Alsdorf - Pfarrhaus St. Castor als Anlaufstelle für Arbeitslose

Weltmeisterschaft Weltmeister WM Pokal Russland Fifa DFB Nationalmannschaft

Pfarrhaus St. Castor als Anlaufstelle für Arbeitslose

Von: Anja Klingbeil
Letzte Aktualisierung:
weisgerber2sp
Will „Frauen stärken”: Uschi Weisgerber (l.) kocht auch gemeinsam mit den Teilnehmerinnen, hier mit Helga Nebel. Foto: Anja Klingbeil

Alsdorf. Vielleicht ist die Arbeit von Uschi Weisgerber manchmal nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Entmutigen lassen will sich 52-Jährige davon aber auf keinen Fall. Uschi Weisgerber, ehemals Pastoralreferentin, koordiniert das Projekt „Frauen stärken”.

Gegründet wurde die Anlaufstelle im Pfarrhaus von St. Castor für arbeitssuchende Frauen im September 2006. Träger sind die KAB sowie die Unio-Gemeinden in Alsdorf. „Wir wollten etwas für Frauen tun, die am Rande der Gesellschaft leben”, erinnert sich Uschi Weisgerber.

Und so gleicht sich der Werdegang der Hilfe suchenden Frauen, auch wenn jede von ihnen ihre eigene Geschichte zu erzählen hat. Uschi Weisgerber hört ihnen zu und sortiert, welche Reihenfolge an Hilfe nötig ist.

Da ist etwa Michaela. Die 26-Jährige wurde von ihrem Partner verlassen, der ihr und ihren Kindern vieles aus der Wohnung weggenommen hat.

Sie besitzt weder Kontovollmacht, noch Bargeld, sie hat Angst, dass ihr Ex-Freund sie verfolgt. Sie ist verschuldet, es fehlt an Essen, Kleidung, Arbeit und Möbeln.

Uschi Weisgerber begleitet Frauen wie Michaela. „Ich verstehe meine Arbeit als exemplarisches Handeln”, sagt Uschi Weisgerber. Nach dem Abitur 1975 hat die Düsseldorferin Theologie studiert.

Rund 50 Frauen betreut Uschi Weisgerber - unterschiedlicher Konfession und Herkunft. „Die Frauen, haben oftmals ein Selbstwertgefühl, mit dem sie unter der Tür durchkommen”, erzählt Uschi Weisgerber. „Ich wollte quasi gar nicht mehr aus meiner Wohnung”, erzählt Helga Nebel.

Die 35-Jährige sucht regelmäßig Hilfe im Projekt „Frauen stärken”, besucht etwa das Frauencafé. „Uschi hat es geschafft, dass ich wieder selbständiger und mutiger werde, dass ich nicht länger vor meinen Problemen davon laufe”, sagt Nebel, die mittlerweile eine Umschulung macht und kurz davor ist, in den ersten Arbeitsmarkt zurückzukehren. Es sind solche positiven Beispiele, solche Erfolgserlebnisse, die Uschi Weisgerber nie an ihrer Arbeit zweifeln lassen. „Ich habe zu den Frauen ein großes Vertrauensverhältnis aufgebaut, was sie mir erzählen, das bleibt hier in diesen Räumen.”

Bevor Uschi Weisgerber nach Alsdorf kam, hat sie sich im Dekanat Jülich und in der Krankenhaus Seelsorge in Jülich engagiert. „Natürlich nimmt man auch das ein oder andere von den Problemen und Sorgen mit nach Hause, um es zu verarbeiten.” Aber auch davon lässt sich die rheinische Frohnatur, und das ist Uschi Weisgerber zweifelsohne, nicht unterkriegen. Mit unbändiger positiver Einstellung und Energie berät, unterstützt und hilft sie Frauen auf ihrem Weg zurück in ein neues Leben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert