Herzogenrath - Rat setzt Beigeordneten Zähringer vor die Tür

CHIO-Header

Rat setzt Beigeordneten Zähringer vor die Tür

Von: Jule Klieser
Letzte Aktualisierung:

Herzogenrath. Bei einer Sondersitzung des Herzogenrather Stadtrats am Dienstag ist der Beigeordnete Detlef Zähringer von seinem Amt abberufen worden und wird mit sofortiger Wirkung in den Ruhestand versetzt.

Die erforderliche Zweidrittelmehrheit für eine solche Abstimmung wurde bei Anwesenheit fast aller Ratsmitglieder mühelos erreicht. Es gab nur eine Gegenstimme aus den Reihen der Grünen.

Bereits im März musste Zähringer sein Amt als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters abgeben, weil er unrechtmäßig 3000 Euro aus der Stadtkasse an die Bürgerstiftung überwiesen hatte. Bürgermeister Christoph von den Driesch leitete seinerzeit ein Straf- und Disziplinarverfahren gegen den ehemaligen Kämmerer ein, das noch anhängig ist. Mitte September beantragte eine Mehrheit von 35 Ratsmitgliedern die Abberufung des immer noch Beigeordneten in einer Sondersitzung.

Die Gründe für den endgültigen Rausschmiss wurden hinter verschlossenen Türen verhandelt. Der Bürgermeister wollte sich dazu nicht äußern. Es gebe „Ermittlungen wegen Untreue”, bestätigte Oberstaatsanwalt Robert Deller, er wollte aber keine weitere Stellungnahme zu dem laufenden Verfahren abgeben. Nach der Veruntreuung der 3000 Euro seien noch andere Dinge aufgetaucht, sagte SPD-Ratsherr Bruno Barth auf Anfrage. Zähringer habe sich nicht persönlich bereichert, jedoch eigenmächtig - ohne Ratsbeschluss - gehandelt. Es sei um Verträge mit Dritten gegangen und um finanzielle Verpflichtungen, die Zähringer eigenmächtig eingegangen wäre, wurde unserer Zeitung aus Verwaltungskreisen zugetragen.

Der Stadtrat hat offenbar dringenden Handlungsbedarf gesehen noch vor Abschluss des Ermittlungsverfahrens. Der Beigeordnete sei nicht mehr arbeitsfähig und in letzter Zeit oft krank geschrieben gewesen, kommentierte Barth. „Wir wollten nicht monatelang einen Schwebezustand”, sagte Barth.

Stelle wird ausgeschrieben

Die Versorgung eines in den einstweiligen Ruhestand versetzten Beamten beläuft sich im Fall Zähringer auf rund 61.000 Euro pro Jahr, heißt es in einer Verwaltungsvorlage. Das ausgezahlte Gehalt hätte 87 000 Euro betragen. Ende 2016 wird Zähringer in den endgültigen Ruhestand versetzt und erhält dann eine noch zu errechnende geringere Versorgung. In naher Zukunft wird die Stelle eines zweiten Beigeordneten neu ausgeschrieben werden. Zur Ersten Beigeordneten war Birgit Froese-Kindermann gewählt worden, Dezernent Rüdiger Staron scheidet Anfang nächsten Jahres aus.

Von Buchungsvorgang distanziert

Der Ex-Kämmerer und ehemalige Geschäftsführer der Bürgerstiftung, Detlef Zähringer, hatte unerlaubterweise 3000 Euro vom Stadtkonto auf das der Stiftung überwiesen, was dem Rechnungsprüfungsamt bei einer Kontrolle Ende 2011 aufgefallen war. „Das hat Wellen geschlagen”, bestätigte Vorsitzender Bürgermeister Christoph von den Driesch kürzlich. Bisher habe aber niemand die Stiftung wegen dieser Sache verlassen. Der Vorstand hatte sich energisch von dem Buchungsvorgang distanziert.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert