Papst-Besuch gehört zu den Glanzlichtern

Letzte Aktualisierung:
9143628.jpg
Ganz nah dran: So erlebte Pfarrer Rainer Gattys im November das Geschehen in Straßburg. Papst Franziskus war von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) eingeladen worden. Pfarrer Gattys dokumentierte mit seiner Kamera den Besuch . . .
9143623.jpg
. . . und machte Schnappschüsse bis zum letzten Moment, als der Heilige Vater wieder von der Bildfläche verschwand.
9143056.jpg
Pfarrer in St. Sebastian: Rainer Gattys. Foto: Markus Roß

Würselen. Advent und Weihnachten gehören zu den Hochzeiten in den Kirchengemeinden. Ein Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr und ein Ausblick auf das kommende wagt Pfarrer Rainer Gattys im Interview mit unserem Mitarbeiter Markus Roß.

Herr Pfarrer Gattys, was waren für Sie in diesem Jahr besonders prägende Erlebnisse und Begegnungen?

Pfarrer Gattys: Zwei Erlebnisse beschäftigen mich in unterschiedlicher Weise: Der Besuch von Papst Franziskus bei den Europäischen Institutionen in Straßburg im November. Beeindruckend erleben zu dürfen, wie sich auch Skeptiker und Kritiker durch die Authentizität des Papstes als Person beeindruckt zeigten. Der erste Beifall während der Rede kam von den Linken im EU-Parlament. Und eine Begegnung am vergangenen Freitag im Büro. Ein junger Familienvater, krebskrank, arbeitslos und hilfsbedürftig kam ins Büro, um sich für die Hilfe seitens der Pfarrei zu bedanken; er kam auch dann zu mir und schenkte mir Gebäck aus dem Weihnachtspaket, das er von der Würselener Tafel bekommen hatte mit den Worten: Ich sollte mir auch mal was Gutes tun und frohe Weihnachten. Und verschwand. Ich war und bin beschämt und gerührt.

Vor fünf Jahren, am 1. Januar 2010, wurde die Pfarrei St. Sebastian gegründet. Seit dem Tod von Pfarrer Hans Rolf Krewinkel im August 2010 leiten Sie die Pfarrei alleine. Wie hat sich das Gemeindeleben seit dieser Zeit verändert?

Pfarrer Gattys: Es ist das Phänomen der Ungleichzeitigkeit: Einige Projekte sind schon auf der Gesamtebene der Pfarrei angesiedelt und werden durchgeführt, zum Beispiel der KIM-Prozess (Kirchliches Immobilien Management) oder die religionspädagogische Arbeit in den Kindertagesstätten, die Begleitung der in der Liturgie tätigen Ehrenamtler. Zum anderen gibt es noch viele Bereiche, in den die „Altgemeinde“ noch sehr stark ausgeprägt wird. Bei einer so umfassenden Veränderung, wie es die Fusion darstellte, ist dies auch nicht verwunderlich. Durch den Entwurf des Pastoralkonzepts der Pfarrei, durch die Neuinstallierung des GdG-Rates auf Pfarreiebene sind die nächsten Projekte auf den Weg gebracht. Eine spürbare Veränderung wird es zum 1. Januar geben, leider. Entgegen den Planungen bis Anfang Dezember wird Pater Barnabas Mangéra doch schon zum 31. Dezember 2014 seine Arbeit als Pfarrvikar in St. Sebastian beenden, um sich Aufgaben in seiner Ordensgemeinschaft widmen zu können. Sein letzter Dienst wird auf seinen Wunsch hin am 31. Dezember die Jahresabschlussmesse um 17 Uhr in St. Peter und Paul sein. Wir bedauern diese unvorhergesehene Entwicklung und verbinden mit dem Dank für das Glaubens- und Lebenszeugnis von Pater Barnabas die besten Segenswünsche für ihn in seiner neuen Aufgabe.

Sie sagten es bereits, die ehemals acht selbstständigen Gemeinden rücken in Würselen enger zusammen. Auf dem Weihnachtskunstmarkt informierten Sie gemeinsam mit dem Pastoralteam und vielen ehrenamtlich Engagierten über das Gemeindeleben in St. Sebastian. Ein Beispiel, das Schule machen sollte?

Pfarrer Gattys: Die Idee war im Arbeitskreis „Neuzugezogene“ entstanden, und zwar als einmalige Aktion. Inwiefern und in welchem Umfang es eine wie auch immer geartete Fortsetzung oder Weiterführung geben wird, möchte ich hier nicht erörtern, bis eine Reflexion und Auswertung innerhalb des Arbeitskreises und des GdG-Rates stattgefunden haben. Ich selbst habe eine Fülle von Gesprächen führen können, die zum Teil recht intensiv waren.

Als Pfarrer dieser großen Gemeinde werden Sie mit den unterschiedlichsten Sachverhalten und Problemen konfrontiert. Wie lange reicht Ihre Kraft, um die Aufgaben verantwortbar zu erfüllen?

Pfarrer Gattys: Da ich weder meine Gesundheit noch die Folgen des Älterwerdens grundlegend beeinflussen kann, habe ich im Oktober mit dem Bistum Rahmenbedingungen abgesprochen, unter denen ich, körperliche und seelische Gesundheit und das Vertrauen der Bistumsleitung vorausgesetzt, mir zutraue, diese große Herausforderung mit meinem Team, den vielen Ehrenamtlern und Mitarbeitern für weitere fünf Jahre weiter zu tragen. Ich gebe zu, es ist eine schwierige und mich persönlich belastende Situation abzuschätzen, wann der richtige Zeitpunkt zum Gehen gegeben ist, um noch eine Nachfolge in der Leitung zu ermöglichen.

Wie verbringen Sie persönlich die Weihnachtstage und den Jahreswechsel. Bleibt bei alledem noch Zeit, ein wenig inne zu halten?

Pfarrer Gattys: Im Prinzip wie in den letzten Jahren, wenn nicht am Schreibtisch, um die nächste Predigt vorzubereiten oder die Post zu lesen, im Kreis von befreundeten Familien am 1. und 2. Weihnachtstag und auch Sylvester . . . Neujahr freue ich mich auf die erste Messe 2015, gleichzeitig dem Geburtstag der Pfarrei St. Sebastian, ansonsten versuche ich, so aufregende Dinge wie Fahrtenbuch und Steuererklärung in Angriff zu nehmen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert