Nach Streit die Möbel der Lebensgefährtin angezündet

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
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Die Feuerwehr verhindert Schlimmeres: Eine der Wohnungen im dritten Stock brannte aber völlig aus.

Wüselen. Wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung hat die Polizei am Sonntagabend einen 47-jährigen Mann aus Würselen festgenommen. Nach einem Streit mit seiner 45-jährigen Lebensgefährtin soll er in der gemeinsamen Wohnung „Am alten Kaninsberg“ Möbel angezündet haben. Dramatische Szenen hatten sich zuvor in dem Trawigo-Haus abgespielt.

Die Frau war nach eigenen Angaben laut Polizei während des Streits aus Angst in ein Zimmer geflüchtet und hatte sich eingeschlossen. Kurze Zeit später roch sie starken Rauch. Als sie die Zimmertüre öffnete, stand sie in dichtem Qualm. Bei eigenen Löschversuchen trug sie leichte Verletzungen davon. Sie musste später ärztlich behandelt werden.

Wie hoch der Sachschaden ist, dazu konnte die Polizei noch keine Angaben machen. 13 Wohnungen des Trawigo-Hauses sind nach dem Brand unbewohnbar. Im Rahmen einer Fahndung hatte die Polizei den 47-Jährigen noch in der Nacht festnehmen können. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat er das Feuer gelegt und war dann aus der Wohnung geflüchtet, obwohl seine Lebensgefährtin in einem Zimmer eingeschlossen war.

In Sicherheit gebracht

Die Feuerwehr habe durch ihr schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindert, berichtet die Polizei. Gegen 22.30 Uhr am Sonntagabend wurde die Freiwillige Feuerwehr Würselen zu dem Wohnungsbrand „Am alten Kaninsberg“ gerufen. Gemeldet wurde ein Feuer in einer Wohnung im dritten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses.

Beim Eintreffen der ersten Kräfte hatten sich bereits viele der 55 dort gemeldeten Bewohner ins Freie gerettet. Weitere wurden von der Feuerwehr mit Fluchthauben durch das Treppenhaus und über zwei Drehleitern in Sicherheit gebracht. An einer Sammelstelle auf einem benachbarten Parkplatz wurden 27 Personen registriert und betreut. Glücklicherweise musste niemand ins Krankenhaus gebracht werden.

Die betroffenen Anwohner wurden vor Ort von einem Notarzt untersucht. Das Feuer wurde gelöscht. Durch Brandrauch ist der größte Teil der Wohnungen unbewohnbar. Die meisten Bewohner, die das Haus fluchtartig verlassen hatten, hatten die Türen offen stehen lassen, so dass sich der giftige Rauch stark ausbreiten konnte.

Brandwache bis zum Morgen

Die meisten der betroffenen Bewohner kamen bei Bekannten unter. Durch das Ordnungsamt mussten lediglich drei Personen in Hotels untergebracht werden.

Insgesamt waren 58 Kräfte der Feuerwehr, die neben der Feuerwache mit den Löschzügen Würselen-Mitte und Broichweiden sowie einer weiteren Drehleiter aus Herzogenrath und dem Rettungsdienst samt Notarzt unter der Leitung von Hauptbrandmeister Harald Wenders über drei Stunden im Einsatz. Kreisbrandmeister Bernd Hollands machte sich vor Ort ein Bild der Lage.

Durch den Löschzug Mitte wurde zudem bis zum Morgen eine Brandwache gestellt.

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