Ob ein Bürgermeister wohl Autogramme gibt?

Von: Stefan Schaum
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Hier arbeitet also der Bürgermeister: Dr. Willi Linkens hat die Gewinner der Schüleraktion auch in seinem Stuhl Platz nehmen Foto: S. Schaum

Baesweiler. Er ist schon beneidenswert, der Baesweiler Bürgermeister. Morgens hüpft er voller Elan aus dem Bett, trinkt gemütlich einen Tee und wird dann in einer schicken Limousine zum Rathaus chauffiert, wo er prominente Gäste empfangen und Autogramme verteilen darf.

So jedenfalls haben sich Grundschüler ausgemalt, was Dr. Willi Linkens den lieben langen Tag treibt. Zehn Kinder haben beim Wettbewerb „Bürgermeister für einen Tag“ mit besonders pfiffigen Vorstellungen und Ideen für ihre Stadt überzeugt – und durften sich im Amtszimmer des Verwaltungschefs anschauen, wie die Realität aussieht.

Zum dritten Mal hatte der Inte-grationsrat anlässlich des Internationalen Kinderfestes am 23. April den Wettbewerb ausgelobt. Seit 1927 wird dieser Tag in der Türkei und mittlerweile in zahlreichen anderen Ländern gefeiert. 62 Einsendungen gab es diesmal. In kleinen Aufsätzen haben die Kinder geschildert, wie sie sich als Bürgermeister für ihre Stadt einsetzen möchten.

Linkens selbst musste nicht entscheiden, wer ein guter Vertreter für ihn wäre. Diese Aufgabe hatten in der Jury der Beigeordnete Frank Brunner, Sozialamtsleiterin Angelika Breuer, Verwaltungsmitarbeiterin Claudia Dickels und für den Integrationsrat Vorsitzender Kazim Karakök und Reyhan Akkas übernommen.

Die Auswahl ließ Linkens manchmal schmunzeln. So hatte ein Kind vermutet, dass der Bürgermeister im Rathaus sicher ganz viel Zeit zum Schachspielen hat. „So sieht es leider nicht aus“, sagte Linkens bei der Begrüßung der Gewinner. Tatsächlich kenne er nicht einmal die Regeln. Und mit der Zeit zum Spielen sei das in seinem Amt auch so eine Sache. . .

Die Uroma hat viel erzählt

Beim Besuch im Rathaus durften die Kinder sogar im Chefsessel Platz nehmen. Wie sich das anfühlt – nämlich gut – hatte Philipp Velske schon ahnen können. „Meine Uroma war schließlich mal Bürgermeisterin in der Nähe von Leipzig.“ Und die hat ihm viel über ihre Aufgaben erzählt. Ob sie wohl auch Geschenke bekommen hat? Für die Kinder gab es jedenfalls einige: Über Gutscheine für einen Spielwarenladen, für das Freizeitbad und das kommunale Kino durften sich die Gewinner freuen.

„Wenn ich Bürgermeister wäre...“: Das wünschen sich die Kinder

„Ich würde noch ein neues Schwimmbad bauen. Mehr Geld müsste man aber nicht ausgeben. Stattdessen würde ich Spendenboxen für Kinder in Afrika aufstellen.“ (Dilara Serter, Grengrachtschule).

„Ich möchte dafür sorgen, dass jeder sich ein Haus an einem schönen Platz bauen darf.“ (Aylin Ayasli, Grengrachtschule)

„Auf den Kinderspielplätzen könnte man sich noch etwas verbessern. Ich würde auch gerne viel Zeit bei Senioren verbringen.“ (Lennard Linus Wertz, Friedensschule).

„Jugendlichen, die Wände besprühen, würde ich sagen: ‚Das macht man aber nicht!‘“ (Melike Akduman, Grengrachtschule)

„Ich würde mehr Mülleimer aufstellen, damit es nirgends dreckig ist.“ (Emre Mansuroglu, Grengrachtschule)

„Hundebesitzern würde ich sagen, dass sie mehr darauf achten sollen, die Haufen wegzumachen.“ (Celina Justine Westhoff, Grengrachtschule)

„Ich würde dafür sorgen, dass es vor Schulen und Kindergärten mehr Parkplätze gibt.“ (Ilayda Sencer, Grengrachtschule)

„Vertrauensvolle Gespräche mit Vereinen und Bürgern sind ganz wichtig, damit man weiß, wo etwas verbessert werden kann.“ (Philipp Velske, KGS Loverich)

„Ich würde einen Freizeitpark bauen und jeden Sonntag einen Flohmarkt veranstalten.“ (Kerem Kalyci, Gren-grachtschule)

„Mit allen Rathausbesuchern würde ich im Konferenzraum Kakao trinken.“ (Lukas Wrobel, Grengracht)

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