Baesweiler - Neuer Schub für das Projekt Via Belgica

Neuer Schub für das Projekt Via Belgica

Von: Stefan Klassen
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Die Historie im Blick: Bauarbeiter bereiten derzeit den Boden für den Informations-Pavillon. Dieser wird rechts zwischen Haldenrundweg und Halde errichtet, links werden neun Parktaschen für Autos angelegt. Foto: Stefan Klassen

Baesweiler. Was mag sich nur abgespielt haben vor annähernd 2000 Jahren an dem Ort, wo heute in direkter Nachbarschaft die Bergehalde der ehemaligen Steinkohlenzeche Carl-Alexander thront? Klar scheint: so einiges. Denn seitlich der Kreisstraße 27, die den heutigen Carl-Alexander-Park flankiert, verlief früher die so genannte Via Belgica.

Diese von den Römern gebaute Straße war wohl so etwas wie eine Autobahn, sie verlief vom Rhein bis zum Ärmelkanal und verband die römische Metropole Köln mit Boulogne-sur-mer. Reichlich Soldaten mögen auf der Fernstraße unterwegs gewesen sein, zumal die Trasse der West-Ost-Erschließung der eroberten Gebiete in den Gebieten Niedergermanien und Belgica diente. Sie brachten Pferde und Maultiere mit sich, sie beförderten Waffen und Waren über die Via Belgica, sie sorgten für einen Infrastruktur-Schub. So gründete sich beispielsweise im Acker unmittelbar an der Nordflanke der Carl-Alexander-Park-Halde, in Höhe der Ziegelstein-Stützmauer, eine römische Siedlung (vicus). Und auch anno 2013 sorgt die Via Belgica für rege Bautätigkeit: Derzeit tut sich unmittelbar am Haldenrundweg nahe Gut Blaustein einiges.

Mit Fördermitteln der EU und des Landes Nordrhein-Westfalen entsteht dort eine „Mansio“ genannte Informationsstelle, in der es jede Menge Wissenswertes rund um das Thema Via Belgica – etwa zur Villa Rustica (römischer Gutshof) in Beggendorf – geben wird. Nach Angaben von Josef Meyer, Leiter des Baesweiler Stadtentwicklungsamts, lassen sich EU und Land das Projekt gut 70.000 Euro kosten, weitere knapp 18.000 Euro steuert die Stadt Baesweiler bei. Dafür entsteht ein überdachter Beton-Fertigteil-Pavillon mit mehreren Schautafeln. Zudem werden Sitzgelegenheiten und neun mit Schotterrasen versehene Parkplätze angelegt. Das Areal bekommt darüber hinaus insgesamt 28 neue Bäume, darunter Obstbäume mit Sorten, die es schon zur Zeit der Römer gegeben hat.

Stadtentwicklungs-Chef Meyer betont, dass die Auswahl des Standorts für das Informationszentrum ganz bewusst erfolgt sei: „Zum einen führt der bei Spaziergängern, Radlern, Walkern und Joggern beliebte Haldenrundweg direkt durch das neue Areal, andererseits liegt es unmittelbar an der Trasse der Via Belgica.“

Im September oder Oktober, so schätzt Meyer, werden die Fertigbauteile für den Info-Pavillon, der demnächst in gleicher Bauweise auch an anderen Standorten entlang der Via Belgica zu finden sein wird, aufgestellt. Mehr zur Euregionale: Region

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