Pater Fritz Siegers: Per Kanu über Nebenarme des Amazonas

Von: rp
Letzte Aktualisierung:
4606884.jpg
Erinnerungen: Pater Fritz Siegers mit dem ersten seiner Bücher. Foto: Marietta Schmitz

Alsdorf. Er gehört dem Orden der Spiritaner, Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist, an und wurde 1960 zum Priester geweiht. Als Pater und Missionar war er in Brasilien in den tiefen Wäldern des Amazonas tätig, kehrte erst 38 Jahre später in seine Mariadorfer Heimat zurück.

Heute verrichtet er priesterliche Dienste im Bereich der heutigen Pfarre Johannes XXIII. mit den angeschlossenen Gemeinden Hoengen, Mariadorf, Warden, Broicher Siedlung und Begau: Pater Fritz Siegers (78) aus Mariadorf.

Die Tätigkeit in kleinen Dörfern im Urwald, die er mit seinem kleinen Kahn über die Nebenflüsse des Amazonas erreichte, war so intensiv und erlebnisreich, dass Siegers unter die Buchautoren gegangen ist, um seine Erlebnisse festzuhalten. Insgesamt will er das Erfahrene in zwei Bänden niederschreiben.

Der erste Band „Zurückschauen – aber weitergehen“ ist jetzt erschienen. Er beinhaltet die Kinder- und Jugendzeit, das Religionsstudium, die Priesterweihe bis zur Ausreise nach Brasilien 1961 und die ersten Jahre seiner missionarischen Tätigkeiten bis zum ersten Heimaturlaub 1966 – Jahre, die er als Lern- und Lehrjahre bezeichnet.

Gefährliche Tropenkrankheiten

Der zweite Band, der schon in Bearbeitung ist, steht unter der Überschrift „Das Abenteuer der Güte“. Hier schildert Pater Siegers seine Arbeit im tiefen Urwald und die damit verbundenen Fahrten auf den Nebenarmen des Amazonas.

Natürlich beschreibt er in diesem Zusammenhang auch die vielen, teils sehr ernsten Tropenkrankheiten, die ihn fast zur Verzweiflung trieben und unter anderem einen längeren Aufenthalt im Tropenkrankenhaus in Hamburg nötig machten. Nach 30 Jahren im tiefen Urwald wurde er zum Pastor an der Bischofskirche in die Stadt Crozero do Sul berufen. Hier diente er bis 1998.

Seine Hauptaufgabe bestand darin, Tagesstätten für die Straßenkinder zu bauen und Gemeindezentren zu errichten. So gelang es ihm in wenigen Jahren, sechs Kindertagesstätten zu bauen. Natürlich war dies nur mit Spendengeldern möglich. Diese Kindertagesstätten werden bis heute von Pater Siegers finanziell betreut. Hierbei kann er sich auf viele Spender aus seiner Heimat verlassen.

So fährt er immer noch jedes Jahr einmal mit einem stattlichen Spendenbetrag für mehrere Wochen nach Brasilien, um die neuen Gelder gezielt anzulegen und nach dem Rechten zu schauen. Bei seinen Besuchen in seinem alten Wirkungskreis wird er immer begeistert empfangen.

Die Bewohner haben nicht vergessen, was ihr Pater bis heute für sie leistet. So will er auch den Erlös aus dem Verkauf seiner Erinnerungen für seine Projekte in Brasilien verwenden. Er hofft, dies noch einige Jahre machen zu können, denn er liebt seinen alten Wirkungskreis und die vielen Kinder in seinen Tagesstätten.

Genesungswünsche

Kürzlich erkrankte der beliebte Pater allerdings und musste sich einer Herzoperation unterziehen, die er erstaunlich schnell und gut überstanden hat. Inzwischen ist er in der Reha in Bernkastel-Kues und möchte die Gelegenheit nutzen, um sich bei vielen Menschen zu bedanken, die ihm während der Krankheit beistanden, im Gebet gedachten und sich mit vielen guten Wünschen bei ihm persönlich gemeldet haben. Bald schon warten neue Aufgaben auf ihn.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert