Neuer Chor Würselen startet seine Tour auf Burg Wilhelmstein

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
7866499.jpg
Genißt das Live-Gefühl auf der Freilichtbühne: Christoph Leuchter, Leiter des Neuen Chors Würselen, ist auch nach 13 Jahren immer noch mit Feuer und Flamme dabei. Foto: Markus Bienwald

Würselen. Wenn zu Beginn eines Konzerts die Besucher gebeten werden, ihre Mobiltelefone auszuschalten, muss Christoph Leuchter nicht in die Tasche greifen. „Ich habe keins“, sagt er an diesem sonnigen Morgen in einem Würselener Café. Entspannt wirkt er, genießt seinen Kaffee, lässt dabei aber nie einen Zweifel daran, dass er konzentriert zur Sache geht.

Seine Bücher und seine Dozentur spielen im Moment des Gesprächs nur eine Nebenrolle. Den Takt gibt derzeit die Musik an, auch wenn Leuchter wegen vieler literarischer und beruflicher Verpflichtungen nur wenig Platz im Terminkalender hat. „Bei mir ist es gerade recht eng“, sagt der 45-Jährige lächelnd. Das hindert ihn aber keinesfalls daran, sich für sein Projekt Zeit zu gönnen. Der „Neue Chor“ ist sein Steckenpferd, nicht nur einfach ein weiterer Ordner im Portfolio des breit aufgestellten und interessierten Schriftstellers und Musikers.

Denn alle zwei Jahre packen er, die eingeladenen Musiker und die Sänger – insgesamt mehr als 70 Menschen – ihre Sachen und starten ihre kleine Tour. „Wir beginnen dabei stets auf Burg Wilhelmstein, was immer ein besonderes Konzert ist“, sagt Leuchter. Danach geht es weiter durch die Kirchen im Aachener Land. Doch die Gastspiele in den bereits gesetzten Gotteshäusern in Aachen, Baesweiler und Stolberg sind anders.

Vielmehr ist es das Besondere, das Burg Wilhelmstein nicht nur als Startort ausmacht. Ein wenig scheint es auch Ziel der Wünsche zu sein, wenn es um eine tolle Performance vor großem Publikum geht. Leuchters ansonsten klarer Blick durch die randlosen Brillengläser wirkt ein wenig verklärt, wenn er sich vorstellt, bald wieder auf einer der wohl schönsten Freiluftbühnen zu stehen. „Es ist das erste Konzert der Reihe, das einzige Konzert, das draußen stattfindet – und das mit dem größten Publikum.“ Die Größe zeichnet er mit ausladenden Bewegungen in die Luft, scheint nur so auf dem Sprung zu stehen, um das Konzert zu dirigieren, mit den Mitwirkenden etwas Grandioses schaffen zu wollen. „Fünf Mal waren wir da“, erinnert sich Leuchter, „und fünf Mal waren wir ausverkauft.“ Das ist für ihn Ehre und Verpflichtung zugleich, so will er in dem „tollen Rahmen“ wie er das Konzert auf der Burg nennt, auch etwas Besonderes bieten.

Viel verraten wird vorab nicht, das sollen die Besucher am Samstag, 14. Juni, selbst erfahren. Aber sicher ist, dass es einige Überraschungen geben wird. Dazu passt der Name des Konzerts: „Mehr davon!“ Für Christoph Leuchter ist dies nicht nur ein Versprechen, sondern das Einlösen von Wünschen, die aus dem Publikum, von den Fans des Neuen Chors Würselen kommen. „Ein bisschen ist es vielleicht auch ein ‚Best of‘, da wir im Programm verschiedene Richtungen aufgreifen, die wir schon einmal gegangen sind“, erzählt Leuchter. Nicht zwei Stunden „dieselbe Leier“ soll es sein, die wollen die Besucher auch nicht. Das beweist zum einen die große Zahl an Musikwünschen, die beim Neuen Chor eingegangen ist, zum anderen aber auch die musikalische Qualität der Mitspieler.

Akustisch soll es dabei werden, „das Bombastische im Klangbild entsteht eigentlich durch den Chor“, umschreibt Leuchter.

Dass er perfektionistisch ist, daraus macht er keinen Hehl, aber selbst wenn sich die mehr als 70 Aktiven am 14. Juni beispielsweise dem Musical „König der Löwen“ widmen, wäre Leuchter der Letzte, der sich einen Klang wie aus der Konserve wünscht. „Wir machen eigentlich Jazz“, versucht er eine Umschreibung dessen, was auf der Bühne passiert. Das gilt nicht für die Musik, die ist populär verortet und geht sicherlich in Richtung Gospel.

Vielmehr meint er damit künstlerische Feinheiten in Melodie, Spiel und Gesang, die der Neue Chor seiner Ansicht nach mit der genau richtigen Würze, die nur eine Live-Darbietung bieten kann, versieht. „Es werden Dinge entstehen, die einmalig sind“, verspricht Leuchter.

Und das gilt auch für das Programm. Für die Freilichtbühne sind andere Titel vorgesehen, teils auch andere Arrangements als für einen Kirchenraum. Und während in einer Kirche eher andächtiges Lauschen angesagt ist, auch Begeisterung mitschwingen darf, gibt es auf der Burg die einmalige Picknick-Atmosphäre obendrauf.

Das kommt zum Live-Gefühl dazu, das Christoph Leuchter auch nach 13 Jahren im Neuen Chor immer noch packt: „Ich fände es sehr langweilig, 365 Tage im Jahr an der selben Stelle zu spielen.“

Er sieht den Chor, der für ihn die optimale Größe erreicht hat, noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. „Mehr davon!“ ist eben nicht nur der Titel des anstehenden Konzertabends, der sich dem Status „Ausverkauft“ nähert. „Wir freuen uns schon alle riesig!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert