Alsdorf/Eschweiler/Stolberg - Neuer Euregiobahn-Haltepunkt St. Jöris ist in Arbeit

Neuer Euregiobahn-Haltepunkt St. Jöris ist in Arbeit

Von: Karl Stüber und Jürgen Lange
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Bauarbeiten an der neuen Haltestelle der Euregiobahn in St. Jöris: Pünktlich zum „kleinen Fahrplanwechsel“ am 15. Juni soll hier die nächste Station auf der Strecke Richtung Stolberg angefahren werden. Foto: Karl Stüber

Alsdorf/Eschweiler/Stolberg. Am Haltepunkt St. Jöris, auch „kleiner Bahnhof“ genannt, in direkter Nachbarschaft des Vereinsheims des SV St. Jöris 1919 wird derzeit kräftig gebaut. Zum Fahrplanwechsel am 15. Juni soll die Euregiobahn, aus Richtung Alsdorf kommend, mit diesem neuen Haltepunkt auf Eschweiler Gebiet der Stadt Stolberg wieder ein Stückchen näher kommen.

Das bestätigte der Geschäftsführer der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS), Thomas Fürpeil, auf Anfrage. Zurzeit endet die Fahrt der roten Diesel-Elektrik-Züge noch am Haltepunkt Poststraße in Mariadorf.

Spaziergänger im Würselener Wald registrieren bereits die Fortschritte für den Ringschluss der Nahverkehrsstrecke zwischen Eilendorf und Stolberg. Die Gleise rechts und links des Bahnübergangs für den zum Forsthaus Weiden führenden Abzweig der Steinbachstraße sind so weit das Auge reicht bereits demontiert. Bis zum nächsten Wanderweg kurz vor der Überführung Lehmsiefen ist der Rückbau der alten Gleistrasse bereits gediehen – rund 4,5 Kilometer Strecke sind geschafft.

Elektrifizierung wird verhandelt

Während also die Euregiobahn ab Juni über Alsdorf-Mariadorf hinaus St. Jöris ansteuern wird, soll der Abschnitt weiter zum Stolberger Hauptbahnhof im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Dort im Hauptbahnhof ist das neue Gleis 44 schon auf den ersten 900 Metern gelegt. Auf einem weiteren Gleiskilometer bis in den Bereich Lehmsiefen sollen noch in diesem Sommer die alten Schienen abgebaut werden. Die Ausschreibung für die Arbeiten läuft.

Doch damit ist es nicht getan. Planumschutzschicht, Schotter, Schwellen und Schienen müssen neu verlegt und dann das Gleisbett kräftig gestopft werden. Erforderlich sind ebenfalls Verlegen und Einbau neuer Elektrik für die Steuerungs- und Sicherungstechnik für eine ganze Reihe von Kreuzungen mit Straßen und Wanderwegen.

Wird der Ringschluss nach Stolberg im kommenden Jahr komplett eröffnet, hofft die EVS, ab 2016 wieder neue Trupps auf die Strecke schicken zu können. Dann soll die Elektrifizierung nachgerüstet werden. Sie soll auch zu verbesserten Taktzeiten beitragen. Und mit höheren Frequenzen rückt dann ein Anschluss Breinigs ans Netz der Euregiobahn in greifbare Nähe.

„Alle Beteiligten wollen das Projekt“, fasst Fürpeil seine Eindrücke über die Gespräche mit dem Land bzw. dem Bund zusammen, die geführt werden, um entsprechende Fördermittel für die dann komplette Elektrifizierung der Euregiobahn zu erhalten. Nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz müssten 60 Prozent der Kosten vom Bund, 30 vom Land und 10 von der EVS aufgebracht werden.

Die Machbarkeitsstudie und auch die sogenannte standardisierte Bewertung, also die Klärung der Frage, ob das Ganze volkswirtschaftlich Sinn macht, sind positiv ausgefallen, berichtet Fürpeil. Beide Papiere wurden im Auftrag des Nahverkehr Rheinland (NVR) erstellt. „Wir benötigen eine gesicherte Gesamtfinanzierung“, nennt Fürpeil die Grundlage, um mit den entsprechenden Arbeiten loslegen zu können. Gegenüber dem EVS ist demnach der NVR „Genehmigungsbehörde“. So müsse noch geklärt werden, wie die Planungskosten abgedeckt werden.

Mit der Elektrifizierung eng verknüpft ist auch die Neuausschreibung der „rollenden Leitung“ auf dem Schienennetz der Euregiobahn. Werden auch die restlichen Streckenabschnitte der Euregiobahn elektrifiziert, haben die Dieselzüge ausgedient. Eine neue Fahrzeug Noch ist die DB Regio am Zuge. Die Verträge laufen Ende des Jahres 2016 aus.

NVR-Pressesprecher Holger Klein bestätigte auf Anfrage, dass die Gespräche über die Finanzierung gut verlaufen, einen genauen Zeitplan konnte er jedoch nicht nennen. Es zeichne sich vielmehr ab, dass bis zur Komplettierung der Elektrifizierung ab 2017 eine „Interimsvergabe“ vorgenommen werden müsse, um den Zugbetrieb aufrecht zu erhalten. Eine Komplettausschreibung würde zeitversetzt erfolgen. Unterm Strich geht es beim kompletten Ringschluss bis Stolberg um Investitionen in Höhe von 29,6 Millionen Euro.

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