Baesweiler - Neuer Pfarrer will den Menschen Räume geben

Neuer Pfarrer will den Menschen Räume geben

Von: Andrea Thomas
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Wird am Sonntag offiziell ins
Wird am Sonntag offiziell ins Amt eingeführt: Pfarrer Ulrich Schuster. Foto: Andrea Thomas

Baesweiler. Noch gehen im Pfarrhaus neben der Gnadenkirche in Setterich die Handwerker ein und aus. „Mitte August wollen wir umziehen”, erklärt Ulrich Schuster.

So lange pendelt der 49-jährige noch zwischen Düsseldorf, wo er bis vor einem Jahr als Gemeindepfarrer tätig war und die Familie bislang lebt, und seiner neuen Wirkungsstätte, der evangelischen Kirchengemeinde Setterich-Siersdorf. Schon Anfang Juni hat er seinen Dienst angetreten, doch so richtig los geht es für ihn mit der Einführung am morgigen Sonntag.

Frau und zwei Töchter

„Ich habe mich bis jetzt erst ein wenig umgeschaut und erste Eindrücke gesammelt”, erzählt er. Auch einige seiner Kollegen hat er bereits kennengelernt. Jetzt ist er neugierig auf die Menschen und die neue Umgebung. „Ich kannte bislang nur Aachen und finde es spannend, wie hier in der Region versucht wird, Europa zu leben.”

Geboren und aufgewachsen ist Ulrich Schuster „im schönen Ruhrpott”, in Essen. Dort, im Weiglerhaus, einer Jugendeinrichtung, habe er als junger Mensch auch Gott und den Glauben für sich entdeckt. „Die Jugendlichen dort hatten es geschafft, den Glauben mit ihrem Alltag zu verknüpfen, so natürlich mit Gott zu sprechen, wie sie es auch mit anderen taten.” Etwas, das ihn damals fasziniert hat und es bis heute tut. In der Gemeindearbeit ist es ihm daher wichtig, „Menschen Räume zu schaffen und zu bieten, wo sie sehen, dass Glaube etwas mit mir zu tun hat, mit meinem Alltag, mit meinem Leben.”

Nach dem Theologiestudium hat er drei Jahre in Wetzlar gearbeitet, bevor er 1999 Gemeindepfarrer in Düsseldorf wurde. Das letzte Jahr hat er Vertretungsdienst in Solingen gemacht. Da er gerne wieder längerfristig in einer Gemeinde tätig sein wollte, hat er gemeinsam mit seiner Frau nach einer Gemeinde „mit Stadtbezug” gesucht. Das Stellengesuch der Setterich-Siersdorfer Gemeinde gefiel ihm gut, und so freute er sich, als nach Ostern die Zusage kam. Mit ihm und seiner Frau zieht seine zwölfjährige Tochter nach Baesweiler, die Älteste ist 18 und macht im kommenden Jahr Abitur, weshalb sie unter der Woche in Düsseldorf bleiben wird.

In der neuen Stelle wird Ulrich Schuster auch mit zehn Prozent in der Gemeinde Baesweiler mitwirken, um den dortigen Bedarf zu decken. Für ihn nichts Neues, auch in Düsseldorf hat er bereits das „Zusammenrücken” von Gemeinden miterlebt und war ebenso wie in Setterich und Siersdorf in einer Gemeinde mit zwei Teilbezirken tätig. „Auf die Dauer kann keine Gemeinde alles alleine stemmen - und ich finde das auch gar nicht verkehrt. Die Ängste sind meist unbegründet, keiner verliert, sondern alle gewinnen, weil vieles zielgerichteter angegangen werden kann.”

Wichtig ist Ulrich Schuster, dass die Gemeinde eine Gemeinschaft ist. Dazu will er sich zunächst Zeit nehmen, die Menschen (die Gemeinde umfasst rund 2500 Gläubige) kennenzulernen, im Gottesdienst, in der Gruppenarbeit, aber auch im ganz normalen Alltag, wenn er per Fahrrad in seiner Gemeinde unterwegs ist. „Dafür braucht man schon ein Jahr. Vertrauen muss wachsen”, erklärt er. Erst dann will er mit konkreten Projekten beginnen.

Den ersten Schritt auf diesem Weg macht Pfarrer Schuster mit seiner Einführung am morgigen Sonntag um 15 Uhr in der Gnadenkirche in Setterich, zu der alle Gemeindemitglieder aus Setterich und Siersdorf ganz eingeladen sind.
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