Nordkreis - Nach Tarifverhandlungen: Weniger Geld für die Kommunen

Nach Tarifverhandlungen: Weniger Geld für die Kommunen

Von: Stefan Klassen
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Nordkreis. Zwei Seelen, die in einer Brust wohnen - auch Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens kann derzeit von diesem Phänomen berichten. „Unsere guten, engagierten Mitarbeiter haben das Geld verdient. Trotzdem ist die Finanzierung ein Problem.” Auch in seinem Rathaus hat der Kämmerer nach dem Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst den Bleistift gespitzt und nachgerechnet.

Ergebnis: Leobert Schmitz hat 94.000 Euro ermittelt, die nach dem Abschluss zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften für den Öffentlichen Dienst alleine im aktuellen Haushalt 2010 eingestellt werden müssen.

1,2 Prozent mehr Geld ab sofort, zudem Anfang 2011 eine einmalige Sonderzahlung von 240 Euro pro Mitarbeiter sowie zwei kleine Erhöhungen von 0,6 und 0,5 Prozent im Laufe des nächsten Jahres - die ohnehin gebeutelten kommunalen Etats werden durch die neue Tarifvereinbarung zusätzlich belastet - in Baesweiler 2011 beispielsweise noch einmal mit 106.000 Euro.

In Würselen hatte Kämmerer Ludwig Bremen für 2010 mit einem Minus im Stadthaushalt von rund 12,8 Millionen Euro kalkuliert, nach dem Tarifabschluss werden es noch einmal 151.000 Euro zusätzliche Miese sein. Und 2011 steht eine weitere Belastung von 190.000 Euro an.

„Das schmerzt, aber die Finanzmisere der Kommunen darf nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden”, kommentiert Alfred Sonders, Bürgermeister in Alsdorf, den Tarifabschluss. 180.000 Euro in diesem, 400.000 Euro im nächsten Jahr koste die hochverschuldete Stadt das Ergebnis. Allerdings war die Kämmerei für 2010 von einer zweiprozentigen Steigerung ausgegangen, „deshalb werden wir jetzt nicht kalt erwischt”, sagt Sonders.

In Herzogenrath schlägt die Gehaltserhöhung 2010 mit rund 180.000 Euro zu Buche. Trotzdem bewertet Bürgermeister Christoph von den Driesch die Situation nach den zähen Verhandlungen und Streiks gelassen: „Angesichts der ursprünglichen Gewerkschafts-Forderung von fünf Prozent ist das für die Kommunen ein moderater Abschluss.”
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