Projekt Tellerrand: Ehrenamtliche mit Gartenaffinität gesucht

Von: mabie
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Bernhard Ruhl sucht nach Menschen, die sich gerne ehrenamtlich mit Gartenarbeit beschäftigen. Foto: Markus Bienwald
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Selbst mit anpacken: Der ehemalige Vorsitzende Hermann Knopik streift derzeit täglich den Blaumann über, um eine neue Küche für den Tellerrand zu bauen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath/Würselen. Kühl und grau ist es dieser Tage auch auf einem Grundstück an der Friedhofstraße. In Straß findet sich ein Projekt, dass Menschen immer wieder über den eigenen Tellerrand blicken lässt. Denn dank des gleichnamigen Projekts, werden Menschen mit wenig Geld im Portemonnaie nicht nur mit köstlichen Mahlzeiten versorgt, sondern können ihre Tage auch mit Dingen verbringen, die ihnen neues Selbstwertgefühl auch in Zeiten von Arbeitslosigkeit bringen.

Dennoch ziehen am Horizont dunklere Wolken auf. So suchen Bernhard Ruhl vom Tellerrand und seine Mitstreiter nach Menschen, die gerne im Garten unterwegs sind, sich auskennen und ein Händchen für Menschen haben. Denn die Gartengruppen mit Mitarbeitern, die vom Jobcenter vermittelt werden, müssen derzeit ohne ehrenamtliche Leiter auskommen. „In unseren Gärten in Würselen und in Herzogenrath wird Menschen ohne Erwerbstätigkeit die Möglichkeit gegeben, sich mit Gartenbau zu beschäftigen“, erzählt Vorsitzender Ruhl bei einer Stippvisite auf dem herbstlichen Gartenacker. Das Einzige, was dort derzeit an einen Schrebergarten erinnert, sind die Furchen zwischen den Beeten in der einen Ecke und die übriggebliebenen Kürbisse gegenüber.

Ernte aus dem vergangenen Jahr

„In diesem Jahr wurde der Garten recht wenig genutzt“, zuckt er mit den Schultern, denn das meiste, was geerntet wurde, stammte noch aus dem Frühjahr, für eine angelegte Fruchtfolge und die Nachsorge des Gartens vor dem Winter fehlte es an Anleitung. „Im ersten Jahr, als wir keine Menschen mehr hatten, die mit unseren Mitarbeitern vor Ort im Garten waren, war das Gartenjahr noch gut überbrückbar“, so Ruhl. Zu dieser Zeit waren noch erfahrene Mitarbeiter dabei. Jetzt liegt ein Großteil des durch die Anlage und die Bodenbeschaffenheit ohnehin nicht gut nutzbaren Gartens beinahe brach. Auch die Hütte und das Gewächshaus bräuchten Zuwendung.

Das könnte sich ändern, wenn sich engagierte Menschen finden würden. Voraussetzungen gibt es insofern nur, als dass Zeit – vor allen in den Vormittagsstunden – und die Lust am Garten und daran, Menschen die Arbeit im Garten näherzubringen, dazugehören. „Der Garten war auch immer ein Stück der eigenen Ehre der Mitarbeiter“, sagt der im Tellerrand engagierte Wilfried Hammers. „Dazu kommt, dass die Menschen, die vom Jobcenter kommen, hier eine Tätigkeit vorfinden, die ihr eigenes Selbstbewusstsein stärkt“, schließt Bernhard Ruhl.

Auch der zweite Garten in der Würselener Neustraße ist mit in die Suche nach Engagierten eingeschlossen. „Und wir halten es mit dem Motto ‚Hacken statt spritzen‘“, sagt Ruhl, der sagt, dass hier die Ideale eines Schrebergartens ohne den Einsatz von Chemie verwirklicht werden. Auch hier hat der Tellerrand derzeit ein Problem, denn die Küche muss neu gebaut werden. Eigentlich ist Knopik im Ruhestand. Eigentlich, denn derzeit zieht er täglich den Blaumann über, um die neue Küche auszustatten. Der Ärger darüber, die eigentlich voll funktionstüchtige und noch genutzte Küche des Projekts einmotten zu müssen, um in Kürze mit einer im Internet ersteigerten Edelstahlvariante samt Kühlhaus getreu den EU-Richtlinien durchstarten zu können, ist Knopik deutlich im Gesicht abzulesen. Für diese Art und Weise, bürgerschaftlich engagierten Vereinen Steine in den Weg zu legen hat er nur zwei Worte: „Eigentlich unglaublich.“

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