Pläne für Merzbrück-Erweiterung in der Warteschleife

Von: ehg
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Neue Perspektive: Die Szenerie in Merzbrück wird sich verändern. Das geplante Gewerbegebiet soll nahe der A44-Anschlussstelle Broichweiden (im Bild oben rechts) im Eck A44 und B264 (rechts) bis zu den Flugplatzgebäuden entstehen. Foto: Markus Schuldt

Würselen. Auf einem 19 Hektar großen Areal soll nach dem mehrheitlichen Willen des Rates zwischen Kreisstraße 34 (Osttangente), Bundesstraße 264 und Flugplatz Merzbrück ein städtebaulich gestalteter hochwertiger Gewerbestandort entstehen.

Planer Ajo Hinzen vom Aachener Büro BKR sprach in der Bürgerversammlung, in der unter Leitung des Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung, Karl-Jürgen Schmitz, der Vorentwurf für den Bebauungsplan 182 a präsentiert wurde, von einer Visitenkarte für die Städteregion Aachen, besonders für Würselen.

Er soll ein Anziehungspunkt für qualitätsbewusste flugplatzaffine Gewerbebetriebe auf der grünen Wiese werden. Es handele sich nicht nur wegen der verkehrlichen Anbindung an die beiden Autobahn, sondern vor allem wegen des angrenzenden Flugplatzes um einen äußerst verkehrsgünstigen Standort.

An das Straßennetz angeschlossen werden soll das Gewerbegebiet über zwei Kreisverkehre an der Osttangente und an der B264. Dass das Gebiet wegen des Zuschnitts nicht leicht zu überplanen sei, gab Hinzen zu bedenken.

Vor allem schränke die Nato-Kerosin-Pipeline mit ihrem Schutzstreifen, die das Gelände auf einer Länge von 570 Metern durchzieht, die gestalterische Flexibilität ein.

Wegen einer Verlegung, wodurch 3482 Quadratmeter gewonnen würden, sind erste Gespräche mit der Bundeswehrverwaltung geführt worden. Dies bestätigte der Baudezernent des Kreises Aachen, Uwe Zink, der auch zu Fragen des Flugplatzes Stellung nahm.

Die Pläne für dessen Erweiterung und Verschwenkung würden öffentlich präsentiert, sobald alle erforderlichen Unterlagen vorlägen. Planer Hinzen rechnete hoch, dass nördlich des Flugplatzes Merzbrück rund 1500 neue Arbeitsplätze entstehen könnten.

Es wurden von den Anliegern zu der vorgestellten Planung für das Gewerbegebiet nicht nur Detailfragen aufgeworfen. Vielmehr wurde auch angesichts der Leerstände im Gewerbepark Aachener Kreuz dessen Bedarf kritisch hinterfragt.

Einmalige Lage

Vorsitzender Karl-Jürgen Schmitz räumte dafür zwar eine gewisse Fluktuation ein, sprach aber dennoch von einer „stabilen Auslastung”.

Aus der Versammlung war zu vernehmen, dass es sich bei den Leerständen überwiegend um Mietobjekte handele, weniger um Gebäude, die von den Firmen für den eigenen Bedarf errichtet worden seien.

Schmitz mit Blick auf die Zukunft der Stadt: „Wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass in dieser einmaligen Lage neue Arbeitsplätze entstehen können.” Zink: „Jede Kommune muss für mögliche Investoren entsprechende freie Flächen vorhalten.”

Thematisiert wurde von den Anliegern auch der Lärmschutz. Dass er nach dem Ausbau der A44 über die Ausfahrt Broichweiden an der Autobahn hinaus realisiert werden soll, bekräftigte Fachbereichsleiter Manfred Schmitz-Gehrmann.

Er teilte mit den Anliegern die Auffassung, dass die Park- and Ride-Plätze fertig sein müssten, bevor sich neue Gewerbetriebe nördlich des Flugplatzes ansiedeln.

Inwieweit Lärm vom neuen Gewerbegebiet ausgehe, werde - so Planer Hinzen - nach dessen Besiedlung geprüft. Dazu müsse ein Gutachten erstellt werden.

Nach der Abfolge der einzelnen Maßnahmen gefragt, legte Zink dar, dass erst die Kreisstraße 34 fertiggestellt und die Verschwenkung des Flugplatzes erfolgt sein müssten, ehe an die Realisierung des Gewerbegebietes herangegangen werden könne. „Die Erschließung und Vermarktung wird am Ende der drei Maßnahmen stehen.”

Ein Bebauungsplan ist nicht nur für das 19 Hektar große Areal in der Mache. Neben dem 182 a wird noch ein Plan 182 b aufgestellt, damit sich der dort ansässige Landhandel nach Norden erweitern kann.

Die Nutzung wird dahingehend eingeschränkt, dass sich dort nur Gebäude zur Be- und Verarbeitung land- und forstwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie zu deren Lagerung errichtet werden dürfen, eingeschlossen Betriebswohnungen.

Nach Anhörung der Anwohner werden die vorgetragenen Bedenken und Anregungen vom zuständigen Ausschuss gewichtet. Nach einer möglichen Überarbeitung der Bebauungspläne werden sie öffentlich ausgelegt. Dann werden sich die Anwohner Broichweidens dazu noch einmal zu Wort melden können.
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