Würselen - Protest der Reiter hat Erfolg: Wurmbrücke wird umgeplant

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Protest der Reiter hat Erfolg: Wurmbrücke wird umgeplant

Von: Georg Pinzek
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Gute Aussichten: Der provisorische Brückenschlag hat zwar noch länger Bestand, aber die neue Brücke an der Wolfsfurth soll aber auf alle Fälle nicht mit Fenstern im Boden ausgestattet werden. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Wiehernde Amtsschimmel sind nicht nur im Umfeld der Soers unbeliebt. Von Pferdeliebhabern wurde jetzt solch einer in die Flucht geschlagen. Die Brücke an der Wolfsfurth, so wie ursprünglich geplant, wird nicht realisiert.

Während unweit des Wurmtals auf dem Lousberg temporäre Gärten den Pferdelandpark zieren, wurde am nord-östlichsten Zipfel des Euregionale-Projekts eine temporäre Brücke installiert - und die hat länger Bestand als vorgesehen. Einen Anspruch auf Kunst wird für das hölzerne Provisorium freilich niemand reklamieren.

Warum auch? Dient es doch auch nur als Notlösung für die nicht umsetzbare Konstruktion des Rotterdamer Architekten Lars Spuybroek. Auf massiven Druck der Reiter musste auf der Baustelle im Grünen umgeplant werden.

Im Rahmen von Hochwasserschutzmaßnahmen, die der Wasserverband Eifel-Rur für über 1,27 Millionen Euro im Wurmtal umsetzt, wurde das alte Brückenbauwerk vor Monaten schon abgerissen. Im April, spätestens Mai, sollte ein moderner Brückenschlag erfolgen.

Doch der hätte spektakuläre Folgen gehabt. Die CHIO-Marathonstrecke der Fahrer, die an der Wolfsfurth über die Wurm führt, wäre gekappt worden. Denn Fenster im Boden der geplanten Brücke und geschwungene Holzstäbe, die von vorne wirken wie ein Tunnel, das hatte die Reiter scheu gemacht.

Sie befürchteten, dass die Brücke zum unüberwindlichen Hindernis für so manches Pferd oder Gespann wird. Aber nicht nur die Pferdesportler des ALRV verweigerten der geplanten Konstruktion die Zustimmung.

Auch die Hobbyreiter aus den umliegenden Reitställen, allen voran vom Teuterhof, hatten massive Bedenken angemeldet.

So hatte sich auch der Landesverband Rheinland des Pferdesports der Sache angenommen und bei der Aachener Stadtverwaltung als zuständige Planungsbehörde eine Eingabe gemacht.

Pressesprecher Axel Costard berichtete nun von einer „einvernehmlichen Lösung”, die bei einem Gespräch mit allen Beteiligten gefunden worden sei.

Man habe sich auf einen Entwurf geeinigt, der allen Interessen gerecht werde. Da es nun zu Verzögerungen beim Bau der neuen Brücke komme, werde sie erst nach dem CHIO an der Wolfsfurth installiert.

Somit muss auch das Welt-Sportereignis mit dem Provisorium vorlieb nehmen. An der „Krisensitzung” nahm auch der Vorstandsvorsitzende des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), Frank Kemperman, teil.

Er bestätigte, dass die Pläne für die Brücke im Sinne des Pferdesports und der Freizeitreiter geändert werden: „Das freut uns. An der Runde haben neben dem Reiterverband und Fachleuten von Stadt und Kreis auch eine Menge weiterer Experten teilgenommen. Auch der Architekt war mit dabei. Nachdem wir ihm gesagt haben, was uns stört, hat er sehr traurig geguckt. Seinen Entwurf muss er aber teilweise in den Papierkorb werfen. Man hätte wissen müssen, dass dort nur für Fußgänger gedachte Kunst ein Problem werden kann. Zum Glück war es nicht zu spät für die Umplanung. Da ist ein Fehler gemacht worden. Aber das kann passieren. Hätten die Verantwortlichen die Reiter aber früher nach ihrer Meinung gefragt, wäre die Korrektur gar nicht nötig geworden. Mit der 2,50 Meter breiten Notbrücke kommen wir beim CHIO schon parat. Wir sind gespannt darauf, wie der Architekt seine Hausaufgaben jetzt erledigt.”
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