Alsdorf - Noch kein Investor für barrierefreies Wohnen

Noch kein Investor für barrierefreies Wohnen

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
7387298.jpg
Jugend- und Pfarrheim an der Paul-Gerhardt-Kirche müssen weichen (blaue Flächen). Laut Architekt Alfred Feuser sollen anstatt dessen 16 bis 18 barrierefreie Wohnungen entstehen. Fotos (2): Karl Stüber Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Nein, ein Investor steht noch nicht fest. Auch ein Unternehmen zur Betreuung von Senioren in den geplanten 16 bis 18 barrierefreien Wohnungen ist noch nicht gefunden. Hier wird noch verhandelt.

Der Aachener Architekt Alfred Feuser konnte bei der Bürgerversammlung zur Neubebauung des Umfelds der evangelischen Kirche in Ofden noch nicht Ross und Reiter nennen. Der Mann hat sich auf Bitten eines Mitglieds der evangelischen Gemeinde seit zwei Jahren mit der Frage befasst, wie das Gemeindegelände an der entwidmeten evangelischen Kirche neu genutzt werden kann.

Ob Feuser dann auch wirklich den offiziellen Auftrag bekommt, dürfte vom tatsächlich „zupackenden“ Investor abhängen, wie er gegenüber unserer Zeitung sagte. Mittlerweile hat er bereits die achte städtebauliche Variante entworfen, die nun Grundlage des Bebauungsplans Nr. 234 – Bonhoefferstraße ist, die unter Leitung von Renate Schaal vom Bauamt der Stadt Alsdorf mit interessierten Anwohnern in der Aula der städtischen Realschule diskutiert wurde.

Stand der Dinge: Seniorengerechtes Wohnen soll ermöglicht werden, was dem sozialen Anspruch der Gemeinde entgegenkommt. Anregungen zum Bebauungsplan wurden fleißig notiert und sollen in die weiteren Überlegungen einfließen.

Bekanntlich muss die Evangelische Gemeinde das strukturelle Defizit im Haushalt angesichts der schon seit Jahren schwindenden Zahl der Mitglieder nachhaltig beseitigen. Neben der Kirche in Ofden wurde auch die in Busch als Gotteshaus „stillgelegt“. Während das Gebäude in Busch zum Verkauf steht, bleibt das in Ofden zwar erhalten, wird aber im Inneren teilweise für die U3-Betreuung des angebauten Kindergartens hergerichtet. Das will die Gemeinde aus eigenen Mitteln stemmen.

Im Gegenzug hat die Stadt Alsdorf den Anteil des „armen Trägers“, des Evangelischen Kindergartenvereins Alsdorf (EVA), in Höhe von jährlich rund 70.000 Euro übernommen. Das Herrichten der Kirche für diese Kinderbetreuung soll durch Verwertung des Grundstücks erwirtschaftet werden, auf dem noch Jugend- und Pfarrheim stehen.

Deren Abriss wird laut Architekt Feuser wohl erst durch die evangelische Gemeinde veranlasst, die das Areal bebauungsfähig herrichten soll, wenn ein Investor den Vertrag unterschrieben hat. Feuser zweifelt nicht, dass sich die Neubebauung mit barrierefreien Wohnungen für Senioren für einen Geldgeber auszahlen wird. Der Bedarf ist da, bekräftigte er am Rande der Infoversammlung gegenüber unserer Zeitung.

Im Wesentlichen soll sich die Neubebauung an der bestehenden orientieren, wenngleich die neuen Gebäude etwas breiter ausfallen sollen. Die Firsthöhe soll 9,50 Meter nicht überschreiten. Die Gebäude werden mit Blick auf das Umfeld auf maximal drei Geschosse begrenzt. Die Rede war vom Satteldach.

Wer soll die Gestaltung des Vorplatzes der Kirche übernehmen? Die Stadt hofft darauf, dass dies der Investor macht. Architekt Feuser dämpfte diesen Optimismus mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit. Die Vertreterin der Stadt Alsdorf, Renate Schaal, sprach von der Option, Fördertöpfe dafür anzuzapfen. Letztlich sei der Eigener der Fläche gefordert, offenbar die evangelische Gemeinde, wie es hieß. Ein Vertreter der Kindergartenträgervereins EVA sorgte sich um den Status quo bei der „Anlieferung und Abholung“ der Kinder durch Erziehungsberechtigte. Das soll aber weiterhin auf der Fläche vor dem Kindergarten möglich sein.

Hingegen wird das Dauerparken dort untersagt, hieß es seitens der Verwaltung. Derzeit sind neun Garagen und acht Stellplätze für die geplanten Wohnungen geplant. Der weit ausladende Baum am Rand des Grundstücks soll zur Erleichterung der Teilnehmer der Versammlung erhalten bleiben.

Das gilt auch für den Glockenturm. Der wird von Anbietern der Telekommunikation als Sendemast genutzt – nebst technischer Nebenanlage am Boden, die wohl aus Kostengründen erhalten bleibt. Eine Verlagerung auf Kellerniveau aus ästhetischen Gründen dürfte an den Kosten scheitern. Die bestehende Anlage soll „eingehaust“, sprich hübsch verpackt werden, hieß es aus Reihen der evangelischen Gemeinde. Schaal sprach die Möglichkeit an, dass sich Bürgermeister Alfred Sonders vermittelnd mit den entsprechenden Kommunikationsunternehmen zusammensetzt.

Kritisch nachgefragt wurde, wie die Bebauung aussehen könnte, wenn nicht die Vorüberlegungen der Gemeinde via Architekt Feuser zum Tragen kommen. Laut Schaal müsse sich ein anderer Gestalter in den Grenzen und Vorgaben bewegen, die der Bebauungsplan vorsieht. Befreiungen seien nur im kleinen Maße möglich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert