Plädoyer für ein gegliedertes Schulsystem

Von: Daniel Gerhards
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CDA auch in Roda: (v.l.) Marie
CDA auch in Roda: (v.l.) Marie-Theres Sobczyk, CDU-Stadtverbandsvorsitzende, Oliver Wittke, Generalsekretär der NRW-CDU, und Gudrun Ritzen, Kreisvorsitzende der CDA im Gespräch. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath. Als Oliver Wittke ans Rednerpult trat, kippte eines der drei CDU-Banner, die hinter ihm aufgestellt waren, um. Dieser Absturz sollte aber auch angesichts schlechter Umfragewerte für die Union nicht symbolisch gemeint sein.

Denn der Landespolitiker attestierte seiner Partei gute Arbeit im Düsseldorfer Landtag. Zugleich ging er - so ist es üblich für einen Generalsekretär in der Opposition - hart mit der Landesregierung ins Gericht.

Zur offenen Mitgliederversammlung der Herzogenrather CDU waren am Mittwoch viele Parteianhänger und einige weitere interessierte Bürger gekommen, um sich Wittkes Bilanz zum ersten Jahr der rot-grünen Minderheitsregierung anzuhören. Wittke warf Ministerpräsidentin Kraft vor, sich zu sehr an die Linke zu binden. „Sie wollte eine Koalition der Einladung etablieren - über Fraktionsgrenzen hinweg und parteipolitisches Klein-Klein. Heute stellen wir fest, dass es eine informelle Rot-Rot-Grüne Koalition gibt.”

„Sparen Gebot der Stunde”

Die Düsseldorfer Regierung habe es zudem verpasst, das Land auf Sparkurs zu bringen. Rot-Grün betreibe „präventive Sozialpolitik”, erklärte der Konservative. Und damit stehe NRW alleine da: „Ganz Europa hat verstanden, dass Sparen das Gebot der Stunde ist.” Zudem leiste sich NRW als Nehmerland im föderalen Länderfinanzausgleich Dinge, die nicht mal die Geber finanzieren könnten. So seien Studiengebühren in Bayern und Baden-Württemberg unumstritten.

In der Schulpolitik setzt Wittke weiter auf ein gegliedertes System. Schon angesichts des christlichen Menschenbilds, das die Union vertrete, müsse man die Kinder in unterschiedlichen Schulformen unterrichten. „Jedes Kind wurde mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet. Darum ist die Förderung in einem gegliederten Schulsystem nötig.” Das bestärke die Herzogenrather CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Vize-Bürgermeisterin Marie-Theres Sobczyk ihrer Linie treu zu bleiben. Man wolle alle Schulformen, die zurzeit in Herzogenrath präsent sind, erhalten. „Für uns stehen die Kinder und die individuelle Förderung im Vordergrund”, sagte Sobczyk.

Auch Rodas Bürgermeister Christoph von den Driesch richtete Worte an seine Parteifreunde. Er bat um Verständnis, dass er als Bürgermeister ohne CDU-Ratsmehrheit nicht „durchregieren” könne. Für ihn gelte es daher, einen moderateren Ton anzuschlagen als die Partei.

Sobczyk erklärte des weiteren, dass die Herzogenrather CDU die Gründung einer CDA innerhalb der Partei anstrebe. Im Arbeitnehmerflügel der Konservativen gehe es darum, Interessen von Arbeitern und Angestellten von der Basis bis an die politische Spitze zu tragen, erklärte die CDA-Kreisvorsitzende Gudrun Ritzen. Sie sagte, dass die christdemokratischen Arbeitnehmer für einen Mindestlohn in Höhe von 7,79 Euro einstünden: „Menschen die arbeiten gehen, sollten deutlich mehr Geld haben, als die, die nur auf der faulen Haut liegen.”
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