Alsdorf - Pastor Christian Kittel wird 80 Jahre alt

Pastor Christian Kittel wird 80 Jahre alt

Von: jope
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Das Glückwunschschreiben des Bischofs ist schon angekommen, am Montag ist es dann soweit: Pastor Christian Kittel wird 80 Jahre und feiert dies mit „seiner” Pfarrgemeinde S. Mariä Heimsuchung. Foto: Peters

Alsdorf. Bischof Heinrich Mussinghoff hat schon vorab schriftlich gratuliert. Am Montag wird es die Pfarre St. Mariä Heimsuchung dem Oberhirten des Bistums im persönlichen Gespräch gleichtun: Bei einem Empfang im Kindergarten an der Paul-Dorn-Straße feiern die Schaufenberger mit ihrem Pastor Christian Kittel dessen 80. Geburtstag.

Im Mai 1971 wurde Christian Kittel als Seelsorger in Schaufenberg eingeführt. Dies sind nunmehr 38 Jahre her. Doch damit ist die für eine Pfarrei im Bistum Aachen beispiellos lange „Ära Kittel” für die Schaufenberger (gottlob) noch nicht beendet.

Schon vor fünf Jahren, beim „75.”, hatte der Bischof dem Wunsch des Pastors und der Pfarre entsprochen, dass Christian Kittel an seiner Wirkungsstätte als Seelsorger weitermachen konnte.

Ehrenbrandmeister

Wenngleich in den letzten Jahren selbst der unverwüstliche „Alt-Burtscheider” dem Alter Tribut zollen musste, möchte er solange als möglich die Eucharistie mit „seinen” Schaufenbergern feiern.

Bischof Mussinghoff würdigte diesen Einsatz und diese Bereitschaft in erwähntem Glückwunschschreiben mit den Worten: „Treu und beständig haben Sie Ihren Dienst getan, obwohl in den letzten Jahren Ihre Gesundheit gelitten hat”.

Kurz vor Weihnachten zum Beispiel sorgte sich seine Pfarre erneut um Kittels Gesundheit. Man hatte gehört, dass der verehrte Pastor ins Krankenhaus gebracht worden war.

Umso größer dann die Erleichterung am Heiligen Abend: Unterstützt vom (ebenso unermüdlichen) Pater Fritz Siegers, feierte Christian Kittel die Christmette. Und lieferte dabei wieder - gerade überwundene Krankheit hin oder her - eine seiner glänzenden Predigten zum weihnachtlichen Geschehen: ein gottesfürchtiges „Trotzdem” in krisengeschüttelten Zeiten.

Krisengeschüttelte Zeiten: Die erlebt derzeit auch die Katholische Kirche. Alsdorf bleibt davon nicht verschont. Finanzprobleme und Priestermangel führen etwa dazu, dass die Alsdorfer Pfarren St. Castor Mitte, St. Josef Ost, St. Barbara Ofden, Herz-Jesu Kellersberg, Christus-König Busch und St. Mariä Heimsuchung Schaufenberg demnächst zu einer Großpfarre fusionieren. Doch auch hier ist Pfarrer Christian Kittel optimistisch: „Das ist eine verwaltungsmäßig notwendige Sache. Dass heißt aber nicht, dass das Eigenleben der gewachsenen alten Gemeinden zum Erliegen kommen muss”. Schaufenberg hat dabei gegenüber den anderen genannten Pfarren, die alle von Pfarrer Konrad Dreeßen betreut werden, noch einen großen Vorteil: Solange Pfarrer Christian Kittels Gesundheit mitspielt, ist dort eine beträchtliche „Grundversorgung” mit Messen gewährleistet. „Und die Feier der Eucharistie ist der Mittelpunkt der Pfarrer-Tätigkeit in der Gemeinde - und nicht die Verwaltung”, setzt der am Montag 80-Jährige klare Prioritäten. Die Fusion, meint Kittel, werde aber auch nicht bei einem möglichen Ende seiner Tätigkeit die Schaufenberger Gemeinde an die Wand drücken: So sei etwa der Kirchenchor als eigenständiges und die Pfarre integrierendes Ensemble überlebensfähig.

Pfarrer Christian Kittel entstammt einer Burtscheider Familie; fünf seiner sieben Geschwister leben noch. Der Fleiß seines Vaters, der Schneidermeister war, die Frömmigkeit seiner Mutter und die Mentalität des „Anpackens” und Helfens in der Kriegs- und Nachkriegszeit haben ihn geprägt. Den Berufswunsch „Priester” haben lebendige Vorbilder an seinem Heimatort geweckt: etwa die Pfarrer Hugo Baurmann und Peter Krischer („der Spitzname Moses charakterisierte treffend seine Persönlichkeit”) sowie die Kapläne Steinfort und Philipp Boonen.

Nach dem Studium der Theologie in Bonn und Aachen (Priesterweihe im März 1958 im Aachener Dom) arbeitete Kittel zunächst als Kaplan in einer Krefelder Großstadtpfarre und in St. Gertrud Herzogenrath. Dann wurde Schaufenberg dem Burtscheider zur zweiten Heimat und an vieles denkt er hier dankbar zurück: etwa an die gute Zusammenarbeit mit Kindergarten und Frauengemeinschaft sowie die Jugendarbeit, die in die schon legendären Ferienfreizeiten in Südtirol mündete.

Den Aufstieg des Bergbau- und Bauernortes Schaufenberg zu einem expandierenden Stadtteil mit Industrieansiedlung erlebte der frühere Aktive und heutige Ehrenbrandmeister der Alsdorfer Feuerwehr ebenso wie leider rückläufige Erscheinungen in den letzten Jahren: „Wenn 1971 noch 81 Kinder von mir in Schaufenberg getauft wurden und dies 2008 nur noch 17-mal der Fall war, macht mich das schon nachdenklich”, sinniert der aus einer kinderreichen stammende Seelsorger. Der war auch insgesamt 13 Jahre lang Dechant des Dekanates Alsdorf. Bei dieser oft zwischen seinen Amtsbrüdern vermittelnden Tätigkeit kam Christian Kittel sein persönliches Motto „Mache es wie Gott, werde Mensch” stets sehr zugute.
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