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Qualität der Versorgung weiter steigern

Von: Karl Stüber
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Im direkten Vergleich wird das Problem am Standort Bardenberg des Medizinischen Zentrums offensichtlich: Am Rande des Geländes wurde die moderne Urologische Praxis am Wasserturm errichtet (l.), das Hauptgebäude des ehemaligen Knappschaftskrankenhauses wurde schon 1904 fertiggestellt. Das schränkt die Entwicklungsmöglichkeiten ein. Foto: Karl Stüber
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Im direkten Vergleich wird das Problem am Standort Bardenberg des Medizinischen Zentrums offensichtlich: Am Rande des Geländes wurde die moderne Urologische Praxis am Wasserturm errichtet (l.), das Hauptgebäude des ehemaligen Knappschaftskrankenhauses wurde schon 1904 fertiggestellt. Das schränkt die Entwicklungsmöglichkeiten ein. Foto: Karl Stüber

Würselen. „Die Qualität wird besser werden. Das müssen die Menschen wissen!“ Geschäftsführer René A. Bostelaar will, dass seine Argumente in Sachen „Masterplan 2018“ fürs Medizinische Zentrum (MZ) – die auch die der Gesellschafter Städteregion Aachen und Knappschaft Bahn-See sind – „draußen“ gehört werden.

„Wir bauen ein modernes Krankenhaus am Standort Marienhöhe auf, um wirtschaftlich bestehen und den Menschen in der Region eine bestmögliche medizinische Versorgung bieten zu können“, hält er ein engagiertes Plädoyer in seinem Büro im ehemaligen Knappschaftskrankenhaus Bardenberg, das 2001 mit dem Medizinischen Zentrum (MZ) in Würselen-Mitte fusionierte.

Die Bedeutung für die medizinische Versorgung der Bevölkerung in der Region ist immens, aber auch die Wirtschaftskraft, die mit den beiden Standorten des MZ verbunden ist, wirkt beeindruckend (siehe Info unten). Nur ein Beispiel: Zur Realisierung des Neubaus am Standort Marienhöhe gehen Aufträge in Höhe von rund 8,7 Millionen Euro an Firmen in der Städteregion, davon gut 2,6 Millionen Euro an Unternehmen in Würselen. Für den ersten Bauabschnitt wurden Investitionskosten in Höhe von etwa 22,4 Millionen Euro bereits veranschlagt und vom Aufsichtsrat genehmigt.

Und der Standort Bardenberg spielt im „Masterplan“, dem Fahrplan des MZ in eine Zukunft mit wettbewerbsfähigem Rüstzeug, weiter eine wichtige Rolle. Hier werden die Gynäkologie, Geburtshilfe und die Urologie zusammengefasst und drei Millionen Euro investiert. Das Amt für Altenarbeit und das Altenseminar der Städteregion werden in Bardenberg in einem neuen Haus untergebracht.

Das wird wohl weitere Millionen Euro kosten. Hierfür wird ein Teil der alten Bausubstanz, in der derzeit zum Beispiel die Personal-Cafeteria untergebracht ist, abgerissen. In der Schule könnte zudem die Schulung von Servicekräften (Physiotherapieschule) oder akademische Ausbildung angesiedelt werden, denkt Bostelaar bereits ein Stück weiter. Die Zufahrt der rund 200 bis 300 Schüler soll direkt über die Bardenberger Straße erfolgen, ohne den Betrieb am Standort zu beeinträchtigen, sagt er. „Die jungen Leute werden eine Belebung für Bardenberg sein“, ist er sich sicher.

3,5 Hektar Fläche neben dem alten Schwesterheim will Bostelaar vermarkten, wenn die Bezirksregierung Köln der Umwidmung zu Bauland zustimmt, um Finanzmittel für die Umsetzung des Masterplans zu erwirtschaften. „Das Geld wird dafür voll eingesetzt. Wir sind ja ein Non-Profit-Unternehmen“, betont er. Vorhandene Feldwege könnten von der Stadt Würselen zur Erschließung ausgebaut werden, schlägt der Geschäftsführer vor. Partner bei der Nutzung der Krankenhausreserveflächen am alten Schwesternheim soll die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) sein.

Dabei schwebt Bostelaar nicht nur seniorengerechtes Wohnen vor, damit Ältere in Bardenberg in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Der MZ-Geschäftsführer denkt sogar an ein regelrechtes Wohnquartier als Mix von Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern auch für Jüngere nebst Infrastruktur. „Flächen können an Ärzte vermietet werden“, sieht er nach dem Beispiel Urologische Praxis am Wasserturm Anreiz für Mediziner, die Nähe zum MZ-Standort Bardenberg zu suchen. Auch an der Marienhöhe ist praktisch neben dem Krankenhaus ein zweites medizinisches Zentrum entstanden, hebt Bostelaar die Bedeutung niedergelassener Ärzte für die gemeinschaftliche Versorgung der Bevölkerung hervor.

Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Christoph M. Kosinski, will das MZ auch für die Zukunft fit machen. „Wenn wir jetzt nichts tun, sind wir in fünf Jahren tot“, diagnostiziert er selbstkritisch. „Wir spüren, dass die Bevölkerung in dem Veränderungsprozess genauso mitgenommen werden will wie unsere eigenen Mitarbeiter. Die verfolgen das mit einem riesigen Interesse.“

Und warum werden am Standort Bardenberg Urologie und Gynäkologie zusammengefasst? Geschäftsführer Bostelaar nennt als Grundlage für diese Entscheidung Alter und Gebäudestruktur: „Hier sind wir ein Standort mit Rampen.“ Der Bereich ist also nicht barrierefrei. „Folglich konzentrieren wir uns hier auf einen Bereich des verstärkt ambulanten Operierens, bei dem es in den meisten Fällen um Gehfähige geht.“

Gewollter medizinischer Nebeneffekt ist, aus beiden Sparten Kompetenzen in Sachen Inkontinenz bündeln zu können, was die Qualität der Patientenversorgung steigere. Wenn der erste Bauabschnitt am Standort Marienhöhe im April 2014 fertig gestellt ist, müssen ganze Stationen umziehen, wollen Geschäftsführer Bostelaar und Medizinischer Direktor Prof. Kosinski Mitarbeiter, aber auch die Öffentlichkeit beizeiten für diese Phase sensibilisieren und um Verständnis sowie Kooperation werben. „Derzeit entsteht neben der Bausubstanz der neue Rohbau.

Dann aber geht es im laufenden Betrieb an den Umbau in der Substanz. Wir müssen ja zwei Krankenhäuser zusammenbringen“, sagt Bostelaar. Stationen müssen geschlossen werden und an den neuen Standort umziehen. Die bisherigen Räume wollen saniert und hergerichtet sein, um neu genutzt zu werden. „Zwei internistische Stationen und die beiden Intensivstationen sind am Tag X zusammenzuführen.“

Eine riesige logistische Aufgabe und eine große Aufgabe für alle Beteiligten, soll doch „bereits am ersten Tag“ die umgezogene Station funktionieren. „Das beeinträchtigt kurzfristig unsere Leistungsfähigkeit. Aber wir haben eine Strategie entwickelt, um das aufzufangen“, beruhigt Bostelaar.

Was halten Sie, liebe Leser, von der Neustrukturierung des MZ? Was ist falsch, was richtig? Schreiben Sie uns unter www.leser-meinung.de.

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