Reich gedeckter Tisch beim Fastenbrechen

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Pünktlich zum Sonnenuntergang wird gegessen: Bürgermeister Christoph von den Driesch (l.) und Fehmi Tarasi, Vorsitzender des Integrationsrats, lassen sich die traditionellen türkischen Speisen beim Fastenbrechen schmecken. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath. Genau 20.32 Uhr ist es. Sonnenuntergang in Merkstein. Nun essen die gläubigen Muslime nach 16 enthaltsamen Stunden gemeinsam in der Emir-Sultan-Moschee. Mit dabei sind auch Bürgermeister Christoph von den Driesch sowie Vertreter der katholischen Kirchen, von Rat und Verwaltung.

Zuvor hat Seren Basogol den Gästen eine Sure aus dem Koran vorgelesen, um ihnen die Bedeutung des am Donnerstag endenden Fastenmonats näher zu bringen. In dem Vers werden die Gläubigen zur Enthaltsamkeit aufgerufen. „Fasten ist Sündentilgung und fördert Frömmigkeit”, so Basagol.

Das Eigentümliche am Ramadan sei im Gegensatz zu den Fastenzeiten der Christen oder Juden, „dass wir uns nicht bloß zurückhalten oder eine bestimmte Speise weglassen”. Die Muslime essen und trinken nur vor dem Sonnenaufgang und nach dem Sonnenuntergang. Zudem üben sie sexuelle Enthaltsamkeit. „Es ist für uns ein großes Symbol, dass alle Muslime weltweit gleichzeitig fasten.” Das zeige, dass vor Gott alle Menschen gleich sind, erklärte Basogol.

Nun sind es nur noch wenige Minuten bis zum offiziellen Sonnenuntergang. Gleich werden die Teller voll sein. Doch zunächst spricht Vorbeter Ibrahim Gökce das Tischgebet. Dann ist es so weit. Der Zeiger der Uhr an der Wand springt um. Ein Löffel der traditionellen türkischen Gemüse-Suppe Tarhalna ist das erste, was Seren Basogol nach rund 16 Stunden isst.

„Als ich zum ersten Mal gefastet habe, hatte ich Angst, dass ich das nicht schaffe. Weil man ja auch keine Flüssigkeit aufnehmen darf”, erinnert sich die 26-Jährige, die mit 13 Jahren zum ersten Mal richtig gefastet hat. „Jetzt fällt es mir ziemlich leicht. Der erste Tag ist immer schwer, aber dann gewöhnt man sich daran.”

Darüber, gemeinsam mit den Merksteiner Muslimen das Fastenbrechen zu begehen, freut sich auch Christoph von den Driesch. Für ihn ist das ein Zeichen des „konfliktfreien Zusammenlebens” in der Stadt. „Wir haben in Herzogenrath die Tradition entwickelt, dass sich die Kulturen gegenseitig einladen.”
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