Würselen - Pfarrer präsentiert Exponate aus Istanbul, Marrakesch und Timbuktu

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Pfarrer präsentiert Exponate aus Istanbul, Marrakesch und Timbuktu

Von: ro
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Interesse an der Ausstellung: Handschriften verschiedener Kulturen und Religionen aus der Sammlung Pfarrer Heinz-Josef Lambertz erläutert Pfarrer Heinz-Josef Lambertz (2.v.r.) Prokurist Josef Clemens (vl.), Bürgermeister Werner Breuer und VR-Bank-Bereichsleiter Ingo Bodonge. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Wenn Pfarrer Heinz-Josef Lambertz, Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Würselen, über seine Erlebnisse in Istanbul, Marrakesch und Timbuktu berichtet, gerät er förmlich ins Schwärmen. Diese Städte und die Herzlichkeit der Menschen sind ihm ans Herz gewachsen.

Aus der Verbundenheit mit der islamischen Kultur ist auch eine ganze besondere Leidenschaft des Pfarrers entstanden: Er sammelt seit Jahrzehnten wertvolle Schriften und alte Korane.

Die VR-Bank Würselen bietet Heinz-Josef Lambertz in der Zentrale an der Kaiserstraße ein entsprechendes Forum, um im Rahmen der Ausstellung „Handschriftlich” zahlreiche Dokumente verschiedener Kulturen und Religionen vorzustellen.

Präsentiert werden in der VR-Bank noch bis Freitag, 12. Juni, nicht nur verschiedene Schriften aus dem Maghreb, der Türkei, der Mongolei und Marokko und zum Teil mehrere Jahrhunderte alte Korane, sondern auch eine Thora-Rolle, Derwisch-Miniaturen und Trommeln aus der Türkei, ein Druckstock mit Buddha-Abbildung, ein Palmblatt-Buch aus Nepal, ein Gebetsbuch und eine Gebetsrolle aus Äthiopien mit Darstellung von Engeln und Heiligen. Und zu jedem dieser Ausstellungsstücke gibt es eine Geschichte, die Pfarrer Lambertz mit Begeisterung erzählte.

Schöne Exemplare

Wie kommt man zu der Leidenschaft, alte Schriften zu sammeln? Pfarrer Heinz-Josef Lambertz: „Vor über 40 Jahren reiste ich zum ersten Mal mit dem Zug nach Istanbul”. Seitdem ist Istanbul so etwas wie sein zweites Zuhause geworden. Mit der Bahn, Flugzeug, sogar schon mit dem Fahrrad fuhr er gen Bosporus. Hier begann seine Faszination für die Schriften. Ein Schlüsselerlebnis vor nunmehr über drei Jahrzehnten - er war damals als Kaplan in Würselen tätig - prägte ihn ganz besonders: Er lernte einen Buchhändler für Handschriften kennen: Shaikh Nureddin- Pfarrer Lambertz berichtete von seiner Freundschaft zu dem hohen Geistlichen der Tekka, einer muslimischen Gemeinschaft.

Lambertz: „Shaikh Nureddin hat mir über viele Jahre hinweg die Treue gehalten” - und ihm immer die schönsten Exemplare seiner Schriften angeboten.

Pfarrer Lambertz informierte in der VR-Bank über den Koran, der wichtigsten Schrift des Islam, in Arabisch geschrieben. Das Schreiben des Koran sei für den Kalligraphen eine „heilige Aufgabe”: nach einer Fastenzeit wird an sechs Tagen je acht Stunden lang geschrieben, nach einem Ruhetag wird weitergeschrieben, bis das Werk fertig ist.

Leicht feststellen lässt sich, so Pfarrer Lambertz, ob der Schreiber eine größere Pause eingelegt hat: bei einer längeren Unterbrechung verändert sich das Schriftbild. Mit dieser Ausstellung möchte Pfarrer Heinz-Josef Lambertz die Menschen für andere Kulturen, und für die Kalligraphie begeistern. Sehr wichtig sei für ihn der interkulturelle Dialog.

In der VR-Bank führte der Aachener Künstler Shahid Alam in die Geheimnisse der Kalligraphie ein. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Barkin Özener (Trapezzitter) und Önder Babur (Gitarre).
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