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Neuer Fahrplan: Kürzeres Warten auf die Euregiobahn

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
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Abgelehnt: An der Anbindung Schaufenbergs ändert sich vorerst nichts. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Ein bisschen überraschend sei der Vorstoß, den Alsdorfer Busfahrplan zu verändern, schon gewesen, meinte der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Heinrich Plum (SPD). Schließlich habe es noch vor zwei Monaten geheißen, es stünden keinerlei Veränderungen an.

Den Unmut darüber bekam sogleich der im Ausschuss anwesende Verkehrsplaner der Aseag, Dietfried Büttner-Zedlitz, zu spüren: Ob man das in Zukunft nicht besser machen könne...

In der Sache selbst ging es um vier Punkte beziehungsweise Buslinien: Zwei zusätzliche Fahrten auf der Linie 29, eine Angebotserweiterung auf der Linie 51, eine (neue) Anbindung von Alsdorf an das Nachtbusliniennetz (N9) und eine Verbesserung der Anbindung des Business-Parks Alsdorf. Das Wichtigste vorweg: Nur zwei Punkte stießen bei der Politik auf Akzeptanz. Die Erweiterung der Linie 51 und die Anschlüsse im jüngst noch mal gewachsenen Gewerbegebiet.

Wie es beim Thema öffentlicher Personennahverkehr zu erwarten war, stiegen die Grünen in eine Grundsatzdiskussion ein. Tenor: So erfreulich die vier Vorschläge auch seien, das Angebot sei generell noch viel zu gering. Und: „Wo kein Angebot ist, kann auch keines nachgefragt werden“ (Hartmut Malecha) zu Fahrgastzahlenerhebungen.

Im Zusammenhang mit der Linie 29 und einer besseren Anbindung des Stadtteils Schaufenberg hatten die Grünen bereits im August vergangenen Jahres den Antrag gestellt, wieder eine ganzheitliche Anbindung der Haltestelle „Kirche“ herzustellen und damit wieder den Zustand von vor Juni 2016 zu erreichen. Insofern hätte es den Grünen eine Genugtuung sein können, den Punkt auf der Agenda wiederzufinden – aber die vorgeschlagene Variante, zwei Fahrten zusätzlich während der Berufsverkehrszeiten einzuführen, griff aus Sicht der Grünen natürlich zu kurz. Gemäß Abstimmungsergebnis wird weder die „kleine“ noch die alte Variante umgesetzt.

Zwecks leichterem Umsteigen zwischen der Linie 51 und der Euregiobahn-Haltestelle am Annapark, so der zweite Punkt der kurzen Liste, sollen ab Dezember zwei zusätzliche Fahrten stattfinden und so in den Fahrplan integriert werden, dass sich die Wartezeiten für Kunden aus Neuweiler oder Baesweiler von 18 auf fünf Minuten (Richtung Herzogenrath - Aachen) und von 25 auf elf Minuten (Richtung Aachen - Herzogenrath) verkürzen. Diese Fahrten enden oder beginnen logischerweise nicht an der Gesamtschule, sondern werden in Richtung Neuweiler und Baesweiler verlängert.

Nachts bleibt es weiterhin so, dass die Linie 51 ihre letzte Fahrt um 1.01 Uhr von Alsdorf-Rathaus nach Würselen - Aachen antritt und um 1.15 Uhr die letzte Fahrt vom Annapark nach Baesweiler angeboten wird. Angedacht war nun, im Rahmen des Nachtbusliniennetzes um 1.30 Uhr, 2.30 Uhr und 3.30 Uhr Verbindungen ab Aachen-Elisenbrunnen über Mariadorf nach Alsdorf-Mitte zu führen und zwar in den Nächten vor Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen. Aber daraus wird nichts.

Positiv beschieden wurde dagegen eine bessere Erreichbarkeit des Business Parks. Da sich am äußersten Ende der Konrad-Zuse-Straße Unternehmen angesiedelt haben, war der Ruf nach einem verbesserten Angebot lauter geworden. Künftig fahren deshalb zwei zusätzliche Busse bis zum Kreisverkehr am Ende besagter Straße. Die Verwaltung bat sogar darum, diese Fahrten bereits vor dem nächsten Fahrplanwechsel Ende des Jahres zu realisieren.

Dreh- und Angelpunkt der Abwägungen, was umgesetzt werden sollte und was nicht, waren finanzielle Überlegungen. Würde man alle vier Vorhaben umsetzen, kämen rund 16.000 Euro Mehrkosten auf die Stadt Alsdorf pro Jahr zu. Denn: Zwischen der Städteregion Aachen und den Mitgliedskommunen besteht eine Übereinkunft, die nicht gedeckten Kosten aus dem AVV-Verbundverkehr über eine Kreisumlage zu begleichen.

Ermittelt wird die Höhe über einen Schlüssel, der sich aus Linienzeiten pro Woche und zurückgelegten Kilometern berechnet (für Punkt 1 wären es rund 3500 Kilometer pro Jahr, für 2 rund 4900, für 3 rund 8550 und für 4 rund 3200 Kilometer pro Jahr).

Einen in dem Zusammenhang recht ungewöhnlichen Vorschlag hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Franz Brandt eingebracht. Aufgrund der Fahrgasterhebungen befand er zwar alle vier Punkte für umsetzungswürdig, er forderte aber eine Art Unbedenklichkeitsbescheinigung der Kämmerei, bevor seine Fraktion grünes Licht geben wollte.

Da war selbst der Ausschussvorsitzende kurz sprachlos, versuchte es dann aber mit der Erklärung, der Kämmerer hätte die Vorlage gezeichnet, das müsse doch als Ok gewertet werden können. Dem widersprach Brandt: „Das ist so nicht richtig.“ Das würde nicht bedeuten, dass auch die finanziellen Mittel zur Verfügung stünden.

Licht ins Dunkel bringen konnte da die Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg: Da es noch keinen gültigen Haushaltsbeschluss für das Jahr 2018 gebe, könne der Kämmerer auch keine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ ausstellen. Ein positives Votum des Ausschusses beziehungsweise des Rats bedeute nur, dass er den jeweiligen Posten im nächsten Haushalt berücksichtigen solle.

Franz-Bernd Mortimer (ABU) schlug vor, abzustimmen – und wenn kein Geld da sei, würde der Kämmerer eh nicht zustimmen. So wurde dann auch verfahren.

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