Würselen - Pflegeleichte Gräber liegen im Trend

Pflegeleichte Gräber liegen im Trend

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
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Fast 25 Prozent der Gräber in Würselen werden von den KDW gepflegt. Foto: Georg Pinzek
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Erst seit einigen Monaten im Angebot: Grabstätten unter Bäumen. Foto: Georg Pinzek
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Die Blumen auf Urnenreihengräbern/Rasen sind eigentlich nicht erlaubt. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Von wegen nach dem Tod sind alle gleich. Bei der letzten Ruhe auf den Friedhöfen gibt es eine ganze Reihe an Unterschieden. So fällt auch in der Stadt Würselen die Wahl der Hinterbliebenen bei der Bestattung der Toten immer weniger auf das klassische Wahlgrab.

Immer stärker gefragt sind Reihen- und Urnengräber auf Rasenflächen. Auch Urnenstelengrabkammern werden mehr gebucht. Pflegeleicht sollen die Ruhestätten sein. Das ist der Zeitgeist.

Die Gesellschaft ist im Wandel mit sichtbaren Auswirkungen auf die Bestattungskultur. Die Zahl derer steigt, die sich nicht mehr um die klassischen Familiengräber kümmern können oder wollen. Eine zeitintensive Grabpflege hat da oft keinen Platz mehr. Gräber für Särge und Urnen unter Rasenflächen, vor ein paar Jahren nach amerikanischem Vorbild eingeführt, liegen im Trend. Trotzdem halten nicht wenige auch bei diesen Grabstätten an Trauerritualen fest, wie dem Aufstellen von Grabkerzen und dem Ablegen von Blumen.

„Das ist aber auf den Rasenflächen eigentlich nicht gestattet“, erklärt Franz-Josef Mahr, Leiter der Kommunalen Dienstleistungsbetriebe Würselen (KDW). „Blumen und Kerzen können wir daher nur dulden bis zur nächsten Pflege der Rasenflächen. Spätestens dann müssen wir sie abräumen. Das hat schon wiederholt für Unmut gesorgt“, weiß Mahr. Ohnehin ist der Pflegeaufwand für einen Friedhof eine wahre Herkulesaufgabe, die die Mitarbeiter der KDW zu stemmen haben. „Ein gutes Erscheinungsbild der Friedhöfe ist uns wichtig, um den Hinterbliebenen und Friedhofsbesuchern ein friedvolles und pietätvolles Ambiente zu schaffen“, betont Mahr.

Parkähnliche Anlagen

Dass sich die parkähnlichen Anlagen der Würselener Friedhöfe in einem ausgesprochen guten Zustand präsentieren, ist für eine Stadt mit Finanzsorgen aber keine Selbstverständlichkeit. Dabei muss die Stärkungspakt-Kommune auch bei pflegeintensiven Grünanlagen den Rotstift ansetzen. Bei der Suche nach Einsparpotenzialen spielte die sich wandelnde Nachfrage nach Bestattungsformen den Verantwortlichen bei der KDW in die Hände. Toni Drießen und Brigitte Klöcker leisteten bei der Einführung neuer Bestattungsmöglichkeiten eine wahre Fleißarbeit bei Planung, Kalkulation und Satzungsänderung in Rekordzeit.

Urnenreihengräber unter Bäumen werden seit gut einem Jahr angeboten. 33 Bestattungen dieser Art listet die KDW allein in der Statistik 2012 auf. Nicht auf allen Friedhöfen gibt es das Angebot, weil die jeweiligen Flächen dafür nicht vorhanden sind. In Bardenberg, Weiden und St. Sebastian ist das möglich. Die Baumgrabstätten werden sowohl als Urnenreihengrabstätten als auch als Urnenwahlgrabstätten angeboten. Die Ruhestätten sind halbkreis- oder kreisförmig um jeweils einen Baum im äußersten Kronenbereich angeordnet. Die Asche der Toten muss in leicht zersetzbaren Urnen beigesetzt werden. Hinzu kommen Gräber mit Stelen in Rasenflächen, die 2012 schon 14-mal gewählt worden sind.

Diese Grabart gibt es in der Städteregion Aachen nur in Würselen. Dabei besteht die Möglichkeit, Vasen, Schalen und Lampen abzusetzen, um so der Trauer Ausdruck zu verleihen, was eben sonst bei Gräbern auf Rasenflächen nicht dauerhaft möglich ist. „Das ist aber wichtig für die Trauerarbeit. Die Hinterbliebenen überschauen oft nicht bei der Wahl der Bestattungsform, wie wichtig das für sie einmal sein könnte“, sagt Mahr. Diese Grabart ist als normales Grabfeld angelegt und entspricht in seinen Abmessungen dem eines herkömmlichen Reihengrabs.

Die Grabanlage besteht aus einer Grundplatte in einer Größe von 90 mal 40 Zentimetern und einer Stärke von acht Zentimetern. Sie ist dem Gelände angepasst ebenerdig zu verlegen. Die Form der Grabstele ist frei wählbar, darf aber bestimmte Grundmaße nicht unterschreiten. Die Höhe ist bis 100 Zentimeter frei wählbar. Um mehrere 1000 Quadratmeter wurde durch diese Grabart die öffentliche Grünfläche reduziert.

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