Online einkaufen und viele Einzelfahrten einsparen

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Noch fährt jeder selbst zum Supermarkt: Würde ihre Idee umgesetzt, wäre nicht nur Zeit, sondern auch Benzin eingespart. Zufrieden mit ihrem Konzept sind Asad Nehmood, Denis Bisteritzky, Marvin Udovcic, Lehrer Bernhard Wiesemann, Fabian Böhnen (v.l.). Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. Den dritten Platz belegte die Gruppe „ElectriCity“ des städtischen Gymnasiums während eines Kongresses zu Elektromobilität in Barcelona. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Asad Mehmood (18), einer der fünf Team-Mitglieder. „Wir haben unser Konzept vorgestellt, wie der Auto-Verkehr in Würselen deutlich reduziert werden kann“, erklärt der Schüler.

Zuvor hatten sie in einem Projekt, der als Vertiefungskurs zur Begabtenförderung am Gymnasium zählt, Verkehr beobachtet und analysiert, um aufzuzeigen, wie überflüssige Wege vermieden werden können, um das Verkehrsaufkommen zu vermindern. Auch hatten die Pennäler der 11. Klasse einen Online-Supermarkt entwickelt, der die Waren am Tag der Bestellung mit Elektrofahrzeugen auf optimierten Routen an die Kunden ausliefert und so viele Einzelfahrten einspart.

Das EU-Projekt e-gomotion wird durch das 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union finanziert. Vier der führenden Universitäten Europas – Paris, Karlsruhe, Aachen und Chalmers – kooperieren, um Schüler und Studenten frühzeitig auf die Anforderungen zukünftiger Mobilität vorzubereiten.

Nachhaltige Mobilität

„Nachhaltige Mobilität wird nur Realität, wenn heute schon junge Menschen um die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten in diesem Bereich wissen und sich aktiv in diese Richtung entwickelt können“, meinen die Ideengeber. Mit e-gomotion soll diese Begeisterung geweckt und besonders Jugendliche motiviert werden, auch technische Kurse zu belegen und später im Studium und Beruf an der Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte zu forschen.

Ihren Online-Supermarkt hatten die Schüler mit den Waren bestückt, die in den unterschiedlichen realen Supermärkten bereit gehalten werden. „Die Geschäfte haben ein ganz bestimmtes Warensortiment. Wenn Würselener ihre Lebensmittel online bestellen, sollen sie keine eingeschränkte Auswahl vorfinden“, erläutert Team-Mitglied Marvin Udovici die Idee hinter dem Konzept. Also gab es in dem erdachten Laden alle Waren, die bestellt werden können, um dann in einer umweltfreundlichen Tour mit einem Elektroauto zu den Bestellern gebracht zu werden.

Erster Platz für ein Team aus Turin

„Wir sind mit unserem dritten Platz sehr zufrieden“, freut sich Lehrer Bernhard Wiesemann. Der erste Platz ging an ein Team aus Turin. Die hatten ihr Konzept zur guten Mobilität nicht nur auf dem Papier erdacht, sondern direkt vor Ort umgesetzt. „Da hatte dann keiner mehr eine Chance“, sagt Asad Mehmood. So haben die Eltern, die in Turin ihre Kinder täglich mit dem Auto zur Schule bringen, Fahrgemeinschaften gebildet und sofort den Verkehr um 75 Prozent verringert, denn nicht nur ein Kind, sondern vier Kinder können im Auto mitfahren. In Fahrgemeinschaften, die online abgesprochen werden, können sich andere Kinder einbuchen, weshalb deren Eltern in der Folge nicht mehr zu Schule fahren müssen.

Die Würselener Schüler indes haben nicht nur analytisch, sondern auch längerfristig gedacht. „Wir brauchen mindestens zehn Jahre, um diese Vision umzusetzen“, ist sich Asad Mehmood dem Umfang des Konzepts bewusst. So müsse erst einmal Werbung in den Supermärkten gemacht werden, die Einkäufer müssten sich langsam an das neue Konzept gewöhnen, am Rechner einzukaufen und nicht mehr selbst den Einkaufswagen durch die Regale schieben zu müssen.

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