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Netzwerk soll Nachbarschaftshilfe fördern

Von: Nina Krüsmann
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Füreinander da sein, den Mitmenschen in Alltagssituationen beistehen: Das neue Netzwerk in Straß will Hilfesuchende mit Hilfsbereiten zusammenbringen. Foto: Imago/Niehoff
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Engagiert: Wilfried Hammers (vorne rechts) hat zusammen mit vielen Interessierten den Verein „Vergissmeinnicht“ in der Pfarre St. Josef gegründet. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Gemeinnützig Tätige sind willkommen beim Verein „Vergissmeinicht“, der jetzt an den Start gegangen ist: Mehr als drei Jahre intensive und kontinuierliche Aufbau- und Recherchearbeit hat es gebraucht, bis das Projekt in der Pfarre St. Josef in Herzogenrath-Straß nun endlich aus der Taufe gehoben werden konnte.

 Mit der Vereinsgründung sollen die lange gehegten Wünsche für ein Unterstützungsnetzwerk für Nachbarschaftshilfe nun umgesetzt werden. Die Gründungsversammlung für dieses Netzwerk, das einerseits die Nachbarschaftshilfe wieder ankurbeln und mit niedrigschwelligen Angeboten für alle Zielgruppen im Stadtteil Straß an den Start gehen wird, schaffte zunächst durch die Vereinsgründung die Möglichkeit, gemeinnützig tätig sein zu können. Viele Interessierte, darunter Jung und Alt, wollen mitwirken und trafen sich im Pfarrhaus, um die nächsten Schritte zu besprechen. Der neue Verein wählte dann gleich seinen ersten Vorstand mit dem ersten Vorsitzenden Georg Schwering, Stellvertreterin Angelika Lammertz und Kassiererin Gerda-Maria Schwartz.

„Uns ist es auch sehr wichtig, jüngere Leute ins Boot zu holen“, betont Mitinitiator und Gemeindereferent Wilfried Hammers. Deshalb wurde die 17-jährige Regina Rempel qua Abstimmung zum assoziierten Mitglied ohne Mandat in den Vorstand berufen. „An das neue Netzwerk Vergissmeinnicht können sich Bürger vorwiegend aus dem Sozialraum Straß wenden, die in irgendeiner Form nachbarschaftliche Hilfe anbieten können oder ebensolche Hilfe benötigen“, erklärt Hammers.

Ihren Ursprung hat die Netzwerksidee in der Geschichte zweier gemeinsam alt gewordener Freundinnen – beide Witwen – aus der Pfarrgemeinde. „Dieses gute Verhältnis bekam an der Stelle einen Bruch, als eine der beiden Frauen mehr und mehr an Demenz zu leiden begann und die andere spürte, dass sie diese neue und aus der Krankheit erwachsende Aufgabe überfordert“, erklärt Hammers.

Funktion als „Schnittstelle“

Fortan wurden die Besuche bei der Freundin deutlich weniger, bis die Beziehung der beiden Frauen so brüchig wurde, dass sie vor dem Scheitern steht. „Wäre jemand da, der niedrigschwellige Hilfsangebote machen könnte, um die Beziehung der beiden wieder auf das freundschaftliche Niveau zurückzufahren, könnte es fast so sein wie vorher“, betont Hammers. Doch wer im sozialen Raum könnte eine solche Hilfe fernab jeglicher pflegerischer oder sonstiger professioneller Dienste übernehmen?

„Die grundsätzlich weiterhin an der Aufrechterhaltung des Kontakts interessierte Freundin, die nun weit mehr vor allem in dieser alten Beziehung gefragt wäre, ist alleine kaum in der Lage, sich Unterstützung zu organisieren“, gibt Hammers zu bedenken, warum ein Unterstützungsnetzwerk für Nachbarschaftshilfe in Straß fehlt. „Schließlich leben andererseits im Sozialraum Straß Menschen verschiedenen Alters, die entweder aus ihrer Lebens- oder aber auch Berufserfahrung heraus in der Lage wären, persönlich Hilfestellung zu leisten, wenn sie nur wüssten, dass und wo sie gefragt und gebraucht würden“, betont Hammers. Der neue Verein sehe sich als solche „Schnittstelle“ und will seine Wirkung ab sofort voll entfalten.

„Selbst in kleinen und überschaubaren sozialen Räumen ist die klassische Nachbarschaftshilfe heute leider auch kein Selbstläufer mehr. Die Bereitschaft jedoch, füreinander einzustehen und zu helfen, ist weiterhin ungebrochen, muss aber mit Impulsen von außen in Gang gebracht werden“, schildert Hammers. Es gehe also darum, Hilfesuchende mit bürgerschaftlich engagierten Hilfsanbietern zusammenzubringen. In mehreren Treffen mit bereist aktiven Gruppenmitgliedern aus verschiedenen Bereichen wurde die Idee bereits vorgestellt und um Multiplikation geworben. Der Invalidenverein, die Hospizgruppe, der Verein Tellerrand, die örtliche Gruppe des Frauenverbandes KFD, die KAB sind bisher der Einladung, sich einbinden zu lassen, gefolgt.

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