„Rebell Comedy“: Großer Humor auf Burg Wilhelm

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
8243166.jpg
Gute Grimassen: Auch die hat Hany Siam drauf. Foto: Markus Bienwald
8135288.jpg
Pu (Puyan Yavari) und seine Comedy sind zwar nah dran an ADHS, aber dafür sind seine Ideen und Gedankensprünge umwerfend komisch. Foto: Markus Bienwald

Würselen. Mehr Comedy geht wohl nicht: Denn „Rebell Comedy“ – ein Kollektiv von Menschen, die Spaß auf unkonventionelle Art und Weise wollen – brachten eine Show auf Burg Wilhelmstein, die ihresgleichen sucht.

Schon das Entree war definitiv anders, da waberten keine tausendfach gehörten Jazzklänge über die Lautsprecher, da stand vielmehr ein anständiges Set von Boxen auf der Bühne und dazwischen drehte der DJ, was ihm und dem Publikum gerade Spaß machte. Und auf der Bühne zeigte sich dann, wie das Konzept, das aus der Feder von Gondebak, der mit bürgerlichem Namen Babak Ghassim heißt, funktionierte. Das explodierte förmlich auf der Bühne. Nicht ein Comedian am Abend, sondern gleich eine Handvoll begeisterten hier, es ging in schnellem Wechsel hin und her zwischen den unterschiedlichen Comedy-Charakteren. Und am Ende war wohl für jeden etwas dabei. So zeigte Khalid (Bounouar) sich zunächst als Moderator der Show, der es aber durchaus verstand, das Publikum augenzwinkernd-provokant bei Laune zu halten.

„Was damals in Aachen begann, in der Buddha Bar, vor 50 Leuten, von denen 49 verwandt waren, , hat sich ganz schön entwickelt“, rief er ins jubelnde Publikum. Und er war sicher, dass Spicken bei Prüfungen höchst intelligent ist, denn wer mache sich sonst die Mühe, den ganzen Stoff auf Mini-Zettel zu drucken und dann im Test mit unterschiedlichsten Moves wieder an das Gespickte heranzukommen, fragte er. Pu (Puyan Yavari) war der nächste, der aufs Publikum losgelassen wurde. Dabei war genau das der richtige Ausdruck, denn mit einem gewaltigen Bewegungsdrang ritt er durch seine lustigen Gedanken.

Ein Vampirfilm auf VHS – leider russisch synchronisiert – war eine seiner skurrilen Erinnerungen, die er auf der Bühne darbot. Eine andere bezog sich auf Kumpels, die mit dem Verliebtsein ihre weiche Seite zeigen. Aber was Pu am meisten aufregte, war die fehlende Hygiene auf öffentlichen Toiletten. „Am Türgriff ist oft schon Aids“, war er sicher und sorgte damit beim Publikum für weitere Lachsalven. Die hatte Hany Siam schon auf seiner Seite, ohne nur ein Wort gesagt zu haben. Denn mit seiner Mimik, die besorgte Blicke auf seine Gesichtsmuskulatur zur Folge hatte, gelang es ihm, auch ohne viele Worte, Lacher en masse zu provozieren. Seine Themen waren neben einer übervorsichtigen Mutter auch Beziehungen und nicht zuletzt die genaue Beobachtung von Menschen. Auch dazu passte wieder die vom DJ aufgelegte Musik – und alles war für die Gäste vom Feinsten, so dass Jubel und Applaus an keiner Stelle fehlten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert