Projekt „Ehrenamt für Familien und Senioren” überzeugt

Von: Beatrix Oprée
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Sind seit Jahren mit Begeister
Sind seit Jahren mit Begeisterung bei EFas aktiv: Matthias Zenner (l.) und Jürgen Matz. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Beim ersten Besuch war er noch etwas verhalten, doch dann fing der ihm anvertraute alte Herr an zu erzählen: von der Gefangenschaft, dem Wiederaufbau der Heimat, den vielen kleinen Ereignissen im gesellschaftlichen Leben. „Das sind Dinge, die stehen in keinem Geschichtsbuch”, berichtet Matthias Zenner.

Seit zwei Jahren setzt er sich bei EFas - Ehrenamt für Familien und Senioren - ein. Der heute 60-Jährige hatte im Außendienst gearbeitet, war es gewohnt mit Menschen umzugehen. Das sollte im Ruhestand nicht anders werden.

Das vom Jugendamt und dem städtischen Koordinationsbüro „Rund ums Alter”, der Caritas-Servicestelle für Familiengesundheit „moliri”, dem Lokalen Bündnis für Familie sowie dem FrauenKomm aufgelegte generationsübergreifende Hilfe- und Unterstützungsprojekt unter dem Motto „Jung für Alt, Alt für Jung” weckte sein Interesse. 2008 begründet, vermittelt es Hilfsangebote für Senioren sowie Familienpatenschaften.

Das Konzept überzeugte, wurde 2010 mit dem „Prädikat familienfreundlich” der Städteregion ausgezeichnet. Bewusst, so sagt der zweifache Großvater Zenner, habe er sich für die Arbeit mit Senioren entschieden. Und ist froh darüber, denn der 92-Jährige, den er wöchentlich trifft, ist ihm nicht nur Freund, sondern auch Vorbild geworden: „Er ist sehr aktiv, betreut sogar seinerseits noch Menschen in einem Seniorenheim. Davon kann ich wiederum lernen.”

Als Bereicherung empfindet auch der 68-jährige Jürgen Matz sein Ehrenamt. Der pensionierte Sonderschullehrer wollte weiter mit Kindern zu tun haben. Er gehörte zu den acht Interessenten, mit denen EFas an den Start ging. Max war sein erstes „Patenkind”, dem er zur Fachhochschulreife verhalf: „Ich bin selbst über den zweiten Bildungsweg Lehrer geworden”, sagt er. „Seinerzeit wurde mir auch geholfen, jetzt kann ich etwas zurückgeben.”

20 Frauen und acht Männer sind derzeit bei EFas engagiert. „Aber der Bedarf wächst”, berichten Monika Jentzen-Stellmach und Ivanka Radocaj von „moliri”. Mit Bernd Krott, Bereichsleiter Jugend und Soziales, Mirjam Küpper (Koordination rund ums Alter) sowie Gleichstellungsbeauftragter Birgit Kuballa und Frauenkomm-Geschäftsführerin Gabriele Allmann stehen sie den Ehrenamtlern mit Rat und Tat zur Seite. Schulungen zu Versicherungs- und Haftungsfragen, pädagogischen Aspekten, Demenz, Kindeswohlgefährdung oder Haushaltsorganisation sind der Auftakt.

Monatliche Reflektionstreffen dienen dem wichtigen steten Austausch. Bürgermeister Christoph von den Driesch lobt das „hervorragende und gute Projekt” und den Einsatz eines jeden Einzelnen: „Es kann immer noch mehr geben, die sich engagieren.”

Wer flexibel ist, sich gern auf Neues einlässt, zuverlässig Absprachen einhält und vorurteilsfrei handelt, ist willkommen zur nächsten EFas-Qualifikationsphase mit sechs Schulungseinheiten à drei Stunden, die am 8. März beginnt.

Infos - auch für jeden, der Unterstützung sucht: Koordinationsbüro „Rund ums Alter”, Tel. 02406/83-430, oder FrauenKomm.Gleis1, Tel. 02406/9797-32. Informationsbroschüren liegen an vielen öffentlichen Stellen zur Mitnahme bereit.

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