Herzogenrath - Nachbarn lernen sich im Bürgerladen „DORV” endlich kennen

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Nachbarn lernen sich im Bürgerladen „DORV” endlich kennen

Von: Lars Odenkirchen
Letzte Aktualisierung:
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Treffpunkt für Pannesheide: Beim Aktionstag kam das „DORV” auch bei jungen Familien an. Foto: L. Odenkirchen

Herzogenrath. Noch ist viel Phantasie nötig, um sich vorzustellen, wie aus der Gastwirtschaft einmal ein florierender Dorfladen werden könnte. Bei einem Aktionstag „rund ums DORV” in Pannesheide konnten sich die Bürger jetzt ein Bild davon machen, was die ehrgeizigen Projektplaner vorhaben.

Eines wurde klar: So weit entfernt wie es mancher glauben mag, ist die Verwirklichung der Idee gar nicht mehr. „Wir könnten wahrscheinlich innerhalb von vier Wochen hier den Umbau abschließen”, erklärt Wilfried Hammers.

Zur Erinnerung: Seit November wird von einer Initiative die Errichtung eines „DORV-Ladens” im Herzogenrather Stadtteil Pannesheide vorangetrieben. DORV steht für „Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung” und erklärt, was mit dem Projekt verwirklicht werden soll: Entstehen soll ein von den Bürgern mitgetragener Laden, der die Nahversorgung sichert.

Gleichzeitig soll der DORV-Laden mit einem kleinen Bistro auch ein Treffpunkt werden, der zu verschiedensten Zwecken genutzt werden kann. „Es gibt sehr viele Ideen, für die wir auch offen sind”, erklärt Mitinitiator Wilfried Hammers, „das fängt damit an, dass Berufstätige ihre Postpakete hier abgeben können und hört bei einer Pinnwand auf, auf der sich etwa Leute mit gemeinsamen Hobbies verabreden können.”

Drei Jahre zehn Euro im Monat

Eins steht der Idee, aus der ehemaligen Gaststätte einen Laden und Treffpunkt zu machen, aber noch im Weg: die Finanzierung. Gesucht sind Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, das Projekt mit einer Einlage zu unterstützen.

Möglich sind dabei nicht nur einmalige Spenden, sondern auch eine Unterstützung auf Raten, wie Hammers erklärt: „Wir arbeiten mit einer Bank zusammen, die uns ein tolles Modell ermöglicht. Wenn sich 100 Leute finden, die bereit sind, uns auf drei Jahre mit zehn Euro im Monat zu unterstützen, könnten wir morgen loslegen.”

Kooperationspartner zur Bestückung des Geschäftes mit Waren sind schon gefunden: Regionale Produkte sollen im DORV-Laden angeboten werden. Mit einem Bäcker, einer Eisdiele, einem Getränkehandel, einer Bio-Metzgerei, einer Käserei, einer Imkerei, einem Schreibwarenhandel, einem Weltladen, einer biologischen Station, einem Bauernhof, einem Betreuungsdienst und einem Mode-Label wurde bereits eine Zusammenarbeit vereinbart.

Dass genügend Interesse an dem Projekt vorhanden ist, bewies schon der Zulauf am Aktionstag. Der Frühschoppen lief noch eher mäßig, ab der Mittagszeit kamen aber bis in den Abend hinein viele interessierte Bürger, Anwohner und Vertreter aus der Politik. Gespräche am Rande zeigten dabei am Besten, wie dass das Konzept funktionieren kann und dass DORV mehr werden soll, als nur ein Geschäft.

Sinnbild dafür war ein Satz, der im Gespräch zweier junger Familien fiel: „Mensch, da wohnen wir seit Jahren nur ein paar Meter voneinander entfernt und man kennt sich nicht mal beim Namen. Schön, dass man so einmal ins Gespräch kommt.”
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