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„Nahezu perfektes Gebäude”: Caritas schafft 90 neue Stellen

Von: tv
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Alle sind froh: (v.l.) Michael Doersch, Anne Fink, Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann, Martina Neuheuser, Christoph von den Driesch und Regina Warz vom sozialen Dienst der Caritas. Foto: Thomas Vogel

Herzogenrath. „Der Bedarf ist riesengroß”, weiß Michael Doersch. Der Geschäftsführer der Caritas-Behindertenwerke in der Städteregion ist besonders aus diesem Grund froh, den Mietvertrag für das neue Werk in Kohlscheid unter Dach und Fach zu haben.

Direkt nach dem Umzug, der spätestens am 1. März 2011 über die Bühne gehen soll, werden 25 bis 30 Menschen mit psychischer Behinderung auf dem ehemaligen Doberg-Gelände arbeiten.

Sie kommen aus dem Werk in Eschweiler, das mit 150 Mitarbeitern überbelegt ist. Jedes Jahr rechnet Martina Neuheuser, Betriebsleiterin in Eschweiler, mit rund 15 neuen Mitarbeitern.

„Wer denkt, dort wird nur gebastelt oder Nadeln von einer Ecke in die andere geschoben, der liegt falsch”, betont Doersch. Wirtschaftlich Verwertbares wird hier geleistet. Spezialteile zur Autoproduktion, die der Hersteller eigentlich nach China auslagern wollte, liefert jetzt zum Beispiel die Behindertenwerkstatt.

Drei Jahre Planungsphase

In Kohlscheid wird es zu Anfang einen Elektromontage-Bereich und ein Team für Büroorganisation geben, in dessen Aufgabenbereich auch die Betreuung von Firmenwebsites gehört. Auch eine Wäscherei und ein Medienzentrum sollen Bestandteil der Dependance werden.

Die Idee für ein Behindertenwerk in der Roda-Gemeinde gibt es seit 2007. „Nach drei Jahren bis zur Realisierung können wir mit dem sozialen, aber auch mit dem städtebaulichen Ergebnis sehr zufrieden sein”, merkt Bürgermeister Christoph von den Driesch an. Auch Vize-Bürgermeisterin Anne Fink, Vorsitzende des Behindertenforums Herzogenrath, ist glücklich, überhaupt an diesen Punkt gekommen zu sein. „Das ist nicht nur für die behinderten Menschen gut, es sind auch Arbeitsplätze, die geschaffen werden”, gibt sie zu bedenken.

Vier Betreuer werden sich zu Anfang um die Kohlscheider Belegschaft kümmern. Auch diesbezüglich werde an Neueinstellungen gedacht, sagt der Verband. Die Stadt hatte für die Caritas die Standortsuche übernommen. Und die gestaltete sich nicht einfach, denn die Vorgaben des Landschaftsverbandes, die ein Gebäude für diesen Zweck erfüllen muss, sind vielfältig. Und doch hat die Stadt ein Gelände mitsamt Immobilie gefunden. „Das Gebäude ist nahezu perfekt. Es passt sogar hinsichtlich der Vorgabe, an den öffentlichen Nahverkehr angebunden zu sein”, freut sich Michael Doersch.

Zunächst steht dem Werk eine Fläche von 900 Quadratmetern an der Industriestraße zur Verfügung. Die Verantwortlichen machen sich aber nicht die Illusion, der Platz könne längerfristig ausreichen. Bei der derzeitigen Nachfrage wird in den nächsten zwei bis drei Jahren wohl auch die obere Etage angemietet werden müssen, um den Platz zu verdoppeln, so die Prognose der Caritas. Dann werden 90 Menschen mit Behinderung in dem Werk eine Anstellung finden.

Kulanz gelobt

Mit Problemen ist dabei nicht zu rechnen. Glücklich sind alle am Projekt Beteiligten mit den Vermietern: Die Brüder Josef und Leo Knops, die das brachliegende Gelände vor etwa einem Jahr gekauft haben, seien äußerst kulant. „Sie haben uns großzügige Umbaumaßnahmen ermöglicht”, lobt Neuheuser. Bei Stadt und Caritas sprechen alle von einem „Glücksfall”, wenn sie an das Kohlscheider Grundstück denken, das bald eine neue Caritas-Behindertenwerkstatt sein wird.
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