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Notfallhelfer sollen auch in Alsdorf „Brücken bauen”

Von: km
Letzte Aktualisierung:
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Gerd Königs (l.) und Volker von Eckardstein stellten gemeinsam das Projekt „Muslimische Notfallhelfer” in Alsdorf vor.

Alsdorf. In Notfallsituationen sind Menschen oft überfordert und hilflos. Sind die Angehörigen zusätzlich islamischer Herkunft, erschweren Tradition oder mangelnde Sprachkenntnis die Situation. Für solche Unglücke und plötzliche Todesfälle haben Evangelische und Katholische Kirche im Kreis Düren eine islamische Notfallbegleitung organisiert.

Die speziell ausgebildeten Notfallbegleiter sind zehn Frauen und Männer des islamischen Bildungsvereins Düren. „Die Helfer beherrschen die türkische und arabische Sprache und haben Kenntnisse der islamischen Tradition. So können sie ,Brücken bauen´ und Angehörigen sowie Rettungshelfern unter die Arme greifen”, sagt Volker von Eckardstein. Er ist Sprecher des Einsatzkräfte-Nachsorge-Teams (EkNT) Düren.

Dieses Projekt stellte er dem Alsdorfer Integrationsrat vor. Die islamischen Helfer sind ähnlich ausgebildet wie die Notfallseelsorger, die es bereits seit 15 Jahren gibt. Sie lernen die Übermittlung einer Todesnachricht oder den richtigen Umgang mit Angehörigen. Darüber hinaus gehen sie in besonderen Maße auf die Tradition der Muslime ein.

Beispielsweise gehört es zum Brauch, dass jeder in Krisen zur Hilfe aufgerufen ist und somit eine Großzahl an Trauernden am Unglücksort erscheinen. Besonders Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste wünschen sich in solchen Situationen muslimische Seelsorger. So auch Gerd Königs, polizeilicher Kontaktbeamter für muslimische Institutionen. „Ich bin wirklich froh, dass es die muslimischen Helfer gibt.” Es ist laut Königs sehr wichtig, mit der Polizei und Rettungskräften zusammenzuarbeiten und sie bei der Übermittlung einer Todesnachricht zu unterstützen.

Projekt in Düren

Auch in Alsdorf soll nach dem einstimmigen Willen des Integrationsrats ein muslimischer Notfallhelfer eingesetzt werden. Das Projekt drohte in Düren auf Grund mangelnden Interesses zu scheitern. „Zunächst bestand an der Initiative kein Interesse. Nur ein Bildungsverein erklärte sich bereit”, sagt Königs. Doch der Erfolg nach der Umsetzung im Jahr 2005 spiegele sowohl den Bedarf der Muslime als auch der Rettungskräfte wider.

Nun soll der Alsdorfer Stadtrat darüber diskutieren und entscheiden, ob eine Realisierung machbar ist. „Ich finde, es ist eine gute Sache, denn ein Notfallhelfer ist für jeden da. Es freut mich, dass mit den Kirchen zusammengearbeitet wird. Dies ist ein Beitrag zur Integration”, sagt Integrationsratsvorsitzender Mevlüt Zorlu.

Doch warum gibt es für Angehörige anderer Nationen keine Notfallhilfe? Der Bedarf ist zu gering: „Der Hauptteil der Migranten, die in Deutschland leben, sind Muslime. Natürlich gibt es andere Religionen, das sind jedoch so wenige, dass es zu schwierig wird, das ganze Spektrum abzudecken”, erklärt Königs.
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