Radschnellweg: Breite Mehrheit für Alternativtrasse

Von: Sigi Malinowski
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Herzogenrath. Die „Bündnis/Grünen“ sind begeistert. Die FDP hebt in Vorfreude beide Daumen. Die Kooperation aus SPD und CDU zeigt weitgehende Akzeptanz.

Lediglich die Unabhängige Bürgerliste (UBL) schert kräftigst aus und kommt mit einem glatten „Verriss“ daher: Gegen den Beschluss stimmte neben der UBL auch die „Linke“. Der geplante Radschnellweg zwischen Herzogenrath und Aachen bestimmte über die Länge eines Fußballspiels die Tagesordnung des Herzogenrather Fachausschusses Bau und Verkehr.

Das mit der Städteregion Aachen gemeinsam geplante Projekt – zum jetzigen Stand kommen Gesamtkosten von 31,8 Millionen Euro zusammen – könnte ab 2022 mit dem ersten Spatenstich auf den Weg gebracht werden. Diesen voraussichtlichen Termin nannte Stefan Büttgen, Diplomingenieur und Fachbereichsleiter Straße und Erschließung.

Der Planer stellte eine überarbeitete Machbarkeitsstudie vor. Dies tat er gemeinsam mit dem Radverkehrsbeauftragten der Städteregion, Ralf Oswald.

Der Radschnellweg wird, so stellte Büttgen heraus, integrierter Bestandteil des kommunalen Radwegenetzes sein. „Er braucht in jedem Fall eine hohe Reisegeschwindigkeit“, betonte der Experte. Büttgen sieht, ebenso wie die große Mehrheit, „eine breite Bürgerbeteiligung“. Er stellte die einzelnen Verläufe der durchgängig zu beleuchtenden Strecke vor. Dabei kamen (wir berichteten ausführlich) mehrere Varianten zur Betrachtung.

Unter anderem war zu hören, dass die geforderte Umweltverträglichkeit „umsetzbar ist“. Büttgen unterstrich dabei: „Wir können ausreichend Potenzial auf der 13,66 Kilometer messenden Strecke entwickeln.“ Wichtig sei – das betonte auch die Kooperation aus SPD und CDU nochmals – „die gute Anbindung des Schulzentrums und der Europaschule“. Auch müsse Merkstein ausreichend angebunden sein.

Von den Gesamtkosten in Höhe von 31,8 Millionen Euro entfällt allein der Betrag von 14,6 Millionen Euro auf das Gebiet Herzogenrath. Für Roda ergibt sich ein Kostenanteil von 330.000 Euro, bemerkte Büttgen.

Ergänzend zum Beschluss des Bauausschusses der Städteregion sieht der von SPD, CDU, Grünen und FDP mitgetragene Beschluss unter anderem vor: Die Alternativtrasse entlang der Bahnlinie zwischen den Bereichen Hundforter Benden und dem Gelände der Post mit Anschluss an den Kreisel Kleik-/Glas- und Uferstraße soll in der Planung Herzogenrath-Mitte berücksichtigt werden. Mit der Realisierung des Neubaugebietes Richtericher Dell soll auch die Trasse zwischen Pannesheide über Bank nach Aachen-Richterich entwickelt werden.

Außerdem beinhaltet der Beschluss, „der Korridor zum Radschnellweg zwischen Bicherouxstraße und Europaschule Merkstein soll in den Bebauungsplänen Bicherouxstraße und An der Herrenstraß berücksichtigt werden“.

Ein weiterer Punkt: Der Korridor der Erschließungsspanne in Kohlscheid über den „Alten Bahndamm“ soll in den Bebauungsplänen berücksichtigt werden. Eine Ergänzung des Beschlusses (Anbindung des Spielplatzes Kircheichstraße) hängte die Kooperation an.

Ihre Ablehnungshaltung begründete die UBL in einem zweieinhalbseitigen Schreiben. Vizefraktionsvorsitzender Hans-Günther Fischer: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Radschnellwege, nicht einmal prinzipiell gegen diesen.“ Das Aber folgte: „Wir sind für ein Zurückschrauben auf ein vernünftiges Maß, für ein Eingehen auf kritische Einwände.“

Das gesamte Verfahren sei „eine Salamitaktik“, merkte Fischer an. Der UBL-Vize monierte „prognostizierte Kosten für den Bau“, „falsche und beschönigende Prognosen“, „falsch prognostizierte Nutzerzahlen“ und auch die Formulierung. „Bedenken, Kritiken werden ignoriert. Aus der sogenannten Bürgerbeteiligung wird nur das übernommen, was passend ist.“

Erneut wurde der Vorwurf erhoben, es gebe erheblichen Widerstand aus Herzogenrath, speziell aus Straß. „Wer die Örtlichkeit kennt oder sich zeigen lässt, wer mit realistischen und nicht geschönten Zahlen operiert, muss diese Trassenvariante ablehnen. Dass dadurch das komplette Projekt zwangsläufig sterben würde, ist nachweislich falsch“, behauptete Hans-Günther Fischer.

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