Rheinkultur in einer Person: Gisbert Baltes

Von: mabie
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BU: Moderator, Autor und Journalist Gisbert Baltes (l.) sang und las sich vor 50 begeisterten Gästen in der Burg Baesweiler durch seinen ganz persönlichen Blick auf das Rheinland. Foto: Markus Bienwald
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BU: Moderator, Autor und Journalist Gisbert Baltes (l.) sang und las sich vor 50 begeisterten Gästen in der Burg Baesweiler durch seinen ganz persönlichen Blick auf das Rheinland. Foto: Markus Bienwald
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Moderator, Autor und Journalist Gisbert Baltes (l.) sang und las sich in der Burg Baesweiler durch seinen ganz persönlichen Blick auf das Rheinland, wortstark begleitet von Jürgen B. Hausmann. Foto: Markus Bienwald

Nordkreis. Das Multitalent verzaubert sein Publikum bei „Kultur nach acht“ in Wort und Lied und erklärt, was das Rheinland so liebenswert macht. Begeisterung ist durch sein vielseitiges Programm in allen Gesichtern seiner Zuhörer zu sehen.

Als Eisbrecher für die rund 50 Gäste des Abends –  eigentlich zu schade und an und für sich schon mindestens eine Eintrittskarte wert – sorgte Hausmann mit seinen scheinbar so simplen Geschichten aus dem Alltag der Menschen unserer Region für Schenkelklopfer. Da wurden die „Ommas“ zitiert, Gäste aus dem Rest von Deutschland in die Kultur unsere Ecke eingeführt und, noch besser, über den hier vorherrschenden Zungenschlag intensiv informiert.
Ganz klar gehörte aber dem in Köln lebenden Sauerländer das Publikum.

Gisbert Baltes schaffte es, in einem rasenden Tempo und dennoch mit beinahe unfassbarer Übersicht die Geschichte und die Geschichten des rheinischen Lebens so zu formulieren, dass sie Geschichtsstunde und Histörchenrunde zugleich waren. Da wurde beispielsweise ein geschichtlicher Bogen zwischen dem richtungsweisenden „Arsch-Huh-und-Zäng-ussenander“-Konzert gegen Rechtsextremismus und dem Entstehen der Bonner Republik gespannt.

Wie beiläufig fand Baltes dabei in einem kleinen Gasthof nahe Bonn am Rhein die Wiege der deutschen Nachkriegsdemokratie. Und er spannte, mit seinen kongenialen Partnern Jürgen B. Hausmann und Harald Claßen im musikalischen Bunde, locker mal den Bogen von der Präambel der deutschen Verfassung zu den Liedern im kulturellen Schmelztiegel Köln. Baltes sang inbrünstig „Unsere Stammbaum“ von den Bläck Fööss, erinnerte mal eben an die Theaterlegende Willy Millowitsch und ließ auch BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken zu Wort kommen.

Und letztlich landete er wie selbstverständlich beim nächsten Nicht-Rheinländer, Konrad Beikircher, der mit Begeisterung das „Rheinische Grundgesetz“ herunterbetet. Bei all dem zahlte sich auch die Ruhe und Kraft des Radio-Live-Moderators aus, der auch im hektischsten Gesang des Kölschen den stimmlichen Überblick behielt und spannend wie kurzweilig unterhielt. Den begeisterten Gästen konnte es nur Recht sein, als Baltes in einer kurzen Atempause mit seiner aus Köln stammenden Frau Pamela ein paar seiner Bücher „Rheinland“ verkaufte und mit einem persönlichen Spruch signierte.

Vielleicht ist es ja auch das Persönliche, das sich durch alle Bereiche des rheinischen Lebens und Lebenlassens zieht, was Baltes hier leben lässt. Sicher war für ihn hingegen eins: „Jede Jeck es anders – alle Menschen sind gleich.“

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