Herzogenrath - Neun Jahrzehnte bewegte Fußballhistorie

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Neun Jahrzehnte bewegte Fußballhistorie

Von: fs
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So viele Zuschauer hat das Waldstadion schon lange nicht mehr gesehen: Die Fußballbegeisterten drängten bei der Einweihung am 15. Juni 1952 ins Waldstadion. Repro: W. Sevenich

Herzogenrath. 90 Jahre gibt es jetzt den Sport- und Spielverein Herzogenrath. Die Gründerjahre gehen in die Zeit zurück, als man auf der Straße noch Fußball spielte, zum Teil mit Blechbüchsen oder zusammengeflickten Stoffbällen.

Das änderte sich in Herzogenrath, als Kaplan Offermanns mit seinen Burschen an der Ruifer Straße begann, Fußball zu spielen. Doch: Der Platz ging verloren und die Masse strömte zum Jünglingsverein Herzogenrath, denn dort wurde schon besser gespielt als in Afden.

Bohnenstangen als Pfosten

Man schrieb die Jahre 1909 bis 1911. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges wurde mit Unterstützung der Glaswerke der FC Preußen gegründet. 1918 kam es zu einer Vereinigung des Herzogenrather Fußballvereins mit dem FC Spielverein Herzogenrath. Offiziell war das Gründungsjahr jedoch erst 1919. Klein war der Anfang. Das erste Vereinslokal war bei Xaver Sprothen. Überall haperte es. Zunächst fehlten die Stangen und Balken für die Tore.

Da man damals weder Verbandsvorschriften über Balkenbreite und Stärke kannte, halfen sich die Fußballer so gut es ging. Sie zogen kurzentschlossen dem Vereinswirt die Bohnenstangen aus dem Garten, schon hatten sie Pfähle für die Tore. Schwarten zur Verkleidung wurden auch aufgetrieben. Es tauchten weitere Probleme auf: Zunächst spielten die Fußballer in kunterbunten Trachten. Erst später einigte man sich auf eine einheitliche Kluft.

Anfangs wurden die vorhandenen Trikots eingefärbt. Danach suchte man angestrengt nach gelben Streifen. Geld war nicht vorhanden. Aber der damalige Vorsitzende Wilhelm Sprothen wusste Rat: Er nahm die Herzogenrather Fahne, bekanntlich rot-gelb, die im Besitz seiner Familie war, und ließ davon so viele gelbe Streifen schneiden, wie Trikots vorhanden waren. Ohne viel Mühe wurden die Querstreifen eingearbeitet.

Nun war im nachhinein leicht erklärbar, woher die Bezeichnung für die Spieler - „Gelbe Gefahr” - stammte. Die Rot-Gelben mussten nach ihrem rasanten Höhenflug der ersten Jahre bald lernen, auch weniger glückliche Zeiten durchzustehen.

Solche nahten erstmals, als der FC Spielverein Herzogenrath sich 1924 mit der Sportgesellschaft Nordstern zusammenschloss, unter dem Namen Sport- und Spielverein Herzogenrath. Allen Schwierigkeiten zum Trotz brachte der SuS im August 1945 - wenige Monate nach Kriegsende - schon wieder eine Mannschaft aufs Spielfeld.

Höchste Amateurklasse

Verstärkt durch die spielstarken Kameraden Willi Nießen und Hans Zanders erkämpfen die Füchse 1947/48 die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Bezirksklasse, bis ihnen 1952/53 der Durchbruch zu erneuter Meisterschaft gelang und der Aufstieg in die Landesliga, der damals höchsten Amateurklasse, gefeiert werden konnte.

Das Waldstadion am Fuchsberg wurde am 15. Juni 1952 mit der Begegnung SuS gegen Rhenania Würselen seiner Bestimmung übergeben. Von 1989 bis 1992 erfolgte der sportliche Abstieg bis in die Kreisliga B.

Vor 10 Jahren wurde das 80-jährige Stiftungsfest unter Schirmherrschaft des damaligen Bürgermeister Gerd Zimmermann gefeiert. Ein neues Sportjugendheim konnte Dank der Mitarbeit vieler Helfer und der Stadt Herzogenrath fertiggestellt werden.

Ein Blick in die Vereinschronik lehrt, dass der SuS sportliche Glanztage erleben durfte, aber auch ganz tiefe Täler durchschreiten musste.

Über die langen Jahrzehnte hinweg gebührt gewiss all den Sportlern, Betreuern, Abteilungsleitern und Vorständen Dank, die sich für die vielfältigen Belange und sportlichen Erfolge des Sport- und Spielvereins eingesetzt haben.

Alle, die sich mit dem SuS Herzogenrath verbunden fühlen, sind für Freitag, 23. Oktober, in die Aula des städtischen Gymnasiums eingeladen, dort findet ab 20 Uhr ein Ehrenabend statt.

Die musikalische Untermalung übernimmt die „Harmonie Cäcilia”. Nach dem offiziellen Teil wird bei freiem Eintritt Tanzmusik angeboten.
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