Nordkreis - Riesenbärenklau wird im Wurmtal bekämpft

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Riesenbärenklau wird im Wurmtal bekämpft

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Udo Thorwesten von der unteren Landschaftsbehörde der Städteregion (links) zeigt eine Pflanze des heimischen und völlig ungefährlichen Bärenklaus: Udo Thomas von der beauftragten Firma hat eine (sehr kleine) Riesenbärenklaupflanze in der Hand. Ohne Handschuh angefasst, kann sie zu heftigen Verbrennungen führen.

Nordkreis. . Der Riesenbärenklau wird im Naturschutzgebiet Wurmtal bei Herzogenrath bekämpft. Dazu hat die Untere Landschaftsbehörde der Städteregion Aachen eine Fachfirma aus Monschau beauftragt, die die Pflanzen gezielt mit kochend heißem Wasser vernichtet.

Es gibt zwei Gründe, warum so massiv gegen den Riesenbärenklau vorgegangen wird: Zum einen ist die heimische Pflanzenwelt inzwischen von einigen neuen Sorten, so genannte „Neophyten”, bedroht, die sie durch ihr starkes Wachstum verdrängen. Hier ist vor allem der Riesenbärenklau (Herkulesstaude - Heracleum mantegazzianum) zu nennen.

Die Pflanze stammt aus dem Kaukasus und fällt durch ihre großen Blätter mit einem Durchmesser bis zu einem Meter, die riesigen weißen Blütendolden und ihrer Höhe von mehr als drei Metern schon von weitem auf.

Jede Pflanze produziert rund 20000 Samen. Sie breitet sich dort am Besten aus, wo sie ungestört wachsen kann. Dort explodiert das Vorkommen förmlich. Dadurch werden schützenswerte heimische Pflanzen - gerade auch in europaweit geschützten Gebieten wie dem Wurmtal - in ihrer Existenz bedroht.

Der zweite Punkt ist die Gefahr für den Menschen durch den Riesenbärenklau. Ähnlich wie die Bennnessel führt die Berührung von Blättern oder dem Stängel zu Verbrennungen. Diese fallen allerdings rund 50-fach heftiger als bei einer Brennessel aus.

Der Hautkontakt kann so schnell zu großflächigen Verbrennungen dritten Grades führen. Lang anhaltende offene Wunden und Narben bleiben nach der Berührung der Pflanzen übrig.

Pestizide sind tabu

Das Abmähen der Pflanzen hat keinen Sinn, sondern führt nur dazu, dass diese stärker als vorher wieder austreiben und ihre Blüten schon in 20 Zentimeter Höhe ausbilden.

Da der Einsatz von Pestiziden in wertvollen Naturschutzgebieten mit europäischer Bedeutung und in Gewässernähe auszuschließen ist, bleiben letztendlich nur die Varianten des Ausgrabens und des Einsatzes von heißem Wasser übrig.

Die erste Variante kommt eigentlich nur für Einzelpflanzen in Frage. Dabei graben die Mitarbeiter des Vereins „Wabe”, die für die untere Landschaftsbehörde tätig werden, die Wurzeln der Pflanzen aus, schneiden die Blüten im grünen Zustand ab, packen beides in Plastiksäcke und geben dies dann in die Verbrennung.

Die Lösung für größere, flächendeckende Bestände erfolgt durch den Einsatz eines Heißschaumsystems. Dabei wird Wasser in Tanks gepumpt und bis auf mindestens 95 Grad erhitzt. Dann wird es über Schläuche in eine Lanze mit mehreren Öffnungen in der Spitze gepresst, die in die Knolle des Riesenbärenklaus gerammt wird.

So wird die Pflanze von der Wurzel her vollständig durchgekocht. Damit das Wasser länger heiß bleibt, mischt die beauftragte Fachfirma aus Monschau einen biologischen Schaumerzeuger bei, der überwiegend aus Kokosfett besteht und unbedenklich für die Umwelt ist.

„Der Riesenbärenklau ist gefährlich für unsere wertvollen Naturschutzgebiete und kann bei Menschen zu schlimmsten Verbrennungen führen. Wir versuchen auf diese Art und Weise die weitere Verbreitung zumindest einzudämmen”, erklärt der Umweltdezernent der Städteregion, Uwe Zink.
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