Eltern und Tagespflegepersonen sowie das Frauenkommunikationszentrum für deren Qualifizierung.

„30 Tageseltern stecken hinter den 100 Plätzen”, erläutert Jugendamtsleiter Bernd Krott. „In der Regel werden drei bis fünf Kinder pro Gruppe betreut.” 15 weitere Tageseltern sollen ab Ende September qualifiziert werden.

„Zehn haben sich schon angemeldet”, freut sich Krott, dass auch zwei Männer dabei sind. Vielleicht werden es ja noch mehr: „Es ist ein sehr interessantes Aufgabenfeld”, wirbt die Stadt für eine Verstetigung zum eigenständigen Berufsbild. Die städteregional vereinbarte Anhebung der monatlichen Leistungssätze komme dem zupass: nunmehr zwischen 240 und 720 Euro pro Kind und Monat.

Strenge Voraussetzungen

Die Richtlinien für Tagespflegepersonen sind streng: Neben Volljährigkeit, geregeltem Aufenthaltsstatus, einem guten Hauptschulabschluss und guten Deutschkenntnissen muss nachgewiesen werden, dass alle im Haushalt lebenden Volljährigen ein lupenreines polizeiliches Führungszeugnis vorlegen können und es keine Vorfälle von Gewalt oder sexuellem Missbrauch gegeben hat. Zudem müssen Tagespflegemütter und -väter physisch und psychisch belastbar sein, dürfen nicht suchtkrank sein oder ansteckende Krankheiten haben. Religiöser oder politischer Fanatismus sowie akute familiäre oder persönliche Belastungen sind ebenso Ausschlusskriterien wie rigide Erziehungsstile.

Die Qualifizierung erfolgt gemäß Curriculum des Deutschen Jugendinstituts (DJI). „Natürlich schauen wir uns auch die räumlichen Gegebenheiten an”, ergänzt Angelika Rödel-Walter, Fachberaterin Kindertagespflege. „Die Umgebung muss rauchfrei sein, Sicherheitsstandards eingehalten werden. Zudem klären wir ab, warum sich jemand für diese Aufgabe interessiert. Verpflichtend sind auch mindestens zwölf Stunden Fortbildung pro Jahr sowie die Teilnahme an den monatlichen Austauschtreffen.”

Damit auch im Bereich Tagespflege der Grundsatz „kurze Beine, kurze Wege” erfüllt wird, legt das Jugendamt Wert darauf, dass die Standorte übers Stadtgebiet verteilt sind. Bernd Krott: „In Kohlscheid ist die Versorgung sehr gut, in Merkstein besteht Bedarf.” Großtagespflegestellen - der Zusammenschluss von Tageseltern in angemieteten Räumen - sollen die Lösung bilden, auch der Vertretungsmöglichkeiten wegen. Zwei Stellen mit je neun Kindern gibt es bereits, eine dritte ab Oktober.
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