Nachlass der „Fidelitas” ist museumsreif

Von: ehg
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Karnevalistische Schätze: Verbandspräsident Reiner Spiertz (l.) freut sich über das Archiv-Material aus dem Besitz von Jo Meeßen. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Das Museum des Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise im Haus des Karnevals an der Balbinastraße ist um ein weiteres historisches Dokument reicher.

Präsident Rainer Spiertz und Archivar Bernd Simons freuten sich, aus den Händen des Sängers Jo Meessen, der mehr als fünf Jahrzehnte nicht nur im Karneval auf der Bühne stand, den Nachlass der Gesangsgruppe „Die Fidelitas” entgegennehmen zu können. Ihr hatte er von 1982 bis zum jähen Ende, bedingt durch den Tod von Gründer Leo Bodelier, als Frontsänger angehört.

Urkunden, CDs und Fotos, die die „Fidelitas”-Geschichte von der Gründung im Jahr 1957 an dokumentieren, haben nun einen würdigen Platz im Karnevalsmuseum des Verbandes gefunden, in dessen Verbreitungsgebiet - von der Eifel bis zum Niederrhein - die Würselener Gruppe auf vielen Bühnen große Erfolge feiern konnte.

Der ersten Stammbesetzung gehörten neben dem Bassisten Leo Bodelier noch Erwin Krönchen, Matthias Eschweiler, Peter Linnenberger, der im vergangenen Jahr verstarb, und Cornel Fuchs an. In jedem Jahr brachten die „Fidelitas” drei neue Lieder heraus. Durch ihre Auftritte beim Vorstellabend des Stammtisches Kölner Karnevalisten im „Satory” stießen sie sich auch die Türen zu den Gesellschaften in der Domstadt auf.

Hymne „Kölle Alaaf”

Von den Landrheinischen Karnevalisten wurde die Würselener Gruppe 1982 das erste Mal für hervorragende Leistungen im Karneval geehrt. Es folgte 1987 die „Goldene Krone” und 1994 die Josef Gresser-Gedächtnisplakette. Das von Jo Meessen getextete „Kölle Alaaf” wurde zu deren Hymne. Josef Meessen: „Dieses Lied wird heute noch am Ende jeder Sitzung angestimmt.”

Den größten Hit landeten die „Fidelitas” mit ihrem Marschlied „Jedes Jahr ein Kind, bis wir deutscher Meister sind.” Unter dem AKV-Präsidenten Georg Helg trat die Gruppe in den späten 1990er Jahren dreimal hintereinander bei der Verleihung des Ordens „Wider den tierischen Ernst” auf. Im „Wormser Montagsmagazin”, einem Regionalsender in Rheinland-Pfalz, waren die „Fidelitas” Anfang der 1990er Jahre ständiger Gast.

Wie schon vor seiner Zeit bei den „Fidelitas” stand Jo Meeßen auch danach noch als Solosänger auf der Bühne, insgesamt drei Jahrzehnte lang. Bei Radio Fantasie (Belgischer Rundfunk) und bei Antenne AC moderierte er viele Jahre lang Weihnachtssendungen. Auch seinen Nachlass dem Karnevalsmuseum zur Verfügung stellen zu wollen, versichert er.

„Auf solche Karnevalsfreunde können wir stolz sein”, hofft Präsident Spiertz, dass das Beispiel Jo Meessen Schule machen wird. Er würde sich freuen, wenn demnächst auch der Nachlass von Heimatsänger Friedel Schwartz, der sich im Kulturarchiv der Stadt Würselen befindet, im Museum des Verbandes einen würdigen Platz finden würde.
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