Protest gegen Krieg

Von: nk
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Trommeln für den Frieden: Die
Trommeln für den Frieden: Die Gruppe Kankouran der Realschule Würselen bereicherte das Programm bei der Kundgebung im Alten Rathaus. Foto: Nina Krüsmann

Würselen. Eine Kundgebung der Würselener Friedensinitiative fand jetzt aus Anlass des 10. Jahrestags des Kriegsbeginns in Afghanistan mit deutscher Beteiligung im Alten Rathaus statt.

Die Initiative fordert den sofortigen Abzug der Bundeswehr sowie Afghanistan zivil zu helfen. Zusammen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen wurde bei der Kundgebung der Tausenden von Toten gedacht.

Barbara Krude moderierte den Abend, der von der Trommelgruppe Kankouran der Realschule Würselen unter der Leitung von Ulla Kranhold musikalisch eröffnet wurde.

Krude erinnerte daran, dass in Afghanistan seit etwa 30 Jahren mit wechselnden Gegnern Krieg geführt werde. Der Krieg mit deutscher Beteiligung habe in den vergangenen zehn Jahren 30.000 bis 40.000 Menschen das Leben gekostet habe. Marius Hänel von der Linksjugend Aachen forderte Geld für Bildung statt für Bomben und beschwerte sich über Werbemethoden der Bundeswehr in Schulen.

Birgit Leisten trug Antikriegsgedichte von Ingeborg Bachmann, Erich Fried und ihrem Mann Christoph Leisten vor. Harald Claßen begleitete das Programm einfühlsam mit Klarinettensoli.

Hauptredner des Abends war Jürgen Heiducoff, Oberstleutnant a.D., der von 2005 bis 2008 in Afghanistan stationiert war und bis heute regelmäßige Kontakte zu afghanischen Freunden in Kabul pflegt. Er sprach über die Eskalation des zehn Jahre andauernden Krieges des Westens am Hindukusch und erinnerte an das unermessliche Leid der Menschen in einem Land, das zu den ärmsten der Welt gehört, und an die ständig steigende Zahl der getöteten, verletzten und traumatisierten Menschen.

Da er bereits vor mehr als vier Jahren während seiner Dienstzeit als militärischer Berater an der deutschen Botschaft in Kabul diesen Krieg mit seinen zivilen Opfern als unerträglich empfunden habe, hat er 2007 in einem Brief an den damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier seine Kritik geäußert. Auf eine Antwort des Außenministeriums warte er heute noch. Doch eine Reaktion habe es gegeben, und zwar seine Ablösung vom Dienstposten.

Heiducoff schloss seinen Vortrag mit dem Appell: „Dies ist nicht mein Krieg! Dies ist nicht unser Krieg! Wir lassen es nicht zu, dass unsere demokratischen Werte in Kriegen der Nato vor aller Welt diffamiert werden. Wir fordern von unseren Politikern: beendet den Krieg in Afghanistan, verhindert weitere Kriege der Nato, folgt den Vorgaben unseres Grundgesetzes. Krieg ist nie die Lösung!”

Mit der „Todesfuge” von Paul Celan, in der immer wieder die anklagenden Worte: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland” zitiert werden, leitete Helene Klein über zu dem zweiten Hauptthema des Abends, der Verurteilung des deutschen Waffenhandels. In einer eindringlichen szenischen Darstellung der Rede Jürgen Grässlins, die er anlässlich der Verleihung des diesjährigen Aachener Friedenspreises gehalten hat, wurde die Tatsache angeprangert, dass Deutschland weltweit der Drittgrößte beim Geschäft mit dem Tod sei. Eindrucksvoll: Jürgen Hohlfeld als Waffentod, Ursula Best in der Rolle der Kanzlerin und Ansgar Klein als Sprecher.

Fast alle Anwesenden unterschrieben die Forderung der von Grässlin initiierten „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel”, die darauf zielt, den Artikel 26 (2) des Grundgesetzes durch den Satz zu ergänzen: „Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter werden grundsätzlich nicht exportiert.”
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