Public Viewing: Fußballfans rücken wieder zusammen

Von: Holger Bubel
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In der Gemeinschaft jubeln und feiern gehört für viele zum Erlebnis WM. Der Cinetower in Alsdorf bietet auch in diesem Jahr wieder Gelegenheit dazu. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Nordkreis. So langsam steigt die Spannung, aus der Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wird ein regelrechtes Fieber. Seit Tagen sind in vielen Straßenzügen die Häuser mit schwarz-rot-goldenen Fahnen geschmückt, Autos mit „Spiegel-Mützchen“, Fähnchen und Wimpeln aufgerüstet.

Für den ersten Auftritt der deutschen Nationalmannschaft am kommenden Montag haben sich viele Fans mit Devotionalien in den Landesfarben eingedeckt, vom teuren Trikot bis zum Plunder aus den Billigläden: Hauptsache Schwarz-Rot-Gold!

Doch Fußball gucken ist nicht gleich Fußball gucken. Während es sich viele vor dem heimischen Fernseher mit Chips und Bier gemütlich machen, ziehen andere es vor, das Fußball-Erlebnis in der Gemeinschaft zu zelebrieren. Garten, Grill und Götze-Tore stehen bei zahlreichen Fußball-Freunden in den kommenden Wochen ganz oben auf der WM-To-do-Liste.

Wer es noch eine Spur üppiger mag, der kann sich beim großen öffentlichen Public Viewing versammeln. Zumindest zwei Städte im Nordkreis bieten das traditionell an: Alsdorf und Baesweiler.

In Herzogenrath und Würselen ist es auch schon fast Tradition, dass eben kein groß angelegtes Rudelgucken angeboten wird, zumindest sind solche nicht bei den Ordnungsämtern angemeldet. „Aus ordnungsbehördlicher Sicht sind wir auch nicht traurig, dass wir in Würselen kein Public Viewing anbieten“, sagt Bernd Schaffrath, Pressesprecher der Düvelstadt.

Einen solchen Versuch habe es vor Jahren einmal auf Burg Wilhelmstein gegeben, doch die Resonanz der Würselener Fußballfans sei ausgeblieben, erinnert sich Schaffrath. Der Lindenplatz böte sich an, „aber aufgrund der späten Anstoßzeiten würden sich die unmittelbaren Anwohner wohl bedanken“, zeigt Schaffrath Verständnis.

Im Herzogenrather Rathaus winkt man auf Nachfrage ebenfalls ab. Auch dort stuft man die Anstoßzeiten als „problematisch“ ein und ist ebenfalls nicht betrübt, dass es keine Massenveranstaltungen in den späten Abendstunden geben wird.

Gut gefüllt soll hingegen der Innenhof der Baesweiler Burg sein, wenn Jogis Jungs versuchen die Gruppenphase zu überstehen – und im Idealfall sogar das Finale erreichen. „Das wird wie bei den Fußball-Events in der Vergangenheit wieder eine einmalige Atmosphäre im Burghof“, freut sich Willi Köhnen, Betreiber des Restaurants Löwenherz, der das Rudelgucken organisiert. Alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden auf drei Großbildleinwänden übertragen. Das Motto der Veranstaltungen: „Da simmer dabei!“

Fußball-Rundumversorgung

Vom beschaulichen Baesweiler nach Alsdorf zum Großevent, das nicht nur die Einheimischen anlockt: Dort bietet der Cinetower wieder eine Rundumversorgung in Sachen Fußball-Liveübertragung, verspricht Gastronomie-Betreiber Stephan Hanrath.

Zum Rudelgucken vor dem Tower lädt dann wieder eine 20 Quadratmeter große LED-Leinwand ein, die sich bereits bei der WM bewährt hat. Das Gute an ihr: „Sie ist tageslichttauglich und bietet ein tolles Sehvergnügen“, verspricht Hanrath. Und das nicht nur für die deutschen Spiele: „Wenn das Wetter mitspielt, dann zeigen wir alle Begegnungen ab 18 Uhr.“

Man rechnet mit großem Andrang, vielleicht auch deshalb, weil kein Eintritt erhoben wird. Auch mehrere Kinosäle werden zu den Übertragungen der deutschen Spiele geöffnet: „Dort gibt es dann zudem ganz spezielle Fan-Angebote“, stellt Hanrath in Aussicht. Die Hubertusstraße, so wünscht er sich, soll zur Alsdorfer Fanmeile werden, mit ausgelassener Stimmung – und friedlich.

Stadionatmosphäre verspricht sich Hanrath auch von der Tribühne, die bereits bei der Weltmeisterschaft 2010 größte Beliebtheit genoss.

Abgestimmt ist der vierwöchige Veranstaltungsmarathon mit dem Alsdorfer Ordnungsamt, das „die Security unterstützt, die für Ruhe und Ordnung sorgen soll“, sagt Amtsleiter Jürgen Kochs.

Die Straße vor dem Cinetower wird abgesperrt, um ungestörten Fußball-Genuss zu gewährleisten. Dieser darf in Alsdorf bis maximal 1 Uhr nachts dauern. Was im Übrigen auch für das inoffizielle Rudelgucken im heimischen Garten gilt, betont Kochs: „Für private Veranstaltungen gelten die gleichen Auflagen wie für gewerbliche. Nach den Spielen sollte Ruhe sein.“

Ob das so gelingt, wenn das deutsche Team mit begeisterndem Fußball die Massen auf die Straßen bringt? Autocorsos haben sich bei vergangenen Meisterschaften als wahre Renner erwiesen und sind auch 2014 wieder zu erwarten. „Hier sind wir in Absprache mit der Polizei“, sagt der Ordnungsamtsleiter. Unterstützung gibt es vom Eigenbetrieb technische Dienste. An neuralgischen Plätzen deponieren die Männer vom Bauhof Absperrungen, die die Polizei nutzen kann, um die Innenstadt „dicht zu machen“ für die feiernden Fans rund um Cinetower und vor allem dem Denkmalplatz.

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