Neue Orgel, neue Töne in St. Sebastian

Von: ehg
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Imposantes Instrument: Weihbis
Imposantes Instrument: Weihbischof Dr. Johannes Bündgens segnete auf der Empore die neue Eule-Orgel ein. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Einen Jahrhundert-Freudentag erlebte die Gemeinde St. Sebastian, als Weihbischof Dr. Johannes Bündgens im festlichen Vespergottesdienst am Pfingstsamstag die neue Eule-Orgel weihte. Nicht nur für die 17 Gemeindemitglieder, die vor knapp zwölf Jahren unter dem Slogan „St. Sebastian braucht eine neue Orgel” angetreten waren, ging ein Traum in Erfüllung.

Auch viele Menschen von außerhalb der Stadtmauern hatten in der Vergangenheit ihre Verbundenheit mit diesem großartigen Projekt gezeigt und teilten am Tag der Weihe die Freude mit dem Förderkreis Orgelbau.

Pfarrer Rainer Gattys hieß die große Festgemeinde im „Dom” herzlich willkommen, nicht zuletzt den ehemaligen Pfarrer an St. Sebastian, Heinz-Josef Lambertz, und den Vorsitzenden der Kulturstiftung Würselen, Achim Großmann. Er veranschaulichte, wie durch das Orgelprojekt eine Brücke zwischen Würselen im Westen der Republik und der sorbischen Stadt Bautzen im Osten geschlagen worden ist.

Stattliche 2387 Pfeifen

Weihbischof Dr. Johannes Bündgens führte in seiner Predigt aus, wie die Weihe das Musikinstrument Orgel zu einem Werkzeug des Heiligen Geistes mache. „2387 Pfeifen werden heute geweiht, und das heißt: Jeder Ton ist ein guter Ton für Gott. Jeder Klang ist ein rechter Klang vor Gott.” In jeder Sprachform könne man Gott erleben.

Als St. Sebastian sich einmal entschieden gehabt habe, sich etwas Wunderschönes zu gönnen, da hätten die Finanz-Verantwortlichen „alle Register” gezogen. Der Weihbischof gratulierte dem Förderkreis, „dass er das Kunststück hinbekommen hat”. Und weiter: „Die neue Orgel soll die Zeiten des Mangels überdauern.” Denn: „Eine Orgel ist etwas quasi Zeitloses. Ihre Stimme wird weit über das dritte Jahrtausend hinaus erklingen.”

Wenn die neue Eule-Orgel erklinge, dann vernehme man eine vielstimmige Symphonie. Es gebe Zwischentöne und Klangfarbnuancen. Die Orgel mit ihren vielen Registern enthalte alle anderen Instrumente irgendwie in sich. Sie umfasse die Summe aller vokalen und instrumentalen Klänge, rühmte der Weihbischof. In Musik und Wort solle die Kirche ein Ort sein für „ganz neue Töne”. So wie Gott jede einzelne der rund 2400 Pfeifen zu seinem Lobpreis brauche, so brauche er auch jede menschliche Stimme. „Gott bedient sich unserer Stimmen, auch wenn wir nur Pfeifen sind.” Das Breitbandspektrum des Orgelklangs sei Bild einer vielstimmigen Gemeinde: Kerngruppen, Fernstehende, Sympathisanten, Verbände und Vereine, Familien und Einzelne, Junge und Alte, Reiche und Arme, Erfolgreiche und Gescheiterte. Dr. Bündgens: „Der Klang der Orgel hat nichts Penetrantes und Forderndes. Er lässt die Hörer frei und drängt ihnen nichts auf. Er verlangt keine Entscheidungen und Stellungnahmen, sondern gibt sie frei und sucht nur einen Resonanzraum in ihnen.”

Bevor das königliche Instrument erstmals seine Stimme erhob, erteilte ihm der Weihbischof seinen Segen. Pate standen neben den guten Geistern des Förderkreises - Hermann Jörissen und Rosemarie Sommer - von der Firma Eule deren Junior-Chefin Anne-Christin Eule und Geschäftsführer Jiri Kocourek.

Erstes Staunen über die Klangfülle des neuen Instrumentes machte sich im Kirchenraum breit, als Kantorin Ulrike Botzet Präludium und Fuge in Es-Dur von Johann Sebastian Bach intonierte. Als Kontrapunkt dazu dann Introduktion und Passacaglia d-moll von Max Reger. Der Zimbelstern sorgte für einen zusätzlichen Effekt. Chor und Orgel unter Leitung von Volkmar Michl reicherten mit dem Te Deum in B-Dur von Charles Villiers Stanford das Rahmenprogramm an. Es folgte das Allegro aus der Symphonie Nr. 6 g-moll von Charles Marie Widor.

Dank an den Förderkreis

Dreifachen Dank sprach Pfarrer Gattys aus: den fleißigen Helfern für die „Hand- und Spanndienste”, dem kompetenten Team der Firma Eule und vor allem dem Förderkreis Orgelbau in Person von Hermann Jörissen und Rosemarie Sommer. Die Glückwünsche der Zivilgemeinde überbrachte Bürgermeister Arno Nelles: „Es wurde ein Projekt zum Abschluss gebracht, das so vor einigen Jahren nicht denkbar gewesen wäre.” In ihm dokumentiere sich beispielhaft, was durch eisernen Willen und großes Engagement bewerkstelligt werden könne. Das Projekt sei ein Beispiel für die Zukunft.

„Es war ein gewaltiges Vorhaben”, gestand der Vorsitzende des Förderkreises. 200 Veranstaltungen und Projekte seien zugunsten der Orgel organisiert worden. „Viele kleine und große Beträge haben beigetragen, dass wir unser ehrgeiziges Ziel erreichen konnten.” Jörissen: „Wir haben heute nicht nur ein liturgisches Instrument geweiht.” Er sei fest davon überzeugt, dass es auch zur allgemeinen Bereicherung des kulturellen Lebens in der Stadt beitragen werde.

Zur Weihe der Eule-Orgel wurde eine umfangreiche Festschrift aufgelegt, die für 15 Euro in den Pfarrbüros erworben werden kann, pfarrbuero@sankt-sebastian-wuerselen.de oder 02405/426290.
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