Neue Anforderungen für Öfen: Heizen mit Holz nur mit Filter

Von: Elisa Zander
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In der Winterzeit besonders beliebt: ein im Ofen prasselndes Feuer. Wegen strengerer Richtlinien könnte sich diese angenehme Wärme künftig in einigen Haushalten nicht mehr ausbreiten. Neue Filter sind kostenintensiv. Foto: Stefan Schaum/dpa

Nordkreis. Es ist eine Verordnung, die eigentlich gar nicht so neu ist – doch sie hat es in sich. Heizkamine und Kaminöfen liegen zwar im Trend der Zeit und der Betrieb eines solchen leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Aber das Heizen mit Holz ist mit Emissionen verbunden. Kohlenmonoxid und Feinstaub werden freigesetzt, die die Gesundheit gefährden können.

Gesetzliche Anforderungen wurden festgesetzt – in der 1. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes.

Diese Verordnung, die seit 2010 gilt, setzt fest, dass Feuerungsanlagen, die nicht die festgesetzten Grenzwerte einhalten, mit Filtern nachgerüstet oder gänzlich ausgetauscht werden müssen. Sonst wird die Anlage stillgelegt. Ein solcher Filter kostet zwischen „1500 und 2000 Euro“, weiß Michael Stephan, Geschäftsführer von Altbau plus.

Mittels Typprüfungen wird festgestellt, ob und welche Maßnahmen notwendig sind. Neuanlagen mit einer Inbetriebnahme ab dem 22. März 2010 dürfen nur genutzt werden, wenn durch eine Typbescheinigung belegt wird, dass die geltenden Emissionsgrenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid eingehalten werden. Anlagen, die vor dem 22. März 2010 errichtet wurden, müssen einen Staubkonzentrationswert von 0,15 Gramm pro Kubikmeter und einen Kohlenmonoxidkonzentrationswert von vier Gramm pro Kubikmeter Abgas einhalten.

„Nachweisen kann man das über ein entsprechendes Schriftstück vom Schornsteinfeger. Man kann selbst versuchen, es herauszubekommen oder beim Hersteller nachfragen und dann von dort gegebenenfalls eine Bestätigung bekommen“, zählt Michael Stephan die Möglichkeiten auf. Werden die Vorgaben nicht eingehalten, muss ein Filter eingebaut werden. „Hat man sich einen preiswerten Ofen aus dem Baumarkt für ein paar hundert Euro zugelegt, ist die Investition nicht sinnvoll“, sagt Stephan. „Das lohnt sich nur für hochwertige Öfen.“ Die letztmöglichen Zeitpunkte zur Nachrüstung oder die Stilllegung staffeln sich je nach Inbetriebnahme des Ofens zwischen den Jahresenden 2017 und 2024.

Anders ist es in der Stadt Aachen. Durch die kesselartige Lage begünstigt und das hohe Verkehrsaufkommen gelten in der Kaiserstadt strengere Verordnungen, ähnlich wie in München und Passau, um den verordneten Luftreinhalteplan einzuhalten. Um die Einführung einer Umweltzone zu verhindern, gibt es einen Maßnahmenkatalog – die strengeren Grenzwerte für Kaminöfen zählen dazu. Für Altanlagen gelten hier die Grenzwerte von 75 Milligramm pro Kubikmeter Staub und 2 Gramm pro Kubikmeter Kohlenmonoxid.

Freiwillige Sache

Eine solche Verordnung ist „eine freiwillige Sache“, erläutert Thomas Pilgrim, Leiter des Umweltamts der Städteregion Aachen, die sich auf das Satzungsrecht bezieht. Das bedeutet: Der Stadtrat kann eine solche Verordnung beschließen, sofern er sie für notwendig hält.

In Alsdorf gibt es keine gesonderte Satzung, „weil wir keine Veranlassung sehen“, sagt Klaus Mingers, Pressesprecher der Stadt Alsdorf. Eine Messstation für Luftwerte gibt es laut Informationen des Städteregionalen Umweltamtes weder in Alsdorf, noch in anderen Nordkreis-Kommunen. „Daher ist die Bezirksregierung zuständig, uns zu informieren, wenn die Werte nicht in Ordnung sind“, erläutert Mingers.

In Würselen, Herzogenrath und Baesweiler ist es ähnlich. Keine der Städte erlässt nach Auskunft der Pressesprecher und Technischen Beigeordneten eine entsprechende Verordnung. „Wir werden da nicht vorpreschen“, sagt Birgit Kremer-Hodok, Sprecherin der Stadt Baesweiler. „Wir wären als kleine Stadt da wohl auch nicht so von betroffen wie zum Beispiel Aachen.“

Doch wie erfährt man von erhöhten Werten, wenn keine Messstation vor Ort ist? Ergebnisse von Verkehrszählungen sind ein wichtiger Faktor, erläutert Thomas Pilgrim. Anhand dieser Zahlen kann man erkennen, ob potenziell eine erhöhte Belastung vorliegt. Hinzu kommt, dass bestimmte, von der EU vorgegebene Feinstaubwerte nur 35-mal im Jahr erreicht oder überschritten werden dürfen, sonst müssen Maßnahmen eingeleitet werden. Diese Aufforderung käme dann von der Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde.

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