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Ofden erhält Neubaugebiete

Von: Karl Stüber
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Die Tage des VabW in Alsdorf-O
Die Tage des VabW in Alsdorf-Ofden scheinen gezählt: Das alte Gebäude soll abgerissen und das Areal für Wohnbebauung vermarktet werden. Foto: Stüber

Alsdorf. Was geschieht mit dem Gelände der Realschule und des Gymnasiums in Ofden, wenn die beiden Schulen in das noch auf dem Annagelände zu bauende Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) umgezogen sind?

Auch wenn derzeit erst noch die Raumprogramme der beiden pädagogischen Einrichtungen mit dem Kubiz-Architektenentwurf in Einklang gebracht werden und das Gesamtkonzept noch einmal - und hoffentlich letztmalig - vom Land auf Zuschussfähigkeit geprüft werden muss, ist das eine drängende Frage. Denn Planungen brauchen ihre Zeit, eine Grundsatzentscheidung muss schon jetzt her.

Das haben sich jedenfalls die Fraktionen von ABU, FDP und SPD als „Gestaltungsmehrheit” im Stadtrat unter dem Stichwort „Masterplan Ofden” auf die Fahne geschrieben und einen entsprechenden Antrag bei Bürgermeister Alfred Sonders eingereicht. Kernpunkt des Vorstoßes der 16 SPD-, 5 ABU- und 2 FDP-Ratsmitglieder ist die „Erweiterung der Wohnbebauung” als Folgenutzung. Die Verwaltung möge hierzu im Flächennutzungsplan die Voraussetzungen für eine attraktive Wohnbebauung vorsehen und anschließend „einen zielführenden Bebauungsplan erstellen”.

Die Gestaltungsmehrheit denkt auch an das Umfeld, um die Entwicklung des Stadtteils Ofden voranzutreiben. „Ebenfalls ist der Umzug des Vereins für Allgemeine und Berufliche Weiterbildung aus dem ?angestammten Gebäude nach Ost in die ehemalige Hauptschule absehbar. „Nach unserer Vorstellung sind die ehemaligen Schulgebäude - natürlich nicht die Turn-/Festhalle - niederzulegen und das Gelände für eine Wohnbebauung vorzubereiten. Mit einbezogen werden sollte ein Teilstück des sogenannten Ofdener Feldes”, lautet der Vorschlag der drei Fraktionen. Hierzu sagte ABU-Mann Bernd Mortimer auf Nachfrage, das Vorgehen sei grundsätzlich mit der Verwaltung und dem VabW vorab geklärt worden.

VabW-Vorsitzender Hans Vorpeil bestätigte dies auf Anfrage. Es habe ein intensives Vorgespräch mit Bürgermeister Alfred Sonders dazu stattgefunden. „Zwischen VabW und der Stadt hat es ein faires Abgleichen der Interessen gegeben.” Er könne verstehen, dass der jetzige Standort des Vereins für eine Vermarktung als Wohnfläche sehr attraktiv für die Stadt ist. „Wir werden der Stadt in keiner Weise hier im Wege stehen”, verspricht Vorpeil. Die Mitgliederversammlung wolle sich am 23. März mit diesem Thema befassen und entsprechend positionieren.

Grundlage dafür sei jedoch, dass sich der VabW mit seinem Raumbedarf eins zu eins in Ost wiederfinde. Eine entsprechende „innere Infrastruktur” sei in der Hauptschule nicht vorhanden. Mit Blick auf notwendige Umbauarbeiten könne es deshalb noch bis Frühjahr 2013 mit dem Umzug dauern. Vorpeil nennt als zu schaffende Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten beispielhaft eine Küche (Küchenpersonal bis hin zum Koch) und Räume für Internetschulungen. „Rücklagen, um den Umbau zu finanzieren, hat der VabW nicht. Wir sind froh, wenn wir eine schwarze Null schreiben können”, setzt Vorpeil auf die Unterstützung durch die Stadt. Das sei ihm und dem Vorstand bereits von der Verwaltung in Aussicht gestellt worden. Während die Stadt in einem Flügel der auslaufenden Schule die neue Mensa für die benachbarte Grundschule einrichten möchte, könne der VabW in den zwei weiteren Flügeln einziehen. Genug Parkplätze für die zu Schulenden seien vorhanden.

Bürgermeister Alfred Sonders bekräftigte die Aussagen Vorpeils. Die Gerhart-Hauptmann-Hauptschule wird geschlossen, die Schulform Hauptschule auf den Standort Pestalozzistraße konzentriert. Die Grundschulen Kellersberg und Ost werden am Standort Pommernstraße zusammengeführt. Das zum Umbau der Hauptschule Ost notwendige Geld (70.000 bis 80.000 Euro) sei laut Sonders im Haushalt vorgesehen. Dezernent Stephan Spaltner habe das alles entsprechend geklärt. „Durch die Zusammenlegung von Schulen werden Gebäude frei. Das spart Unterhaltskosten. Zudem kann jeweils das Gelände vermarktet werden. Das bringt der Stadt Einnahmen”, sagt Sonders. Die Allgemeinheit profitiere unterm Strich davon. Man werde sich natürlich genau ansehen, was mit der Grundschule in Kellersberg und dem ehemaligen VHS-Haus dort geschehen kann.

Den Antrag von ABU, SPD und FDP aufgreifend, auch noch die ehemalige Festwiese hinter der evangelischen Kirche in Ofden für eine Wohnbebauung in Betracht zu ziehen, verwies Sonders auf eine im Presbyterium anstehende Entscheidung, was mit dem Standort Kirche in Ofden angesichts knapper Kassen geschehen soll. „Wir unterstützen die evangelische Kirche, was sie auch immer beschließen mag”, verspricht der Bürgermeister. „Bedeutende Flächen können bald neu gestaltet werden. Das ist eine große Chance für Ofden.”

Pfarrerin Elisabeth Peltner berichtete über die Meinungsbildung in der Gemeinde. Zum Jahreswechsel hatte eine groß angelegte Befragung stattgefunden, wie angesichts wirtschaftlicher Zwänge, aber auch unter religiösen und sozialen Aspekten eine Kirche zukunftsfähig aussehen und geführt werden sollte. Am Freitagabend befasste sich das neu formierte Presbyterium mit den Ergebnissen. Der entsprechende Arbeitskreis wolle Ende März erneut zusammenkommen. Es fehlen laut Pfarrerin Peltner noch wichtige Wirtschaftsdaten als Entscheidungsgrundlage. Außerdem müssten sich natürlich auch noch Kirchenkreis und Kirchenleitung positionieren.
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