Rathaus repräsentiert Würselen würdig

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
25 Jahre nach der Einweihung d
25 Jahre nach der Einweihung des Rathauses „Hand drauf”: (v.l) der damalige Bürgermeister Bernd Thielen, Ex-Bürgermeister Wolfgang Peltzer, Stadtdirektor a.D. Albert Cramer, Bürgermeister Arno Nelles und der ehemalige Bürgermeister Martin Schulz. Foto: W.Sevenich

Würselen. Der Verwaltungssitz der Stadt Würselen, das Rathaus auf dem Morlaixplatz, wurde Ende April 25 Jahre alt. Mit einem Tag der offenen Tür war es am 26. und 27. April 1986 der Öffentlichkeit übergeben worden, nachdem es zwei Tage zuvor eingeweiht worden war.

Anlässlich des „Silbernen” lud Bürgermeister Arno Nelles zu einem Festakt in den großen Sitzungssaal „des Hauses der Bürgerinnen und Bürger” ein. Dazu begrüßte er neben dem Festredner, dem heutigen Europaabgeordneten Martin Schulz, auch zwei weitere Vorgänger im Amt, Bernd Thielen und Wolfgang Peltzer, sowie den „spiritus rector” des zentralen Verwaltungsgebäudes, Stadtdirektor a. D. Albert Cramer. Der Einladung gefolgt waren auch einige wenige Stadtverordnete von einst, die durch die von ihnen gefassten Beschlüsse das Bauwerk auf den Weg gebracht hatten. Zu Gast war nicht zuletzt der Architekt des neuen Rathauses, Christoph Parade, aus Düsseldorf.

Filmdokument gezeigt

Den Werdegang des neuen Rathauses und die Festlichkeiten zu seiner Einweihung ließ Bürgermeister Nelles, unterlegt mit einem kurzen Film des Film- und Fotoclubs Bardenberg, in Fakten und Zahlen Revue passieren. Der Beschluss zum Bau des neuen Verwaltungssitzes war bereits am 15. Oktober 1974 vom Rat gefasst worden. Sechs Jahre später erfolgte die Vergabe des Planungsauftrages an das Büro Brigitte und Christoph Parade. Im Beisein des damaligen Regierungspräsidenten Franz-Josef Antwerpes erfolgte im April 1984 der erste Spatenstich. Die Richtfest wurde in Anwesenheit von Innenminister Herbert Schnoor am 22. März 1985 gefeiert.

Platz für 200 Mitarbeiter

Beim Bau des neues Rathauses werden 3000 Kubikmeter Beton, 250 Tonnen Stahl und 70 Quadratmeter Holz verarbeitet. Das Dach ist - wie Albert Cramer damals sagte - elf Tennisplätze, also 8000 Quadratmeter groß. Auf 2500 Quadratmetern Nutzfläche entstanden 138 Büros. Mehr als 200 Fenster müssen seitdem geputzt werden. In den Neubau investiert wurden 19,7 Millionen DM, 4 Millionen weniger als ursprünglich geplant. Damals wie heute finden im neuen Rathaus 200 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz. Außerdem beherbergt es ein Restaurant, heute „Zitadelle” genannt. Am längsten - elf Jahre lang - residierte Martin Schulz am Schreibtisch des Bürgermeisters. Er hatte Bernd Thielen abgelöst. Wolfgang Peltzer folgte auf den heutigen Europaabgeordneten. Als erster direkt vom Volk gewählter Bürgermeister stand Werner Breuer für zehn Jahre der Verwaltungsspitze vor, 2009 abgelöst von Arno Nelles. Als Chef der Verwaltung verrichteten nach Albert Cramer noch Alfred Langer und Karl-Heinz Marschner in der Doppelspitze ihren Dienst.

Den heutigen Bürgermeister freut es, dass nach 25 Jahren viele Besucher der Stadt immer noch feststellen, „dass unser Rathaus ein Schmuckstück ist und als eines der schönsten der Region gilt”. Stolz darauf war bei diesem Festakt auch Architekt Parade, der der Stadt nachträglich zur Neugestaltung der City gratulierte.

Ex-Bürgermeister Bernd Thielen konstatierte: „Dieses Haus ist angekommen und wird von den Bürgern angenommen.” Es sei zwar während der Bauphase über die Farbe gelästert worden. Dennoch: „Das Rathaus verschönert den Platz, auf dem es steht, und umgekehrt verschönert der Platz das Rathaus.” Stadtdirektor a. D. Albert Cramer: „Unser neues Rathaus war und ist ein vorzeigbares Objekt, das als Bauwerk unsere Stadt würdig repräsentiert.” Es sei das einzige neue Rathaus im Land, bei dessen Bau nicht nur der Kostenrahmen eingehalten worden sei. Man sei sogar darunter geblieben. „Würselen möge weiterhin blühen und gedeihen”, wünschte Cramer der Stadt, in der er von 1969 an 20 Jahre lang an der Spitze der Verwaltung stand.

Wille zur Veränderung

Den Willen zu Veränderungen habe der damalige Stadtdirektor Albert Cramer nach Schließung der Grube Gouley und der angelaufenen Kommunalen Neugliederung von Lüdenscheid mit nach Würselen gebracht, betonte Festredner Schulz. „Dieses Gebäude ist das steingewordene Zeugnis dieses Willens. Mit unserer Innenstadt brauchen wir uns hinter keiner unserer Nachbargemeinden zu verstecken.” In unserem globalen Zeitalter gewännen die Gemeinden im Leben der Menschen immer größere Bedeutung, weil sie in Sicherheit leben wollten, plädierte der Europaabgeordnete für eine bessere finanzielle Ausstattung. Sich sicher war Schulz: „Würselen wird eine gute Zukunft haben.” Die Parteien hätten in der Vergangenheit stets zusammen gestanden, wenn es darauf angekommen sei. Gemeinsam hätten sie versucht, das ihnen übertragene 1000-jährige Erbe zu bewahren und die Stadt zukunftsfähig zu machen. „Dieses Rathaus war für uns ein Glücksfall.” Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von einem Quartett des Mandolinenvereins „Edelweiß”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert