Baesweiler - Psychothriller und Krimis sind besonders gefragt

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Psychothriller und Krimis sind besonders gefragt

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Zu bestimmten Tageszeiten knubbelt es sich regelrecht bei der Baesweiler Bücherbörse. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Eigentlich würde Sabine Pitz gerne das tun, was fast alle möchten: Sich ihrer Lust hingeben und kaufen, kaufen, kaufen. Doch die Standinhaberin bei der 5. Baesweiler Bücherbörse diszipliniert sich.

„Wenn ich mehr Bücher nach Hause schleppe als ich hierher gebracht habe, kriege ich die rote Karte von meiner Familie gezeigt”, lacht sie.

Sie sitzt zwar in der „Ecke” der Alten Scheune, in der die Börse untergebracht ist, aber über mangelnde Kundschaft kann sie sich nicht beklagen. Sabine Pitzens Kundin Marlu Wienold hakt ein und erklärt: „Hier hinten ist es etwas ruhiger. Man kann mit mehr Muße suchen.” Wienold möchte gerne etwas übers Töpfern - also eher ein „Schätzchen” - finden.

Arbeit mit Jugendlichen

Ähnlich groß sind die Ansprüche von Sabine Pitz, die nicht nur verkaufen will, sondern auch was für sich sucht. Sie, die Mitarbeiterin einer Jugendeinrichtung in Heinsberg, sucht eher Fachbücher. Schriftstücke, in denen die Arbeit mit Jugendlichen beschrieben wird. Und da ist sie auch fündig geworden.

Am Morgen, ganz zu Beginn der Börse, hat sie die Stände abgegrast und ein Kochbuch gefunden. Mit Angelika Schmidt - die langjährigen Freundinnen teilen sich einen Stand - führt Sabine Pütz auch ein paar Renner: Denn besonders gefragt sind Psychothriller und Krimis. „Die gehen ebenso wie Kinderbücher besonders gut.”

Schlägt die Wirtschaftskrise auch auf dem Büchermarkt durch? Das verneint Sabine Pitz: „Die Bücher sind doch fast alle im Niedrigpreisniveau, also merkt man von einer Krise in dieser Hinsicht nicht viel.” Was aber auch an ihrem Stand auffällig ist: Kinderbücher sind keine mehr da. „Die sind meist als erstes weg”, kommen die Interessenten schon im Großaufgebot zur Öffnung der Minimesse.

Das bestätigt auch Helmut Seeliger. Der 61-jährige Stadtbedienstete Baesweilers hat es sich direkt neben der Eingangstür gemütlich eingerichtet. Auch er hat an exponierter Stelle seine Kinderbücher schon komplett abgesetzt.

Für „Kinder” aus den 50er und 60er Jahren hat er auch einige Schätzchen. Karl-May-Bände liegen unter dem Tisch. Kann man sich von so etwas so einfach trennen? „Ja natürlich, irgendwann muss man das mal loslassen. Ich kann doch nicht alles aufbewahren”, grinst der Bauhof-Mitarbeiter. Sein Geschäft läuft - wie bei allen Standbetreibern und sogar bei Brötchenverkäuferin Jessica Offermanns - „ziemlich gut”.

Für den Nachmittag setzt Seeliger auf die Biker, die das schöne Wetter nutzen und - hoffentlich - die Bücherbörse anbrausen werden. Denn er ist sicher: Sein Bildband „Bikers Motorradreisen” wird auch seinen neuen Besitzer finden.

Reich wird Seeliger durch die Verkäufe nicht werden. „Ich mach´ das aus Spaß an der Freude”, sagt er, der zum fünften Mal dabei ist. Ebenso wie die Bibiliotheksleiterin Elke Tetz. Die Chefin ist sehr zufrieden und trägt die entsprechende Miene auch gerne zur Schau.

„Es ist doch schön, dass die alten Bücher nicht in den Bücherhimmel geschickt werden und stattdessen hier neue Besitzer finden”, ist die Leiterin beglückt. Interessant für Tetz und Co. ist es auch, dass nicht nur Bücher neue Freunde und Besitzer finden. Auch Videos und CD´s sowie Spiele gehen über den Tisch.

Als gegen 17 Uhr die Tore geschlossen werden, lautet die vielgestellte Frage an Elke Tetz: „Wann wird die sechste Bücherbörse ausgetragen?” Im Herbst? Vielleicht?!
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