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Roadmovie findet Weg nach Würselen

Von: km
Letzte Aktualisierung:
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Mit der Super-8-Kamera unterwegs: Beim Film „18 Bilder/Sek” dreht es sich um Freundschaft und die Suche nach sich selbst.

Würselen. Er ist 26 Jahre jung und drehte bereits zwei erfolgreiche Filme: Am Samstag, 20. November, läuft sein neuster Spielfilm „18 Bilder/Sek” im Metropolis. Tobias Greber ist Filmemacher. Der gebürtige Würselener studiert zurzeit in Hamburg Medientechnik für audiovisuelle Medien.

Zwei Freunde begeben sich im Film auf eine Reise durch Deutschland und halten mit einer alten Super-8-Kamera ihre Erlebnisse fest. In den Orten, in denen sie vorbeikommen, zeigen sie Menschen ihre Aufnahmen. „Es ist ein Film über Freundschaft, der Suche nach sich selbst, das Surren einer Kamera, das Rattern eines Projektors und das Gefühl genau das richtige zu tun”, erzählt Greber.

Ursprungsidee: Zwei Figuren

Es ist jedoch kein gewöhnlicher Film - er entstand ohne Drehbuch und jeglicher Vorgaben. Zwei Wochen reiste Greber mit seiner Crew, bestehend aus sechs jungen Filmemachern und zwei Schauspielern, durch Deutschland.

Die Ursprungsidee des Roadmovies waren zwei Figuren. Ohne zu Wissen, wo und wie genau der Film ausgeht, improvisierte der junge Regisseur den Film und drehte mit einem mühsam aufgetriebenen Budget von lediglich 7000 Euro. „Es war ein sehr großes Experiment, denn die einzige Idee, die ich hatte, war einen Film zu machen. Beim Dreh hat sich die Geschichte ganz anders entwickelt, als ich dachte. Genau so ist auch das Leben. Man weiß nicht was kommt”, sagt Greber.

Viele Facetten des Lebens

So zeigt der Film viele Facetten über das Leben: Jeder könne laut Greber glücklich werden, ohne etwas Besonderes zu erleben. Darüber hinaus erhält das Publikum Einblicke in das Gefühlsleben der Schauspieler, ihre Entdeckung vom Filmemachen sowie die Erkenntnis, Leute durch Filme zu erreichen. Auch möchte Greber junge Zuschauer motivieren, Filme zu drehen. „Jeder kann eine Kamera in die Hand nehmen und einfach loslegen. Es muss nur eine Idee geben.”

Während der Dreharbeiten, schlief das Team im Auto und entwickelte das Material in einem Wohnwagen. In den zwei Wochen sammelte der junge Regisseur viel Erfahrung - trotzdem: nie wieder möchte er einen Film ohne Drehbuch produzieren. „Ich habe Höllenqualen durchlitten. Alle wollen wissen, wie es weitergeht, aber ich weiß das doch selber nicht und darf gleichzeitig nicht unsicher wirken, sonst werden die Darsteller auch unsicher.”

Das Abenteuer hat sich gelohnt

Das Abenteuer hat sich dennoch gelohnt: Beim Neißer Filmfestival wurden die Schauspieler für herausragende künstlerische Leitungen ausgezeichnet. Außerdem war der Film beim „Portobello Filmfestival London”, dem größten Independent-Festival Europas, für den besten ausländischen Film nominiert. Doch die Branche ist nicht immer ein lukratives Geschäft.

Das hat auch Tobias Greber erkannt: „Da ich nicht auf einer Filmhochschule studiere, ist es sehr schwer an Geld zu kommen.” Auch das Metropolis-Kino in Würselen hat neben Multiplexkinos einen schweren Stand. Seit 25 Jahren existiert das kleine Kino. Seit 2007 ist das Programm auf einen Spieltag in der Woche beschränkt. „Unsere Mitarbeiter arbeiten hier ehrenamtlich, sonst würden wir definitiv nicht mehr existieren”, erzählt Vorsitzender Uwe Oelsen.

Man legt Wert auf besondere Filmvorstellungen

Wert legt das Metropolis vor allem auf besondere Filmvorstellungen, die nicht in den großen Kinos laufen. Wie auch Tobias Grebers Roadmovie. Genau in dem Kino, wo er früher als Kind die Schauspieler an der Leinwand bewunderte, wird er am Samstag, 20. November, selbst Teil eines Kinofilms. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich es so weit schaffe.”
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