Philosophien über typische Streitereien in der Nachbarschaft

Von: Daniel Gerhards
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Jürgen Beckers Isch glaub et Disch
"Isch glaub et Disch": Jürgen Beckers weiß zu jedem Thema Witziges zu berichten. Da ist es egal, ob es sich um Gardinen, Stehleitern oder das geliebte Auto handelt. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Einen Vorgeschmack auf Jürgen Beckers neues Programm gab es im Kulturzentrum Burg Baesweiler. Im Rahmen der Reihe „Kultur nach Acht” gab Beckers vor ausverkauftem Haus eine „Vorpremiere” seines neuen Bühnenprogramms „Isch glaub et Disch”.

Eines bleibt auch im neuen Programm wie immer: Es gibt kaum ein Thema, zu dem Beckers keinen witzigen Schwank zu erzählen weiß. Beispielsweise Fenster. Schnell wurde dem Zuhörer klar, Fenster sind mehr als architektonische Notwendigkeiten, um Licht in Gebäude zu lassen. Was Beckers dazu einfällt: „Früher waren mehr Gardinen.” In beinahe jedem Fester hing ein solcher Sicht- und Sonnenschutz.

„Früher waren mehr Gardinen”

Und da es früher mehr Gardinen gab, wurden auch öfter welche auf- und abgehängt. Und das ist gar nicht so ungefährlich. Wacklige Hocker brachten schon unzählige Ehemänner ins Bardenberg Krankenhaus. Die müssen typischerweise helfen, wenn die Gardinen gewaschen werden müssen. Damit man nicht fällt, also lieber rauf auf die Stehleiter. „Die heißt Stehleiter, weil die Frau daneben steht” - und Anweisungen gibt.

Früher gab es in den Fenstern aber nicht nur mehr Gardinen. Sondern dort traf man auch auf schaulustige Nachbarn. „In-den-Fenstern-liegen ist auch weniger geworden”, stellte Beckers fest. Einen Vorteil hatte das: Jeder wusste sofort, was auf der Straße los war. So schnell kann man heute gar nicht googeln, um an die Informationen zu kommen.

Aber das hat auch Schattenseiten. „Nicht jeder, der seine Nachbarschaft beobachtet, macht das wohlwollend.” Beckers: „Wehe, Du stellst die blaue Tonne raus, wenn die gelbe raus gehört. Dann bist Du sofort beim Ordnungsamt angeschissen.”

„Was uns am liebsten ist”

Beckers erzählte und witzelte zudem „über das, was uns am liebsten ist”. Na klar: „Der Auto.” Besonders wichtig: Die Karosse muss heil durch den Straßenverkehr kommen. „Wenn mich wat an der Auto kommt - isch glaub et Disch.” Die Furcht vor dem Defekt ist für Beckers vollkommen berechtigt. „Wenn man mit seinem Auto in eine Werkstatt fährt, könnte man eigentlich auch sein ganzes gespartes Geld auf den Boden werfen und sagen: Guck mal, ob das reicht.”

Dank der originalgetreuen Imitation der Geräusche, die sein Auto beim Anlassen macht, bekam Beckers auch prompt die erste, aufschlussreiche Diagnose des Kfz-Schlossers: „Ich glaub, da muss mal einer nach gucken.”
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