Alsdorf - Parteiversammlung: SPD macht sich Mut für die Zukunft

Parteiversammlung: SPD macht sich Mut für die Zukunft

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
7897927.jpg
Na komm‘ schon, trotz aller Sorgen können wir doch noch lachen: (v.l.) Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders, SPD-Parteichef Hans-Peter Thelen und sein Stellvertreter Hans-Rainer Steinbusch. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Es hätte eigentlich eine gelöste, ja fröhliche Parteiversammlung der Alsdorfer SPD werden können, die nach glänzend gewonnener Kommunalwahl den Aufbruch in eine noch bessere Zukunft der Stadt und ihrer Bürger markiert hätte.

Aber eine Nachricht drückte die Gemüter noch mehr als die brütende Hitze des zur Neige gehenden Tages. Die Stadtverbandsversammlung der Genossen begann in den Seminarräumen der Stadthalle mit deutlicher Verzögerung. Bürgermeister Alfred Sonders, selbst ein Genosse, musste erst noch Sondierungsgespräche führen. Grund: Die Stadt Alsdorf muss an ein Unternehmen in der Stadt Gewerbesteuer zurückzahlen – einen zweistelligen Millionenbetrag.

Schätzung geht daneben

Die Schätzung, auf der die ursprüngliche Zahlung des Unternehmens an die Stadt beruhte, hat sich im Nachhinein als unzureichend erwiesen. Der Stadt sei kein Vorwurf zu machen, sagte Parteichef Hans-Peter Thelen. Die Rede war von „einem bösen Foul“ und von einem „herben Rückschlag in der Konsolidierung der städtischen Finanzen“.

Aber aus dem Dilemma entwickelte sich bei der Versammlung dann doch noch eine trotzige Jetzt-erst-recht-Stimmung.

Parteichef Thelen, der später in seiner Funktion glatt wiedergewählt wurde (siehe Info), verteilte fleißig Streicheleinheiten und lobte den Zusammenhalt der Sozialdemokraten über den grünen, Pardon roten Klee. Alle Wahlkreise geholt, sogar Hoengen – „das hat es in der Geschichte der Alsdorfer SPD noch nie gegeben“.

Und hebt die SPD jetzt vor lauter Selbstbewusstsein ab? Thelen widersprach und sagte: „Wir bleiben mit beiden Beinen fest auf dem Boden.“ Die SPD begrüße ausdrücklich, „dass der Bürgermeister – wie bisher – auch das Gespräch mit den anderen Fraktionen suchen wird. Unsere Politik für Alsdorf bleibt eine Politik der Einladung. Alle sind eingeladen, das neue Alsdorf mitzugestalten.“ Die Richtschnur hierzu sei der Masterplan „Zukunft Alsdorf 2020“. „Wenn uns jemand sagt, wie wir das Ziel noch besser erreichen können: Sehr gerne! Die bessere Idee ist die Feindin der guten Idee.“

Auf diese Aussage dürften die Kräfte der Opposition in Stadtrat und Fachausschüssen sicherlich noch oft zurückkommen.

Bürgermeister Alfred Sonders schlug in dieselbe Kerbe. In der Partei habe er einen Zusammenhalt erlebt „wie die letzten 30 Jahre nicht mehr“. Es gebe eine „Mannschaft, auf die ich mich verlassen kann, in der Partei, in der Fraktion und im Rathaus“, gab es reichlich Lob.

Und auch „trotz des Nackenschlags in zweistelliger Millionenhöhe“ gebe es keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen: „Wir lassen uns in Alsdorf nicht unterkriegen. Und es bleibt dabei. Wir haben ein großes Potenzial hier. Wir werden das Kultur- und Bildungszentrum zu Ende bauen. Wir tragen Kultur und Bildung ins Zentrum der Stadt, wo sie hingehören.“ Und eine Portion Pathos gab es obendrein: „Heute geht es darum, ein neues Herz zum Schlagen zu bringen.“

Früher sei das die „Kull“ im Zentrum gewesen. Ziel müsse nun sein, Investoren für Alsdorf zu gewinnen. Das könne die Stadt auch ohne viel Eigenmittel leisten.

„Keine rote Flasche mehr“

Der sonst so trockene Fraktionsvorsitzende Detlef Loosz steuerte letztlich den besten Lacher des Abends bei. Zu der groß angelegten Verteilaktion von 23 000 „Spüliflaschen“ im Kommunalwahlkampf merkte er schmunzelnd an: „Ich konnte am Ende keine rote Flasche mehr sehen. Zum Glück haben wir keine in der Fraktion.“

Und die SPD wird noch viel Humor und Durchhaltevermögen in den nächsten Jahren brauchen. Zumal sie mit 20 Mandaten die absolute Mehrheit im Stadtrat stellt – und letztlich allein verantwortlich für die Zukunft der Stadt ist oder zumindest dafür verantwortlich gemacht wird.

Und schon zum Start hat sich einen Millionenlücke bei den Finanzen aufgetan . . .

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert